Die andern Bücher von Amelie Fried fand ich zwar unterhaltend, aber ziemlich flach und oberflächlich, boy-meets-girl usw. Daher war ich von Rosannas Tochter angenehm überrascht: Verzwickte Familienverhältnisse, gefährdete Beziehung, unvorhergesehene Wendungen. Ein bisschen überzogen zwar der Altruismus von Nela (sie lässt ein Treffen mit der weltberühmten Schimpansen-Forscherin Jane Goodall platzen, um bei einer 14-jährigen (!!) Babysitting zu machen), andrerseits sieht man sie zutiefst menschlich in der Beziehung zu ihrem Kollegen Tom, somit ist sie doch keine Heilige!
Die einzelnen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet mit ihren Schwächen u. Stärken, ausserdem gibt es in der Handlung u. am Ende doch immer wieder Überraschungen, so dass es keinesfalls vorhersehbar ist. Sprachlich ist das Buch nichts Besonderes, die Menschen reden halt, wie ihnen zumute ist, ein paar hübsche Gedanken sind eingebracht, über die man doch ein wenig nachdenken kann.