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Rosemarie Nitribitt. Autopsie eines deutschen Skandals
 
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Rosemarie Nitribitt. Autopsie eines deutschen Skandals [Gebundene Ausgabe]

Christian Steiger
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 190 Seiten
  • Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898807371
  • ISBN-13: 978-3898807371
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 21.016 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christian Steiger
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Frankfurt am Main, 1. November 1957: Polizeibeamte finden die 24-jährige Rosemarie Nitribitt erwürgt in ihrem Innenstadt-Appartement. Dass die Blonde mit dem schwarzen Mercedes-Sportwagen als Luxus-Callgirl anschaffte, wusste die ganze Stadt jetzt erfahren die Ermittler, wer ihre reichen Freunde waren, und sehen vor lauter Respekt wichtige Spuren nicht. Doch wer Rosemarie Nitribitt wirklich war, ist in den Fünfzigern keine Zeile wert.

Ihr wahres Leben wäre das bessere Drehbuch gewesen, aber die Story blieb ungeschrieben bis heute: Fünf Jahrzehnte nach Rosemaries Tod rekonstruiert der Journalist Christian Steiger ihren Weg vom Kinderheim bis auf die Titelseiten. Mit Hilfe der originalen Ermittlungsakten und von Zeitzeugen beschreibt er ihr atemloses Leben, ihren gewaltsamen Tod und die seltsamen Ereignisse danach. Steiger ist seit seiner Jugend von dem Schicksal der Nitribitt fasziniert und hat im Laufe der Jahre unglaubliches Hintergrundmaterial und eine Vielzahl einmaliger Fotos zusammengetragen. Viele überraschende Details und unveröffentlichte Fotos machen Mief und Aufbruchstimmung der 50er-Jahre spürbar und zeigen, warum das Mädchen Rosemarie nicht nur wegen ihres prägnanten Nachnamens in Erinnerung bleiben musste.

Der Verlag über das Buch

Ihr Mörder wurde bis heute nicht gefunden und es scheint so, als wäre das kein Zufall gewesen. Rosemarie Nitribitt war in den 50er Jahren Deutschlands berühmteste Kurtisane. Auch VIP's des Wirtschaftswunder suchten ihre Nähe, und einem davon gelang es nach Rosemaries Tod sogar, einen Zeugen mit Geld zum Schweigen zu bringen. Die Frankfurter Polizei ermittelt mit Samthandschuhen, während die Ermordete zur Film- und Romanheldin aufstieg.

Ihr wahres Leben wäre das bessere Drehbuch gewesen, aber die Story blieb ungeschrieben. 50 Jahre nach Rosemarie Nitribitts Tod hat es der Journalist Christian Steiger rekonstruiert: Mit Hilfe der originalen Ermittlungsakten und von Zeitzeugen beschreibt er, wer Rosemarie Nitribitt wirklich war, woher sie kam, wie sie Freier und Freunde für sich einnahm, warum sie ihren frühen Tod vorausahnte, welche Fehler die Frankfurter Polizei machte und wie ihr Name zum Synonym für käufliche Lust wurde. Eine Vielzahl unbekannter Details und erstmals veröffentlichter Fotos machen Aufbruch und Ängstlichkeit der 50er Jahre spürbar.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fred
Format:Gebundene Ausgabe
Sehr faszinierendes Buch über die berühmteste Prostituierte Deutschlands. Das gerne verwendete" Edel"lasse ich weg,da Christian Steiger versucht, ein objektives Bild von der Rosemarie Nitribitt zu erstellen,was auch sehr gut gelungen ist. Fern von sämtlichen Verfilmungen,zeigt er das Leben von einer jungen Frau,die clever war und die Gunst der Stunde nutzte um reich zu werden.Der "Wirtschaftszweig" ist zwar nicht erstrebenswert,aber sie hatte eine Strategie entwickelt,die Erfolg hatte. Viele neue Aspekte im Buch zeigen den wirklichen Alltag mit den dazu gehörenden Problemen.Neue,noch nicht gezeigte Bilder zeigen das wahre Leben und leider auch den Tod, weit weg von diesem Mercedes-Vamp! Auch die Aufklärung ein Fiasko,was hier nochmal deutlich beleuchtet wird,es kommt fast der Eindruck auf,man wollte den Mord nicht aufklären.
Weiterhin trifft man viele neue Aspekte,die noch nicht in der Regenbogenpresse verwurstet wurden und das Buch sehr spannend machen. Tolles Buch!!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Darum merkte ich, dass nicht Besseres darin ist, denn fröhlich sein und gütlich tun im Leben."
(Prediger 2,12 Grabsteininschrift der Rosemarie N.)

Pünktlich zur Wiederkehr des 50. Todestages von Maria Rosalie Auguste, genannt Rosemarie, Nitribitt legt der Journalist Christian Steiger unter dem provokativen Untertitel "Autopsie eines deutschen Skandals" in fünf Kapiteln ein starkes Stück deutscher Nachkriegsgeschichte vor, das sich kumulierend in einem tragischen Einzelschicksal spiegelt. Die Kapitel "Ein Leben vor dem Tod" und "Fremde, Freunde, Freier" befassen sich vorwiegend mit psycho-sozialen Aspekten, die bereits von der heutigen Mitrezensentin hervorragend analysiert wurden. Während das letzte Kapitel "Rosi geht nach Hollywood" der filmischen und literarischen Vermarktung, sowie dem gesellschaftlichem Echo darauf gewidmet ist, bieten Kapitel III "Nebenspuren und andere Kleinigkeiten" und IV. "Hosen für den Staatsanwalt" eine Bestandsaufnahme aus dem noch vorhandenen Aktenkonvolut des Hessischen Hauptstaatsarchivs und verwahrter Asservaten.

