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VINE-PRODUKTTESTERam 2. November 2007
Schon bei der Lektüre der ersten Seiten wird deutlich, dass der vorliegende Band an die Arbeiten zum Schiller-Band Safranskis anknüpft. Wieder setzt die Darstellung bei Herders Seereise an und berichtet von deren Eindruck auf die Klassiker. Auch wird abermals Schillers maßgeblicher Einfluss auf die Romantiker, vor allem durch seine Briefe zur ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechts, herausgearbeitet. Dann aber erarbeitet Safranski die Grundlagen für das Verständnis der Romantiker in sehr eigenständiger Weise, die im Ergebnis den hohen Rang des Schiller-Bandes erreicht.

Ich würde mich selbst als interessierten, keinesfalls aber umfassend orientierten Leser bezeichnen, der Werke wie Eichendorffs Ahnung und Gegenwart, Arnims, Die Kronwächter usw. kennt. Mir hat das vorliegende Werk, völlig neue Dimensionen für das Verständnis dieser Dichtergeneration eröffnet. Großartig etwa, wie Safranski erst den Einfluss der Französischen Revolution auf das Wirklichkeitsverständnis dieser Generation aufweist und im weiteren Verlauf der Darstellung zeigt, wie der Verlauf der Ereignisse, insbesondere die Usurpation Napoleons und die Schlacht von Jena und Auerstädt, das Verständnis der Romantiker prägen und ihm eine immer stärker nationalstaatliche und katholisch-konfessionelle Betrachtungsweise geben. Die Darstellung der Lehre Fichtes und ihr Einfluss auf so unterschiedliche Charaktere wie Hölderlin und Novalis, hat mir die "Hymnen an die Nacht" viel näher gebracht und auch so manche Hölderlinsche "Verzückung". Unter dem Eindruck der "Einbildungskraft" i.S. Fichtes versteht man das serapiontische Prinzip bei Hoffmann usw.

Alle großen Romantiker (und selbst Kleist) kommen in prägnanten Charakter- und Werkportraits vor, bei denen die Stärke der Darstellung darin liegt, dass sie der Autor in den großen Kontext einer Weltepoche stellt und Mut zur eigenen kritischen Wertung auf hohen Niveau hat. Ich persönlich hätte mir gerne noch etwas zu von Arnim gewünscht, dessen körperliche Reizwirkung auf Frauen hier vielleicht etwas zu stark im Verhältnis zu seinem Werk betont wird. Aber solche Desiderate bleiben immer.

