Einst hörte ich auf dem britischen BfBS einen Song, der herausstach aus dem gecasteten Einheitsbrei: eine markante Stimme, groovende handgemachte Musik wie ich sie aus meiner Zeit in den Staaten kannte. Ich horchte sofort auf und bekam raus, dass es John Mayer wär. Als dann auf WDR2 ein Livemitschnitt lief, stand für mich fest, dass ich a) das Album haben will und b) mir ein Konzert in der Nähe direkt mal anschauen würde. Beides ist geschehen und ich habe nichts bereut: die CD ist eine Sammlung von großartigen Liedern, vom allseits bekannten "Your body is a wonderland" über das selbstironische "My stupid mouth", das nachdenkliche "St. Patrick's Day" bis hin zum groovigen "Neon" - John Mayer beschreibt Situationen, wie wir sie alle kennen, aber so treffsicher in Wort und Musik, dass es eine Wohltat ist. Und sein Gitarrenspiel ist wirklich nicht zu verachten. Dabei hat er aber ein gutes Ohr für eingängige Grooves. Es ist eine meiner Lieblings-CDs.
Einige werden natürlich sagen, dass er eine Collegekid-Welt besingt und an den großen Stevie Ray Vaughan (sein Vorbild, was man auch hört!) nie ranreichen wird. Aber ich meine, dass seine Texte nicht hochtrabend wie Grönemeyer sind, aber auch nicht so platitüdenhaft wie Anastacia. Und wer ihn live gesehen hat, weiß, dass er auch keine Kopie von Vaughan sein will, sondern ganz eigenständig ein klasse Act ist! Wenn er mal in der Gegend ist: hingehen! In den Staaten kriegt man ihn nur noch in Stadien zu Gesicht!