Das Vorhandensein einer Tonbandaufnahme aus der Tatnacht (Seite 59) ist jedoch ein Gerücht, dass vermutlich aus dem 1958er Film "Das Mädchen Rosemarie" herrührt. Nach Felix Kubys Drehbuch hatte "Fräulein" Nitribitt neben Prostitution auch Wirtschaftsspionage und Erpressung als zweite Einnahmequelle betrieben.

Bei aller berechtigten Kritik an der polizeilichen Ermittlungsarbeit werden vom Autor jedoch einige Aspekte der damaligen Zeit nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Der Fall Nitribitt war einer der umfangreichsten Ermittlungsverfahren für die Frankfurter Polizei, die damals als kommunale Behörde über weitaus weniger Möglichkeiten und Mittel verfügte, als die heutige Hessische Landespolizei. So konnten Spurensicherung und -auswertung damals noch nicht auf eine DNA-Analyse (genetischer Fingerabdruck) zurückgreifen. Höchster Vorgesetzter der Polizei war der Oberbürgermeister der Stadt, was zu jener Zeit nicht unerhebliche politische und andere gesellschaftliche Auswirkungen hatte. Daneben musste zur Deckung der Kosten für die Ermittlungsgebühren und, um die Ermittlungen überhaupt abschließen zu können, ein Nachtragshaushalt beantragt werden. Ermittlungstechnische und -taktische Fehler, wie der damalige kurzfristige Austausch von Vernehmungsbeamten, gar des Ermittlungsgruppenleiters würde es heute sicherlich nicht mehr geben. Dass seinerzeit von

den zuerst am Tatort eingetroffen Streifenpolizisten (wegen des starken Verwesungsgeruchs und einer Temperatur von 30 Grad) die Fenster des Appartements aufgerissen wurden, war aus kriminalistischer Sicht in Hinblick auf die Bestimmung des Todeszeitpunktes ein nicht wieder gut zumachender, aus menschlicher Sicht jedoch, verständlicher Fehler.

Zu einer Zeit, in der Bundesbürger erst mit 21 Jahren ihre Volljährigkeit erreichten, Pornographie verboten und Homosexualität und Kuppelei noch unter Strafe gestellt waren,hatte der Mord an einer Prostituierten, die zudem noch "Prominente" zu ihrem Kundenkreis zählte, eine weitaus größere Dimension und Brisanz, als er heutzutage erlangen würde. Zeitspezifisch war auch der als voyeuristisches Spektakel ausgelöste Medienrummel, dessen Branche sich seit Hildegards Knefs Auftritt als hüllenlose "Sünderin" zuvor mit einer traurigen Kaiserin Soraya und Romy Schneiders Jungfräulichkeit behelfen musste.

Der Autor gibt Beispiele für die Erotomanie der damaligen Zeit, die sich in schlüpfrigen Zweideutigkeiten z. B. bei der Gerichtsverhandlung, einem vulgären Stammtischnachruf (S. 162) und anderen Medien offenbarte: "Na was denken Sie, ich bin nur die Putzfrau....." - "Macht ja nichts, was die kann, können sie auch..." und andere gerichtliche Zeugenaussagen werden vom Autor Steiger mit dem hessisch-mundartlichen Ausspruch "Was habbe mer gelacht" kommentiert (S. 154). In einer Zeit in der noch ein NS-Strafparagraph 175 "Unzucht zwischen Männern" galt,wird der aufgrund des rechtstaatlichen Prinzips "in dubio pro reo" freigesprochene, homosexuelle Angeklagte in der Illustrierten STERN in Bezug auf die Medienwirksamkeit seiner Aussagen als "warm aber kein heißes Eisen" verhöhnt.

1966 ereignete sich mit dem, bis heute ebenfalls nicht aufgeklärten Mord an der Prostituierten Helga Matura, ein weiteres Verbrechen, das über die Grenzen der Stadt Frankfurt bekannt wurde, jedoch im Vorfeld eines Oswald Kolle und der anrollenden Sexwelle nicht mehr die Bundesrepublikanisch-gesellschaftliche Bedeutung des "Fall Nitribitt" erlangen sollte.....

.....aber dennoch - entgegen des Pawlowschen Reflexes der Adenauer Ära "vorwärts und schnell vergessen" und der Devise der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "möge sich das Interesse verflüchtigen" (so der Autor auf Seite 158) - stets im Zusammenhang mit selbigem im Gedächtnis blieb und mit ihm zusammen in einer Vitrine des Frankfurter Kriminalmuseums Aufnahme fand.

Nach einem Quellen- und Literaturnachweis findet das mit zahlreichen Fotos und Abbildungen versehene Buch seine Abschluss in einer Danksagung an diejenigen Personen, die den Autor bei seiner Recherche begleiteten und unterstützten. Eine empfehlenswerte Darstellung von Zeitgeschichte. 5 Amazonsterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Scheinheilige Jahre 3. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Einen tiefgehenden Einblick in die Doppelmoral der 50er und 60er Jahre vermittelt dieses Buch über die "deutsche Marilyn Monroe", Rosemarie Nitribit. Kaum eine andere Biografie vermittelt einen derart umfassenden Eindruck in diese scheinheilgsten Jahre Deutschland während der Ademauer-Aera. Hervorragend ermittelt, spannend geschrieben. Das Buch ist lesenswert!
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