Rome - Total War ist für mich eine große, überaus positive Überraschung gewesen. Wäre es ein Buch könnte man sagen ich hätte es regelrecht verschlungen. Taktisch anspruchsvoll, herausfordernd, aber niemals unfair. Die Gegner agieren clever, sowohl auf dem Schlachtfeld wie auch in ihrer Gesamtstrategie, sind jedoch auch alle zu schlagen. Der Wirtschaftspart ist gut umgesetzt und ergibt gemeinsam mit den Diplomatie-Elementen eine optimale Ergänzung zu den kriegsstrategischen Aspekten, auf denen am Ende natürlich der Hauptfokus des Gameplays liegt.
Ob man sich bei der Eroberung neuer Regionen und der Verteidigung des bereits besetzten Territoriums auf den taktischen Bereich beschränkt (und es dem Computer überlässt die einzelnen Kämpfe auszufechten) oder ob man in der Schlacht die Steuerung der Einheiten selbst übernimmt, das kann man bei jedem Aufeinandertreffen mit gegnerischen Truppen selbst entscheiden (wie z.B. seinerzeit schon bei Battle-Isle). Sich selbst an den Gefechten zu beteiligen, seine einzelnen Einheiten zu befehligen und in den Kampf zu führen macht Spaß, bringt Schwung, Abwechslung und ein angenehmes Maß an Action ins Spiel, doch wenn es in einer Runde mal zuviele Schlachten sind, ist es auch sehr angenehm, das eine oder andere Scharmützel einfach automatisch ausfechten zu lassen.
Wer diplomatisch geschickt agiert, sich zur richtigen Zeit die richtigen Völker und Stämme zum Freund macht, wer seine Wirtschaft ausgewogen wachsen lässt, sein Volk bei Laune hält und zugleich mit einer schlagkräftigen Armee kontinuierlich neue Territorien hinzugewinnt, derjenige wird schon bald ein angesehener Feldherr sein, den Volk und Senat unterstützen - und der mit diesem Spiel einfach nur Spaß hat.
Ich kann Rome Total War einfach nur empfehlen, ja das Spiel bietet keine 2011er HighEnd-Grafik, aber es macht Spaß, es fordert den Spieler heraus, es bietet richtig langen Spielspaß, hat einen hohen Widerspielwert und ist sein Geld aus meiner Sicht in jedem Fall wert. Für mich ist das Spiel definitiv ein Geheimtipp.