Fazit: Das Buch ist streckenweise fordernd, weil in verdichteter Form die Ideenwelt einer Epoche und deren immanente Veränderungen vor dem Leser ausgebreitet wird. Geschickt wird dabei die Darstellung durch Dichter- und Werkportraits gelockert, bei denen der Autor das anekdotenhafte, aber stets gesicherte Material zur Auflockerung einsetzt. Der Nutzen für den Leser liegt in einer Fülle von Anregen (in meinem Fall: die Werke Tiecks, Phantasus, Sternbald, William Lovell). Der zweite Teil des Werkes zeigt dann überaus packend, wie die Ideen der Romantiker als "das Romantische" das Denken fast bis auf den heutigen Tag bestimmen. Zru Lektüre unbedingt empfohlen!
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am 22. Juni 2008
"Die Romantik als Epoche ist vergangen, das Romantische als Geisteshaltung aber ist geblieben."
Rüdiger Safranski nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die deutsche Geschichte.
Diese beginnt im ersten Teil seines Buches, in dem die Epoche der Romantik beschrieben, erklärt und analysiert wird. Ausgangspunkt ist die Seereise von Herder, kurz vor der Französischen Revolution.
Der Autor legt dar, welchen Einfluss diese Revolution hatte und warum es den menschlichen Geist in phantastische Gefilde verschlagen hat und aus welchem Grund gerade das Mittelalter und die Antike verklärt und idealisiert wurde. Die Philosophien von Kant, Fichte, Schlegel, Hölderlin und vielen mehr werden hier beleuchtet und in ihrem wechselseitigen Entwicklungsprozess dargelegt.
Im zweiten Teil seines Buches beschäftigt sich der Autor mit dem Romantischen an sicht. Die literarische Epoche, wie sie in Literaturgeschichten zu finden ist, ist vorbei, doch ihr Geist ergreift weiterhin die Gedanken der Menschen. Sehr schön wird beschrieben, wie sich dieser Geist immer wieder behaupten muss - egal wie groß der aufklärerische Druck auch war und noch heute ist.
Doch wird dieses Romantische von Safranski auf keine Weise verklärt. Er lässt auch die Kritiker der jeweiligen Zeit zu Wort kommen. Er ist mehr ein Moderator, der die Diskussion zwischen Realisten und Romantikern leitet und dafür sorgt, dass jeder seine Meinung äußern kann.
Stellenweise ist Safranskis Sprache etwas zu metaphorisch, was das Verständnis nicht gerade vereinfacht. Dennoch lohnt sich die Lektüre diese Buches alle mal. Erfährt der Leser doch wo und wie der romantische Geist Einfluss auf die verschiedensten Personen und Ereignisse unserer Geschichte genommen hat.
Abschließend wird sehr schön deutlich, dass der Mensch weder rein romantisch, noch rein politisch-rational sein Leben meistern kann, sondern dass ein gesundes Gleichgewicht gefunden werden muss.
Der Geist der Romanik war, ist und wird immer Bestandteil des menschlichen Lebens sein.
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am 5. November 2007
Wenn dieses Buch tatsaechlich so oft gelesen wird, wie es gekauft wird (und es scheint ja gut verkauft zu werden), dann freue ich mich ehrlich.
Endlich mal ein Bestseller, der nicht kommerziell ist, nicht gefaellig, nicht vereinfacht,... dies hier ist einfach nur ein ganz tolles, gebildetes, kluges, lebendiges Buch.
Safranski teilt sein Buch in zwei Teile. Im ersten geht es um die historisch-literarische Epoche der Romantik (etwa von 1789-1825). Hier erzaehlt Safranski uns von Novalis, der die Romantik definierte als eine Lebenshaltung, die dem Gewoehnlichen wieder die Ehre des Ungewoehnlichen und Geheimnisvollen zurueckgibt. Er erzaehlt von Fichtes "Ich" und von Tieck, der mit seinem Heidelberger Franz Sternbald die Literaturszene begeisterte. Er erzaehlt von Hoelderlin, der durchaus auch Romantiker war, weil er die Griechen verherrlichte und in ihnen die Wurzel des Abendlandes sah - eine Verherrlichung und Ueberhoehung der Vergangenheit; andere Romantiker sollten sich sonst verstaerkt dem deutschen Mittelalter zuwenden. Safranski erzaehlt von den Kreisen in Jena und Heidelberg und in Berlin. Erzaehlt, wie die Klassiker aus Weimar sich gegen eine romantische Stroemung wehrten, die ihnen zu frei, zu ungezuegelt, zu schweifend daherkam.
Dann lesen wir, wie die grossen Romantiker (Hegel, Novalis,...) sich in spaeten Jahren der christlichen Religion zuwandten und doch ein Fundament fuer ihre Emotionen brauchen, wobei ihnen das selbstgeschaffene Fundament aus Mythen doch nicht reichte.
Eine ganz wunderbare Uebersicht ueber die Romantik, ihre historischen Rahmenereignisse und die Menschen, die sie praegten. Ich sehe Novalis am Grab seiner Geliebten, ringend um Fassung, mit der Seele ihr ins Totenreich folgend. Ich sehe den jungen Eichendorff in seinem Studierzimmer bei Kerzenlicht und knirschender Kaelte, ich sehe den Kreis in Heidelberg, der nach einer neuen Intensitaet suchte,... so anschaulich und lebendig habe ich diese Zeitspanne nie sonst empfunden.

