Mir fällt es etwas schwer, dieses Buch einheitlich zu bewerten. Auf der einen Seite ist es stilistisch wirklich interessant, weil z.B. Monologe aus Theaterstücken und Gedichte eingefügt werden. Auf der anderen Seite bleibt der Stil oft etwas hölzern. Inhaltlich gilt Ähnliches. Die Geschichte ist in einem dauernden auf und ab von Gefühlsschwankungen eingeklemmt. Manchmal wirken die Szenen etwas abgehackt, die Entwicklungen scheinen zu sprunghaft. Vielleicht fehlt mir die authentische Erinnerung an meine eigene Pubertät, die sich im Stil widerzuspiegeln scheint. Manchmal schüttelt man einfach den Kopf, wenn man sieht, wie sich die behinderte Paula bewusst ausschließt, wie sie sich Freude verbietet, wie wenig sie sich zutraut. Und dann verhält sie sich oft so, dass sie in ihrem Selbstbild wieder bestätigt wird. Trotz allem hat mir die Geschichte gut gefallen. Der Gegensatz zwischen Paula und ihrer Schwester, zwischen Behinderung und Nichtbehinderung ist schön dargestellt. Letztlich haben beide dieselben Träume und Probleme. Die Familie erinnert an andere verrückte Familien, die Martina Dierks kreiert hat. Es ist aber sicher nicht das beste Buch von der Autorin.