Pressestimmen
01.04.2003 / Literaturen: Und dann hat es Klick gemacht "Eine engagierte Biografie."
03.04.2003 / Facts: Buchtipp "Rosalind Franklin ist die tragische Figur der DNA- Forschung. Der frühe Tod der Wissenschaftlerin und Hahnenkämpfe ihrer männlichen Kollegen brachten sie um den wohlverdienten Nobelpreis."
15.04.2003 / Die Welt: Rosalind Franklin "Rosalind Franklin ist allenfalls als Karikatur 'Rosy' in James Watsons Buch 'Die Doppelhelix' bekannt geworden. Brenda Maddox zeichnet ein vollkommen anderes Bild der begabten Kristallografin und stellt zudem den Menschen hinter Watsons 'dark lady' vor."
20.04.2003 / Neue Zürcher Zeitung: Späte Anerkennung "Bei Brenda Maddox lernt man die Wissenschaftlerin, aber auch die Frau Rosalind Franklin kennen."
20.04.2003 / NRZ am Sonntag: Die Ikone des Lebens "Eine wunderbare Biographie."
22.04.2003 / Berliner Zeitung: Unsere Dark Lady verlässt uns "Dass Rosalind Franklin den Nobelpreis verdient hätte, ist unzweifelhaft. Aber als Watson, Crick und Wilkins den Preis erhielten, war sie schon tot. Die nun vorliegende Biografie ist der Versuch, ihre Rolle zu würdigen."
23.04.2003 / Frankfurter Rundschau: Vergessene Forscherin "Maddox weist der Forscherin Rosalind Franklin nicht nur den ihr gebührenden Platz in der Wissenschaft zu, sondern entwirft auch ein differenziertes Charakterbild, das Franklin in ihrer ganzen menschlichen Breite erscheinen läßt. Dabei ist ein ebenso warmherziges wie persönliches und lesenswertes Porträt dieser in vielfacher Hinsicht unterschätzten Frau herausgekommen."
25.04.2003 / Frankfurter Rundschau: Am Anfang war der Reißverschluss "Hätten nicht Watson und Crick den Aufbau der DNA entschlüsselt, dann vermutlich jemand anderes - vielleicht Rosalind Franklin, wie Brenda Maddox in ihrer Biografie jener Frau darlegt, deren Erkenntnisse im Wissenschaftsgemurkel der Fünfziger kaum gewürdigt wurden."
25.04.2003 / Stuttgarter Zeitung: Hauch der Ungerechtigkeit "Wissenschaftliche Laboratorien, das erfährt der Leser in dem spannenden Buch, waren menschlich gesehen auch vor 50 Jahren schon Haifischbecken."
01.05.2003 / business bestseller: Wem gehört der Nobelpreis? "Brenda Maddox ist es gelungen, ein einfühlsames und eindrückliches Porträt einer starken Frauengestalt zu zeichnen, deren bedeutende Leistungen vollkommen zu Unrecht in den Hintergrund der Wissenschaftsgeschichte gedrängt worden sind."
08.05.2003 / changeX: "Rosy" und die Entdeckung der DNA "Eine spannende neue Sichtweise auf die berühmten Geschehnisse und das Porträt einer außergewöhnlichen Frau."
31.05.2003 / Nordbayerischer Kurier: Rosalind Franklin "Spannendes Porträt einer außergewöhnlichen Frau."
08.06.2003 / NRZ: Man sieht nur die im Lichte... "Eine glänzende Biographie."
3sat Kulturzeit, 26.03.03
Literaturen , 01.04.03
Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Die Doppelhelix ist bis heute unweigerlich mit den Namen Watson und Crick verbunden. Doch an ihrer Entdeckung war eine junge Frau maßgeblich beteiligt, die bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist: Rosalind Franklin. Pünktlich zum fünfzigsten Jahrestag der DNA-Entschlüsselung erscheint jetzt ihre Biografie.
Vor genau 50 Jahren entdeckten James D. Watson und Francis Crick die Doppelhelix-Struktur der DNA und gingen damit in die Wissenschaftsgeschichte ein. Ihre Entdeckung, für die sie 1962 den Nobelpreis erhielten, ebneten der Molekularbiologie, der Gentechnik und der Biotechnologie den Weg. In der Geschichtsschreibung gelten Watson und Crick unbestritten als die Entdecker der Doppelhelix. Doch dass die beiden Männer die DNA mitnichten allein entschlüsselt haben, sondern eine Biochemikerin namens Rosalind Franklin maßgeblichen Anteil daran hatte, findet allenfalls am Rande der Geschichtsbücher und Jubiläumsartikel Erwähnung.
Doch tatsächlich war es Rosalind Franklin, die die entscheidenden Daten und Röntgenaufnahmen lieferte, welche die Entdeckung der DNA-Struktur überhaupt erst möglich machte. Auch wenn dies inzwischen kaum noch jemand ernsthaft bezweifelt, hat sie von offizieller Seite nie Anerkennung dafür bekommen. Im Gegenteil: In Watsons berühmten Buch Die Doppelhelix von 1968 erfährt Franklin eine äußerst diffamierende Darstellung als »schreckliche Rosy«. Sie selbst konnte sich nicht mehr wehren sie starb bereits im Jahre 1958 an Krebs, genau vier Jahre vor der Verleihung des Nobelpreises an die männlichen DNA-Protagonisten.