Im zweiten Teil des Buches verbindet Safranski uns die Zeit der historischen Romantik mit dem Heute ueber verschiedene Etappen: Wir lernen, Wagner und Nietzsche, Schopenhauer und die Weltkriege, die 60er Jahre und die Politik bis heute noch einmal darauf hin zu betrachten, inwiefern sie sich aus den Wurzeln der deutschen Romantik erklaeren und verstehen laesst.
Safranski bleibt dabei der These gegenueber kritisch, dass die Romantik gefaehrlich gewesen sei fuer das Volk, dass sie gar die Nazizeit herbeigefuehrt haette. Dennoch formuliert er sie und gibt uns Einblick in aktuelle Debatten.
In diesem zweiten Teil lernen wir verstehen, inwiefern Wagner der romantischen Epoche folgte (er brachte einen eigenen, neuen Mythos auf die Buehne, der das Volk einen sollte) und inwiefern auch er in der Tradition jener blieb, die sich zuletzt wieder dem Christentum zuwandten (was ihn von Nietzsche entzweite). Wir lernen verstehen, dass Romantik bedeutete, dem Neutralen eine Tiefe, eine Bedeutung zu geben, und in welcher Weise diese Faehigkeit ausgenutzt werden konnte. Wir sehen Heidegger und Hitler mit anderen Augen (ohne sie pauschal zu verdammen, Safranski ist klug und kritisch und kann - was nur wenige vermoegen - sachlich differenziert diskutieren).

