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Zuerst der ausgedehnte Auftritt im WDR-Studio L vom 6. Oktober 1976. Ein kleines Publikum kommt in den Genuss von 142 Minuten Clubatmosphäre. Die ersten 6 Songs spielt Rory solo, dann kommt seine Band hinzu. Sehr stimmungsvoll und bluesig. Nicht nur zeitlich, auch musikalisch kommt dieser Mitschnitt der "Irish Tour 1974" am nächsten. Längere Kamerastudien von Gallaghers Fingerarbeit auf dem Griffbrett sind für manchen Hobby-Gitarrero interessant. Der auf der Hülle versehentlich zweimal angegebene "Pistol Slapper Blues" wird übrigens nur einmal gespielt.
Beim Konzert der ersten Rockpalast-Nacht 1977 kann man im damaligen Feeling schwelgen. 85 Minuten, komplett mit Anmoderation, Eurovisionslogo und den Kommentaren von Albrecht Metzger und Hendrik Bussiek. Auch die nur im Rundfunk gesendeten ersten drei Titel mit eigener Begrüßung sind dabei. Ein wenig nervig ist, dass durch die Einblendungen, Ansagen usw. von Titel 1, 3 und 4 kostbare Minuten mit Rory verloren gehen. Aber so war damals die Übertragung, und wenn andere Aufzeichnungen nicht mehr vorhanden sind, können wir froh sein, wenigstens diese zu haben. Immerhin sind die Kapitel so markiert, dass man - sobald Track 3 unterbrochen wird - mit Track 4 auf die Stelle direkt hinter den Ansagen springt. Ansonsten braucht man zu dem genialen Konzert nicht viel zu sagen. Genießen Sie es lieber, wie es auch das Publikum getan hat. Dazu empfehle ich ein - ahem - irisches Bier.
Der dritte Auftritt, 1979 in Wiesbaden entstanden, ist mit 35 Minuten eher kurz. Dafür machen die jetzt nur noch drei Musiker (Gitarre, Bass, Schlagzeug), teils begleitet vom schottischen Sänger Frankie Miller, richtig Dampf. Sie spielen hammerharten Blues zum Abhotten wie auf dem Livealbum "Stage Struck".
Die technische Qualität ist angesichts des Alters von über 25 Jahren passabel. Bild und Ton sind weitgehend gut, doch einige Defekte auf den Original-Magnetbändern machen sich hin und wieder bemerkbar. Auch die Tonspur scheint an einer Stelle etwas gelitten zu haben. Gelegentlich wandern Interferenzmuster über das Bild, wie man sie auch von den Rockpalast-Fernsehübertragungen kennt. Aber das stört nicht wirklich und wir können nachsichtig sein.
Jedenfalls darf man das Rockpalast-Team beglückwünschen, solche Schätze aus dem Archiv endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben (parallel dazu Rockpalast-Auftritte von Thin Lizzy, Roger Chapman, Southside Johnny und Huey Lewis). Hoffentlich folgen noch viele DVDs in dieser Reihe.
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