Um Rosalind Franklin ranken sich nicht zuletzt angeregt durch die unglückliche Darstellung in Watsons Buch Gerüchte und Legenden, die teilweise Züge einer feministischen Mythologisierung annehmen. Doch diese Mythen werden ihr nicht gerecht, weder als Mensch, noch als Wissenschaftlerin. Ihr Leben war zu vielschichtig und zu komplex, als dass man sie auf eine feministische Ikone reduzieren könnte. Aber wer war diese ungewöhnliche Frau wirklich?
Die preisgekrönte Biografin Brenda Maddox rückt das Bild der Frau, die immer im Schatten ihrer männlichen Kollegen stand zurecht und zeigt sie als brillante, ehrgeizige und hochbegabte Wissenschaftlerin, die als Mensch nicht immer einfach war. Maddox nimmt die Leser mit auf eine faszinierende Reise in eine Zeit, in der eine jüdische Wissenschaftlerin gegen vielerlei Beschränkungen anzukämpfen hatte. Doch gerade in ihrem schwierigen Leben als Frau, als Jüdin und als Wissenschaftlerin zeigt sich ihre Größe.
Über den Autor
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Auszug aus Rosalind Franklin. von Brenda Maddox. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Es war allgemein bekannt, dass bei Konferenzen die offiziellen Sitzungen weniger hilfreich sind als die sozialen Kontakte. Beim Dinner, bei den Kaffeepausen, beim unvermeidlichen Ausflug ohne den, ähnlich wie ohne das Gruppenfoto, keine Konferenz komplett ist und abends an der Bar erzählen sich die Wissenschaftler, womit sie sich beschäftigen oder wie es der Mikrobiologe Francois Jacob vom Pasteur Institute ausdrückte, »zumindest das, was man durchsickern lassen und die Menschen glauben machen möchte, womit man sich beschäftigt«.10
Dennoch machte sich Rosalind seitenweise Notizen. Der herausragendste Chemiker der Zeit war dort: Linus Pauling vom California Institute of Technology, dessen Klassiker Die Natur der chemischen Bindung sie in Cambridge gelesen hatte. Erst in jenem Frühling hatte Pauling die Neuigkeit seiner triumphalen Entdeckung veröffentlicht: Die Alpha-Helix, die wichtigste regelmäßige Struktur bei Proteinen, ermöglicht ihren inneren Ketten, sich um Ecken herumzuwinden.
Pauling hatte seine Idee zunächst in einem Vortrag in Caltech vorgestellt, wo er, um die Spannung aufzubauen, bis ganz zum Schluss wartete, bis er ein Konstrukt aus bunten Plastikbällen, die mit Draht zu einer gewundenen Spirale verbunden waren, enthüllte. Dies, verkündete er, sei die Gestalt der Alpha-Helix. Die Neuigkeit war niederschmetternd für Lawrence Bragg, der inzwischen Direktor des Cavendish geworden war. Pauling war seit 23 Jahren sein wichtigster Rivale (teilweise wegen Braggs Verdacht, dass seine eigenen Ideen zur chemischen Bindung verändert und als Paulings Ideen weitergegeben wurden). Jetzt hatte Pauling die Struktur eines der Grundbausteine der Proteine gelöst ein Problem, das man am Cavendish auch im Blick gehabt hatte. Bragg dachte niedergeschlagen darüber nach, was er später den »größten Fehler seiner wissenschaftlichen Laufbahn« nennen sollte.11 Auf jeden Fall, so Francis Crick, der nun am Cavendish Laboratorium an Proteinen arbeitete und Zeuge des traurigen Anblicks wurde, »lagen Helices in der Luft«.12 Ebenso in der Luft schwirrten Anzeichen dafür, dass in der Nachkriegswissenschaft ein harter Konkurrenzkampf herrschte.
Paulings Aufsatz, gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Corey verfasst, war zwei Monate vor dem Treffen in Stockholm in der April- und Mai-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht worden. Auf der Konferenz beschrieb er seine Entdeckung zum ersten Mal vor einem internationalen Publikum.
Ein weiterer Sprecher war der hoch gelobte Bernal vom Birkbeck College. Als einer der Ersten, der die Methoden der Röntgenstrahlbeugung auf große Moleküle wie Proteine anwandte, brachte er die Sprache mit deutlichem Bezug zu Pauling auf die verschiedenen Herangehensweisen, die Molekularstruktur herauszuarbeiten: spekulative, deduktive und induktive. Welche davon auch verfolgt wurde und er machte keinerlei Andeutung, welche er für die Beste hielt , müsse die so entstandene Vermutung müsse durch Röntgenanalyse geprüft werden. Das Wichtigste sei, erklärte Bernal, die Beweise und die Annahmen zu überprüfen und sich dann zu fragen: »Haben wir die Lösung gefunden? Oder eine Lösung?«13 Rosalind nahm sich dieses Gebot zu Herzen. Sie schrieb es auf und unterstrich es mehrfach: »die Lösung oder eine Lösung«.