Romantik - eine deutsche Affaire. Das ist es, ein herrliches Buch ueber die deutsche Literaturgeschichte und ihre Wirkung. Absolut lesenswert.
Gegliedert ist jeder der beiden Buchteile in Aufsaetze, die man durchaus auch einzeln lesen kann, das Buch laesst sich aber ebenso an einem Stueck als Einheit lesen (so habe ich es gemacht).
Absolut lesenswert, exzellent, eine grosse Bereicherung fuer unsere Gegenwartsliteratur.
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TOP 500 REZENSENTam 19. April 2013
Wer möchte nicht gerne Romantiker sein? Wer möchte nicht gerne die engen Grenzen der Vernunft übersteigen und in seliger Selbstergriffenheit mit der Geliebten, dem Volk, der Musik oder der Kunst so intensiv verschmelzen, dass kein Blatt Papier mehr zwischen seine edlen Gefühle und der Weltseele passt?
Sie auch?
Dann ist das vorliegende Buch nichts für Sie, denn es handelt zwar von der Romantik aber gesehen und analysiert mit den Mitteln eines glasklaren Verstandes. Darin liegt seine Stärke- eine richtige Schwäche hat es übrigens nicht.
Stark ist es, weil es die "Romantik als Epoche" und das "Romantische" als Lebensgefühl in ihrer geschichtlichen Gewordenheit plastisch herausarbeitet - und zwar so gründlich, dass allein der erste Teil als komplette Monografie über die Romantik als Literaturepoche gelesen werden kann. Herder, Fichte, Schelling, Friedrich Schlegel, Tieck, Novalis, Hölderlin Schleiermacher, Kleist, Eichendorff, Brentano, Achim von Arnim, E.T.A. Hoffmann und viele andere mehr haben nacheinander ihre derart zitatengespickten Auftritte, dass einem fast der Scheitel qualmt. Germanistikstudenten, die sich mit diesem Buch auf ihre (thematisch natürlich wie immer vorab eingegrenzte) Zwischenprüfung vorbereiten, brauchen vor keinem Prof mehr zu zittern.
Noch stärker aber ist das Buch im zweiten Teil, den ich gerne dem germanistischen Hauptstudium zuordnen würde. Denn im zweiten Teil entfaltet Safranski eine Art Geistesgeschichte der Romantik als geschichtswirksames Lebensgefühl in seinen verschiedenen epochalen Ausprägungen von Heine bis zur Gegenwart. Zunächst konstatiert Safranski einen Sprung von der Poesie in die Praxis, denn nach der Erkundung neuer Erfahrungs-und Poesieräume durch die eigentlichen Romantiker radikalisierte sich bei den nachfolgenden Denkern in der Konfrontation mit dem Ungenügen der gesellschaftlicher Zustände und der allgemeinen Entzauberung der Welt zu einem anspruchsvollen, um nicht zu sagen: größenwahnsinnigen Projekt. Worin bestand dieses Projekt: die kraftlos gewordenen gesellschaftlichen Werte und die nachlassende Bindekraft der Religion werden durch eine neuen Mythos ersetzt, der mit den Mitteln der Kunst (insbesondere der Musik) begründet wird. Wagner lässt grüßen. Leitbild dieses neuen Mythos ist der starke und schöne Mensch in seiner ästhetischen Selbstentfaltung - auch und gerade dann, wenn die Apologeten dieses Menschheitsprojektes mitunter mickrige Knacker sind.
Nach dem ersten Weltkriege entsteht nach Safranksi eine regelrechte Sehnsucht nach der Neuverzauberung der Welt, (vor der Max Weber 1919 so eindringlich warnte) Diese Sehnsucht nach der Neuverzauberung der Welt, die sich der Nationalsozialismus zunutze zu machen wusste, hat der Theologe Paul Tillich in seiner Kritik der "Politischen Romantik" als einen Taschenspielertrick bezeichnet, der sich anheischig macht, "vom Sohn her die Mutter und den Vater zu erfinden". Andere Kritiker, die Safranski ausführlich zu Wort kommen lässt (Voegelin, Berlin u.a.) werfen der politischen Romantik rückblickend auf die NS-Zeit vor, das Leben zuerst gedanklich zu ästhetisieren (damit die Destruktion aller Werte eigentlich zu vollenden) und dann - im Umformungs- und Neuschöpfungswillen - praktisch zu vergewaltigen, weil die Menschen eben keine Kunstmaterialien sind.
Am Ende dieser hier nur anskizzierten und hochinteressant vorgestellten Problemgeschichte wartet dann allerdings ein etwas dünnes Fazit auf den Leser: Romantik, so Safranski, ist als Lebensgefühl ein legitimer Teil unserer Wirklichkeit, man hüte sich aber davor, sie ohne den Willen zum Kompromiss in die Politik einzuführen. Dagegen kann an natürlich nichts sagen, das hat man aber auch schon vorher gewusst.
Alles in allem eine beeindruckende Abhandlung, die ihren Reiz im vorwiegend Detail entfaltet. Auch für den, der das meiste schon wusste, ist die Zusammenschau mit Gewinn zu lesen. Umso bedauerlicher, dass Safranski sich um so mehr zurückhält, je mehr sich das Buch der Gegenwart nähert. Ich hätte zum Beispiel gerne etwas mehr über die Romantik der 68er gelesen, und noch mehr hätte mich interessiert, mit welchen Traditionen der deutschen Geschichte die technikfeindliche Ökobeweung verbunden ist. Weitgehend unthematisiert bleibt auch, dass die Sehnsucht nach Neuverzauberung der Welt in der Gegenwart ja keinesfalls verschwunden ist sondern atomistische Formen angenommen hat, die durch Unterhaltungsindustrie und Massenmedien "befriedigt" werden. Und last not least nervt mich ein wenig, dass die kenntnisreiche Auswahl der Zitate, mit denen man auf jeder Intellektuellenfete punkten könnte, ohne Quellennachweise präsentiert wird.
Aber das sind natürlich alles nur Quisquilien, und es bleibt zu hoffen, dass der Meister möglicherweise diese offenen Problemhorizonte in der Gegenwart in seinem nächsten Buch durchleuchtet. Einen Arbeitstitel hätte ich schon: "Romanik. Eine deutsche Malaise".
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am 21. Dezember 2009
Als Romantik bezeichnet man die kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein reichte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte.

Neugierig geworden durch das ausgesprochen kenntnisreiche Schillerbuch, habe ich auch dieses Sachbuch als Hörbuch erworben. Rüdiger Safranski ist wahrlich kein Unbekannter in der Literaturszene. Sein Ruf als Biograph ist umfassend. Ob Rüdiger Safranski auch der ideale Vorleser seines eigenen Werkes ist, darüber habe ich bereits im ersteren Hörbuch berichtet. Mich stören Sprachfehler (Sigmatismen) schon. Mancher Autor wäre besser beraten, einen professionellen und ausgebildeten Sprecher vortragen zu lassen.

