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Da haben sich mal schnell zwei Tüftler zusammengetan, etwas von den Western und Prachtfilmen der sechziger Jahre inspirieren lasssen und dann rutscht ihnen gleich ein Album für die großen Salons und für die Ewigkeit raus. Peng!
Aber langsam! Erst mal eins nach dem anderen. Schnell und rausgerutscht ist da gar nix. Ganze fünf Jahre haben Daniele Luppi und Brian Burton alias Danger Mouse an dem Ding rumgeschraubt und herausgekommen sind gerade mal 35 Minuten Musik. Der dabei unweigerlich aufkommende Verdacht, hier kann es sich nur um ein völlig überfrachtetes, sperriges, selbstverliebtes unzugängliches Kunstprodukt handeln, ist erfreulicherweise völlig unbegründet. Das Ding ist ein prächtiges Schmachtstück und klingt dennoch erstaunlich leicht. Der viele Aufwand ist der Musik nicht anzuhören, und das heißt es sind echte Könner am Werk.
Der römische Filmmusikkomponist Luppi und der begehrte New Yorker Produzent Burton, der unter anderem auch schon für die Gorillaz ihr Album Demon Days produzierte, oder der die nicht singende Hälfte von Gnarls Barkely war, kennen sich bereits von der gemeinsamen Arbeit unter anderem eben für Gnarls Barkely, wo Luppi die Streicher komponierte.
Nun haben sich die beiden seit 2006 in Rom - der Name des Albums war wohl am schnellsten fertig - in den Studios eingemietet, in denen einst Ennio Morricone die legendären Klangkulissen der Spaghettiwestern schuf. Gemeinsam mit Musikern aus Morricones damaligem Orchester und Instrumenten aus dieser Zeit wurde das Album auf Bandmaschinen ebenfalls von damals aufgenommen.
Was fehlte waren nun nur noch zwei Sänger, die von den Instrumentalstücken regelrecht umgarnt werden würden. Und auch hier ist die Auswahl durchaus als gelungen anzusehen. Jack White drängt sich als kongenialer Teilnehmer des Projektes geradezu auf. Seine Texte und sein krächzender Sirenengesang geben den Songs auch wirklich die passende unvergleichliche Extranote.
Was die beiden dann schließlich noch aus sage und schreibe Norah Jones herausholen, das ist fast sensationell. Was auch immer sie dem Joneschen in den Tee gegeben haben, es war das richtige. Die Dame ist nicht wiederzuerkennen, sie swingt nahezu und sprüht fast vor Fröhlichkeit - also für ihre Verhältnisse. Aber genau das gibt die richtige entspannt samtig und elegant aus der Ewigkeit anmutende Note für die weiblichen Songs des Albums.
Was irgendwie trotz allem Aufwand nicht perfekt gelang, ist, den Klang der guten alten Geräte auf die CD zu bekommen. Außer dem relativ starken Grundrauschen erinnert wenig an die gute alte Röhrenzeit. Hier und da weniger Kompression, besonders beim Gesang und ein wenig mehr Selbstvertrauen in die eigens so gelobte Aufnahmetechnik, hätte beim Abmischen nicht geschadet. Gerade beim Lauthören, zu dem das Album eigentlich einladen würde, sind damit Grenzen gesetzt. Schade.
Aber nichtsdestotrotz, ein Album so spannend wie die Filme, die zu ihm inspirierten. Allerdings auch keineswegs ein Morricone BestOfAbklatsch. Sondern eher eine herrlich schwülstige sechziger Jahre Reminiszenz die irgendwo zwischen Morricone und Bacharach schwingt. Ein Album, das an die Enkel weitergegeben werden will (wenn auch nicht als audiophile Referenz). Jetzt schon oder auch erst in 20-30 Jahren. Großartig.