Das zweite Album der Senkrechtstarterin Stefanie Heinzmann steht nun also endlich in den Läden!
Nun, mit dem ersten Album ist dieses wohl kaum zu vergleichen - allein schon in puncto Aufnahmedauer.
Während Masterplan binnen weniger Wochen fertig produziert sein musste, wurde an Roots To Grow über mehrere Monate gearbeitet. Und ja, es ist erfreulich, man hört es!
In allen Bereichen ist Stefanies Musik gewachsen. Kompositionen sind komplexer geworden - die Larifarizeit der ständigen Wiederholung eines musikalischen Motivs, innerhalb eines Tracks ist passé.
Die instrumentale Begleitung ist von wesentlich höherer Qualität! Hat man bei Masterplan noch stets darum getrauert, dass die Heavytones nicht auch die Albumaufnahmen begleitet haben, besteht in diesem Werk kein Anlass mehr dazu. Die Band spielt jetzt mit einem satteren, frecheren Sound. Mit mehr Bass und Bläsern. Und als würde einen die Musik so schon nicht mitreißen, kommt dann noch Stefanies herangewachsene Stimme dazu.
Ihrem Stil im Grunde treu geblieben, singt sie dennoch wesentlich punktierter, sowohl in den tiefen, als auch (oder besonders) in den hohen Tönen. Diese wurden im Debütalbum teils eher über Schreien erzwungen, nun resultieren sie aus technischer Brillanz. Balladen gleichen nicht länger piepsigem Gehauche, sondern werden gefühlvoll und klar vorgetragen.
So entsteht durch diese drei sehr starken Verbesserungen - Komposition, Instrumental, Gesang - eine rundum äußerst gelungene Produktion. Die Lieder ziehen auf Anhieb in ihren Bann. Sie sind schneller, tanzbarer, aufmunternder und (für Hörer, die Musik gerne im Hintergrund zu diversen Aufgaben abspielen) motivierender.
Die Standardversion des Albums kann ich getrost mit 5/5 Sternen bewerten, bei der Deluxeversion muss ich jedoch leider einen Stern für das recht schlechte Bonusmaterial abziehen. Ein zwanzigminütiger Film über die Roots To Grow-Produktion - leider völlig nutzlos. Der Film gewährt weniger Ausblick auf den Produktionsprozess des Albums, als dass er viel mehr für das Album wirbt. Paradox, sieht man den Film doch erst, wenn man das Album ohnehin schon gekauft hat; wieso also die Werbung? Die Slideshow ist ganz nett, aber auch nicht mehr. Und das Musikvideo, nunja... erfordert ohne Deluxeversion lediglich einen Besuch beim Videoportal Ihres Vertrauens.
Zwei Bonustracks überzeugen durchaus, können jedoch nicht verhindern, dass ich aufgrund des restlichen, missglückten Materials besagten Stern abziehen muss, daher für die Deluxe-Version 4/5 Sternen!
Roots To Grow wird seinen Höhern sicherlich viel Freude bereiten - auch (oder gerade) denjenigen, denen das Debütalbum eher minder gefallen hat.