Immos Geschichte ist eigentlich eine schöne Geschichte: Ein Jugendlicher findet sich und nach einigem Getingel in der Szene, umrandet von, leider mehr gewollt skurril wirkenden Gestalten, seinen Traumprinzen. Immo ist sympathisch, jung, blond und gutaussehend, sein bester Freund eine Protoschlampe, dazu eine Gothicgabi und eine Turbotranse. Die Zutaten stimmen. Aber die Story kommt nicht wirklich in Fahrt, die Szenerie wirkt artifiziell, da hilfts auch nichts, dass die Diskothek "Sucker" heißt oder dass Immo sich zwischendurch in einem Darkroom wiederfindet. Der Versuch, die Erzählnug durch SMS-Botschaften, Emails und Chatlogs avantgardistisch zu gestalten, ist genau das: ein Versuch. Nicht mehr. Die Figuren bleiben holzschnittartig, nicht, weil es ihnen an Details fehlt, sondern an Seele, an wirklicher Emotion. Die wird ihnen immer nur zugeschrieben, lebendig wird sie selten. Das Potential bleibt unausgeschöpft. Und so müssen die drei Sterne schon fast eine Rechtfertigung bekommen: Trotz allem ist die Geschichte gut zu lesen, macht streckenweise sogar Spass. Aber von einem fesselnden Leseerlebnis kann leider nicht die Rede sein. Schade.