Auf fünf CDs und 330 Minuten erfährt der Hörer trotz der gegenüber der Buchversion gekürzten Hörbuchfassung viel Neues über diesen Inbegriff deutschen Geistes. Wir lernen Autoren und Philosophen wie Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schlegel und viele andere kennen.

Das Werk hat zwei Teile. Im ersten wird die Epoche der Romantik vermessen, im zweiten ihre Nachwirkung analysiert und jene Geisteshaltung des "Romantischen" beschrieben, deren Spur bis in die jüngste Gegenwart reicht. Denn Safranski geht es nicht allein um die Epoche der Romantik, sondern auch um das Romantische als deutsche Geisteshaltung an sich. Und anders als in der klassischen Definition lebt die Romantik für Safranski bis heute in Autoren wie Wagner, Nietzsche und Thomas Mann, Heidegger, ja, bis zur 68er Revolte in Deutschland fort.

Kein Wunder, dass eine solche Spannbreite Leser und Autor überfordern kann, auch wenn Safranski sich auf die deutsche Romantik - und hier im Wesentlichen auf die Literatur - beschränkt. Die Begeisterung des Autors überträgt sich oft auf den Leser / Hörer, eben weil Safranski es versteht, seine philosophischen Betrachtungsweisen mit überlieferten Anekdoten zu würzen.

Viel Neues kann der Leser / Hörer erfahren, wenn Safranski sich mit seinem großen Wissen über Autoren wie Hölderlin, Novalis, Kleist oder Heine auslässt (besonders die beiden Letzteren erscheinen mir nun in einem neuen, nicht durchweg angenehmen Licht).

Safranski stellt uns die Romantik vor allem als Antwort auf die Entzauberungen der Moderne vor. "Der romantische Geist ist vielgestaltig, musikalisch, versuchend und versucherisch, er liebt die Ferne der Zukunft und der Vergangenheit, die Überraschungen im Alltäglichen, die Extreme, das Unbewusste, den Traum, den Wahnsinn, die Labyrinthe der Reflexion. Der romantische Geist bleibt sich nicht gleich, ist verwandelnd und widersprüchlich, sehnsüchtig und zynisch, ins Unverständliche vernarrt und volkstümlich, ironisch und schwärmerisch, selbstverliebt und gesellig, formbewusst und formauflösend."

Fazit: Die Meriten Safranskis bestehen darin, dass er auch dieses (Hör-) Buch weniger für das philologische Fachpublikum geschrieben hat, sondern für all jene, die sich für dieses Thema interessieren. Ob Buch oder CD, wir erhalten etwas Seltenes: Spannend erzählte deutsche Geistesgeschichte.
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am 3. Januar 2009
Die Romantik ist eines der faszinierendsten und zugleich umstrittensten Zeitalter deutscher Kultur- und Ideengeschichte. Rüdiger Safranski leuchtet diese nur kurz währende, aber immer noch abstrahlende Epoche wortschön und trotz aller Komplexität klar verständlich aus - sein Stil gefällt, macht Lust, weiter zu lesen.

Nicht immer folgt er der allgemein vorgegebenen Zeitlinie, so setzt Safranski den Urknall der Romantik an jenem 17. März 1769 an, als J.G. Herder von Riga in See sticht, um die Welt besser kennen zu lernen. Über ein Jahrhundert später wird Nietzsche "Auf die Schiffe, ihr Philosophen!" fordern. Safranskis Stärke ist es, dass er auch außerhalb der romantischen Kernepoche romantisches Gedankengut aufstöbert und in Zusammenhang setzt. So wird das Zustandekommen wie das Fortwähren dieses 'Zeitgeistes' spürbar.

