Im Gegensatz zu Paul Carells (oder Karl Schmidt, wie er sich noch zu seiner Zeit als Pressechef im NS-Außenministerium nannte) von Landserromantik und verklärendem Revisionismus durchsetztem Buch "Die Wüstenfüchse" zeichnet Herr Kühn hier ein Bild des afrikanischen Kriegsschauplatzes, das eben nicht durch die völlige Abwesenheit von Fakten glänzt. Im Gegenteil: Akribisch genau - und für den normalen Leser meist viel zu detailverliebt - werden Einheitenbezeichnungen und Kommandeuersgeschichte jedes noch so kleinen Truppenteils aufgezeigt.
Das führt häufig zu sehr ermüdenden Passagen, die keine Relevanz für das Gesamtbild haben. Auf der anderen Seite eignet sich das Buch daher recht gut als Referenz über die verschiedenen Einheiten.
Sicherlich nicht das beste Buch, wenn man sich einen Überblick über den Gesamtverlauf des Afrikafeldzugs verschaffen will, aber für den bereits Informierten eine Detaillierung, die hilfreich sein kann.
Allen anderen empfehle ich "Mythos Rommel", das sämtliche Erkenntnisse zusammenfasst und ein sehr ausgewogenes, differenziertes Bild zeichnet und sich dabei in der Mitte zwischen "des Führers General" und dem Über-General und -Menschen bewegt.