..., aber wenn sie so ist, wie auf dieser CD, dann ist das sehr, sehr gut! Jetzt muss man natürlich sagen, dass zwei Mitmusiker von Herrn Abou-Khalil gar keine Araber sind, sondern US-Amerikaner: Zum einen der Bassist Glen Moore, zum anderen der Percussionist (und Rahmentrommel-Spezialist) Glen Velez. Und streng gesehen sind Violine und Kontrabass auch keine traditionellen arabischen Instrumente. Trotzdem, das, was diese sechs Musiker da 1990 in Köln aufgenommen haben, klingt für mich die ganzen 67min lang kein bisschen nach Jazz (was bei anderen, späteren Aufnahmen von Rabih Abou-Khalil durchaus der Fall ist und mich, ehrlich gesagt, manchmal auch etwas nervt), sondern halt nach arabischer Musik. Wie schon gesagt, ich habe keine Ahnung, was jetzt musiktheoretisch "arabisch" ist und was nicht. Aber wenn das Ganze so gut gemacht ist und dabei noch so abgeht, wie auf dieser CD, ist mir das auch wurscht.
Also, die Fakten: Insgesamt neun Stücke, wobei acht Kompositionen von Rabih Abou-Khalil sind. Das neunte, "Caravan", ist ein Duke Ellington-Stück (ich hab das mal als Easy Listening-Version gehört, das nervt dann schon ein bisschen), passt sich hier aber nahtlos ein. Die Musiker: Selim Kusur - Nay (eine Flöte), Yassin El-Achek - Violine, Glen Moore - Bass, Glen Velez - Rahmentrommeln, Mohammad Al-Sous - Darbuka (eine Trommel) und natürlich Rabih Abou-Khalil - Oud (eine Kurzhalslaute aus dem Nahen Osten bzw. dem Mittelmeerraum, die übrigens als Vorläufer der abendländischen Laute gilt). Produziert hat alles Rabih Abou-Khalil selbst. Das Zusammenspiel der Musiker ist wirklich phänomenal, das ganze Teil ist wirklich wie aus einem Guss.
Mein Lieblingsstück ist "Outlook", die Percussion und der Bass lassen einen da schon zum Kopfnicker und Fußwipper werden.
Empfehlung: Besorgen und - vor allem - HÖREN!