Um die Wende zum 19. Jahrhundert formulierten Geistesgrößen wie Friedrich Schlegel die Leitlinien der Romantik: Es ging gegen die Tyrannei der Vernunft, den unverdünnten Rationalismus, den Materialismus mit seiner strikten Alltagsfokussierung. "Anfang aller Poesie ist es, die Gesetze der Vernunft durch die Verwirrung der Fantasie zu ersetzen", brachte es Schlegel auf den Punkt. Das Denken wurde zum Divinieren, das Unbegreifliche als lebendige Kraft empfunden. Die Romantik war die "Fortführung der Religion mit ästhetischen Mitteln", schlussfolgert Safranski. Treff- und Angelpunkt der Romantiker war Jena.

Novalis formulierte das Credo in wenigen Sätzen: "Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Aussehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, romantisiere ich es." Es ging darum, das Prinzip der Nützlichkeit durch die Fantasie zu ersetzen, es ging um bewusst überhöhte Darstellung statt um detailgetreue Nachahmung; das Leben sollte mit Liebe, Magie, Poesie durchflutet werden. Im Symbol der "blauen Blume" oder durch Novalis' obsessive Hingabe an seine geliebte Sophie von Kühn sind Beispiele dafür gesetzt. Romantisieren hieß, das Leben qualitativ potenzieren.

1806-08 entwickelte sich in Heidelberg im Zuge des Widerstands gegen Napoleon mit Görres, Brentano und von Arnim ein Dreigestirn, das den Schwerpunkt vom Individualistisch-Schwärmerischen mehr in Richtung Verklärung der deutschen Geschichte verlegte. Und die einstigen Vordenker Novalis und Schlegel wandten sich immer mehr dem Katholizismus zu. Mitte der 1820er war die Romantik als Avantgarde bereits Geschichte, sie wurde verbürgerlicht. Jahrzehnte später keimte sie mit Eichendorffs Schlachtruf "Krieg den Philistern!" und E.T.A. Hoffmann nochmals kurz auf. Der Kampf gegen das Spießbürgertum wurde fortgeführt.

Rüdiger Safranski spannt den Bogen danach weiter zu Richard Wagners Musik und Nietzsches Philosophie, die auf ihre Weise ebenfalls romantische Züge beinhalten. Vor allem Nietzsche, der von der "Geburt des freien Geistes" und vom "Übermenschen" spricht - beides verstanden als Loslösung von Alltag und Masse - führt den Kerngedanken der frühen Romantik fort. Das chaotisch-ekstatisch-schöpferisch Dionysische tritt bei ihm immer wieder in Gegensatz zum ordnend-besonnen-rationalen Apollinischen.

Was im Buch gut herauskommt: die Nazi-Ideologie hat - trotz einschlägiger kommunistischer Traktate darüber - nichts mit dem Geist der Romantik zu tun. Werte wie Individualismus, Fantasie, Transzendenz oder Liebe waren im Dritten Reich verpönt. Goebbels' "stählerne Romantik" ist nichts als eine Verherrlichung der Technik, der Herstellung von Massenvernichtungswaffen. Und Hitlers Vorstellung vom "Volksgeist" stand für Eugenik und Rassismus.

Rüdiger Safranski erklärt, warum die Romantik gerade auf deutschem Boden entstand, warum es eine "deutsche Affäre" war. Was dadurch leider zu kurz kommt, sind Ausflüge in andere Kulturkreise. Lord Byron oder Percy B. Shelley fehlen. Ebenso Edgar Allan Poe, dessen stark ästhetisierendes Werk (z.B. die Poesie um moribunde Frauen) die dunkle Kehrseite von Novalis' Schaffen sein könnte. Da hätten ein, zwei zusätzliche Kapitel gut getan.

