Wenn man dieses phantastische Ballett beschreiben soll, weiß man nie, wo man anfangen soll. Zum einen haldelt es sich um das Ballett, mit der wohl schönsten Musik überhaupt, welches das Stück schon mal anhörendswert macht und, laut einiger Tänzer zu deren Lieblingsstück. (<- Dieses kann in einigen Biographien nachgelesen werden.) Im übrigen ist es auch das Lieblingsstück von zwei Stars der Paris Opera: Manuel Legris, der hier als Romeo auftritt und seiner Lieblingspartnerin, Monique Loudieres. (Das Wort "Lieblingspartnerin" ist extra genannt, denn während beide miteinander tanzen, merkt man keinen physischen und emotionalen Abstand der beiden.)
Die Choreographie dieses Balletts stammt von Rodulf Nureyev. Da ich inzwischen bereits sechs verschiedene Versionen des Balletts gesehen haben, kann ich vergleichen und sagen, dass dieses "Romeo und Julia" mit Abstand die interessantes Choreographie hat. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist mit äußester Zärtlichkeit aufgezeigt. In der "Balkonszene" gibt es zwar keinen Balkon, sondern nur einen Garten, aber das macht diese Szene tänzerisch besser und auch sanfter. Der "Bedroom pas de deux" ist zweifellos die leidenschaftlichste, romantischste Szene. Die Schlußszene ist der Höhepunkt der dargestellten Liebe: Beide plazieren den Gegenstand, mit dem sie Suizid begehen, in den Händen des anderen.
Dieses Ballett ist auf der einen Seite selten zärtlich und romantisch, aber auch gleichzeitig witzig (Mercutio, getanzt von Lionel Delanoè) und auch kühl (Tybalt, getanzt von einem anderen Star der Pariser Oper, Charles Jude). Das Julia's Verlobter Paris dann auch noch von Josè Martinez, Goldmedaillien Gewinner in Varna, getanzt wird, rundet das Starenseble ab.
Ein Ballett,welches jede Tanzfan gesehen haben sollte!