Robin McKinleys "Beauty" ist eines meiner Lieblingsbücher, dementsprechend freute ich mich sehr auf diese zweite Bearbeitung der "die Schöne und das Biest"-Geschichte - und wurde leider enttäuscht. Man kann McKinley zugute halten, dass sie tatsächlich eine völlig andere Version geschrieben hat, die sich nicht nur in der Handlung, sondern auch bezüglich der Stimmung von "Beauty" unterscheidet. Doch genau das war für mich auch das Problem: Während McKinley in "Beauty" eine gelungene Atmosphäre aus Magie, Realismus und etwas Ironie erzeugte, wirken die Handlung und die Figuren von "Rose Daughter" viel distanzierter und stilisierter (vgl. beispielsweise sprechende Namen wie Lionheart und Jeweltongue für ihre Schwestern und Mr. Horsewise für den Stallmeister). Vor allem zur Heldin Beauty konnte ich keinerlei Beziehung aufbauen. Sie bleibt den ganzen Roman über eine flache, uninteressante Figur (was dazu führte, dass ich eher am Schicksal ihrer Schwestern als an ihrem interessiert war...), und auch ihre (hier in nur 7 Tagen aufgebaute) Beziehung zum Biest ist nicht überzeugend. Die Handlung im Schloss des Biestes erschöpft sich in Beautys Gartentätigkeit (Rosen stutzen, Rosen aufbinden, Rosen wässern, Sorge, wie sie um Himmels willen an Kompost gelangen soll), und das den Roman durchziehende Rosenthema ist (zumindest für Leser die keine obsessiven Rosenliebhaber sind) sehr aufdringlich.
Fazit: Für Leser die "Beauty" nicht kennen, scheint "Rose Daughter" durchaus lohnend zu sein (vgl. diverse Rezensionen), alle anderen sollten sich auf eine potenzielle Enttäuschung gefasst machen.