In Michael Manns Thriller "Insider" und dem dazugehörigen Soundtrack bin ich zum ersten Mal mit der Musik Gustavo Santaolallas ("Iguazu") in Berührung gekommen, einer Musik, die die allumfassende Hektik des Lebens zu entthronen vermag, wenn man ihr nur den Raum dazu läßt. In Verbindung mit den Bildern des Filmes erzeugt diese Musik einen fast unmöglich erscheinenden Ruhepol. Doch kann das auch "Ronroco" als Gesamt(kunst)werk? Das Instrumentarium beschränkt sich weitestgehend auf Gitarren (oder -ähnliche Zupf-/Saiteninstrumente) und (Holz-)Blasinstrumente - keine Synthesizer/Keyboards, keine Drums oder Percussions - alles rein akustisch. Und so klingt das Ganze dann auch: Die 41-Minuten-CD beginnt für das geneigte und Kommerz-Pop-geschundene Ohr recht seltsam mit "Way Up", das beim ersten Hören eher wie reines "Geklimpere" anmutet und erst nach dem Einhören in das Werk gewisse Akkordverläufe deutlich werden lässt. Gleiches gilt für Track 3. Die anderen Lieder wirken wie ein kultureller Mix aus fernöstlichen, spanischen und sogar traditionell erzgebirgischen (!, ähnlich der Zithermusik) Elementen. Das Ergebnis ist (zumeist) harmonische, melodiöse und streckenweise sogar meditative Musik fernab kommerzieller und populärmusikalischer Klischees; Musik, die den Hörer nicht anschreit, sondern ihm zuflüstert, sich zurückzulehnen und der Welt einfach ihren Lauf zu lassen. Ergo: Sehr passende Musik, um in Erinnerungen zu schwelgen oder den Regentropfen auf dem Fensterbrett beim Tanzen zuzusehen.