Die meisten Bands streben nach einer gewissen Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit. Die texanische Indie-/Folkrockband "Shearwater" kann diese zweifelsohne für sich beanspruchen.
Zu den "Markenzeichen" von Shearwater gehört zum einen die mitunter unglaubliche Melancholie in den Songs und zum anderen die hohe, faszinierende Stimme von Jonathan Meiburg, die kongenial zu den Songs passt.
Wie auch die Vorgänger ist "Rook" nicht durchgängig gut, kann aber mit einigen hervorragenden Songs bzw. mit Songs aufwarten, die klasse Momente haben. So zum Beispiel der Opener "On the Death of the Waters", der sehr ruhig und unscheinbar beginnt, bei dem aber nach eineinhalb Minuten die Instrumente unvermittelt losbrettern, als gäbe es kein Halten mehr.
Das Besondere an den hervorragenden Songs ist neben starken Melodien die nicht immer ganz gewöhnliche, liebevolle Instrumentierung. So sorgt die prägnante Trompete bei "Rook" (Track 2) und "The Snow Leopard" (Track 9) für Gänsehaut. Bei "Leviathan, Bound" (Track 3) ist es neben Streichern ein zartes Glockenspiel, bei "Home Life" (Track 4) eine dezente Klarinette, die u.a. die Klasse der Songs ausmachen.
Dass es - meines Erachtens - letztendlich "nur" für eine Vier-Sterne-Bewertung reicht, liegt an Songs wie "I Was a Cloud" (Track 7) und "South Col" (Track 8), die ohne Tempo und ohne Tempowechsel auch nach mehrmaligem Hören unscheinbar bleiben.