In Summe ist "Romantik. Eine deutsche Affäre" ein hervorragendes Bestimmungsbuch zum Finden und Beschnuppern der "blauen Blume", ein geschichts- und ideenträchtiger Leitfaden gegen das Spießertum.
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Man stelle sich folgende Situation vor: Ein fünfzehnjähriger Junge steht an einem kalten Herbstabend zitternd und völlig durchnässt an einer Straßenecke neben einer Laterne und hat doch einen Ausdruck vollkommener Glückseligkeit auf seinem Gesicht. Hierbei handelt es sich um Ludwig Tieck, der sich fast den Tod holte, als er nicht von Shakespeares Meisterwerk Hamlet loslassen konnte (vgl. 90f.). Durch den verinnerlichten Dänenprinzen bis ins Mark erschüttert, wurde Tieck einer der Hauptvertreter der Romantik und ist heute vor allem durch seine gelungenen Übersetzungen von Shakespeares Dramen bekannt. Doch wer waren die Romantiker, was zeichnete sie aus und welche Auswirkungen hatte das Romantische auf die Geschichte unseres Landes? Das sind die Fragen, mit denen sich Rüdiger Safranski in seinem Buch "Romantik - Eine deutsche Affäre" auseinandersetzt.

"Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es" (13), lautet die klassische Definition des Romantischen von Novalis. Safranski behandelt im ersten Teil seiner Darstellung die Epoche der Romantik, die sich relativ genau von der Mitte der 1790er bis zur Mitte der 1820er Jahre eingrenzen lässt. Mitte der 1790er Jahre zieht es Friedrich Hölderlin und Novalis nach Jena, fasziniert von den Lehren des Philosophen Fichte. Dieser stellte das Individuum mit seinem "dynamische[n], weltbegreifende[n], weltschaffende[n]" Ich ins Zentrum seiner Philosophie. Das subjektiv-individuelle Erleben der eigenen Person war es, was die Romantiker ins Zentrum ihrer Weltanschauung stellten: "Der Mensch lebt in Möglichkeiten. Wirklichkeit konstituiert sich in einem Horizont von Möglichkeiten" (73) fasst Safranski zusammen. Eine ganz wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Kunst sowie die Literatur, anhand derer die Erhabenheit des Erlebten vermittelt werden sollte: "Die Romantiker haben die Literatur, also das Imaginäre, zeitweilig zu ihrem hauptsächlichen Lebensinhalt gemacht. Sie wollten aber keine Tagträumer sein und nicht nur im Luftreich des Traumes ihre Eroberungen machen. Das Leben selbst wollten sie verändern, beginennd bei sich selbst, dann sollten die Freunde, das Lesepublikum und schließlich die ganze gebildete Nation ergriffen werden" (133). Man gedachte, Deutschland im romantischen Sinne zu revolutionieren. Sich am Ästhetischen zu berauschen, die Intensität der Eindrücke als obersten Maßstab zu nehmen, das nahm auch durchaus makabre Züge an. So als E.T.A. Hoffmann, einer der letzten Romantiker, "während der Befreiungskriege ein Schlachtfeld bei Dresden, mit dem Weinglas in der Hand [betrat]. Die Ästhetik des Schreckens als Reaktion auf das Grauen" (222).

Im noch gelungeneren zweiten Teil untersucht Safranski die Auswirkungen des Romantischen vom Vormärz bis zur 68er-Bewegung. Dabei stellt er Kontinuitätslinien her, die den Leser durchaus überraschen: Marx, Nietzsche, Hitler, alles Kinder der Romantik! Karl Marx lag es daran, "nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren" (247f.). Mit seiner Kritik an den bestehenden Produktionsverhältnissen und der Entzauberung des Metaphysischen wolle Marx nichts anderes als "die Fortsetzung der Romantik mit wahren Mitteln" (248), so Safranski.

Und selbst Nietzsche, der den Tod Gottes, das Ende aller metaphysisch legitimierten Werte proklamierte, stehe in der romantischen Tradition. Der Übermensch, ein Mensch, der alle hergeleiteten Werte ablehnt und sich selbst seine Lebensmaximen schafft, sei doch schließlich auch nur ein Romantiker, der jeden Augenblick lebt, "dass er dir ohne Grauen wiederkehren kann! Du sollst zu jedem Augenblick sagen können: Noch einmal!" (299) Daher stehe auch Nietzsche, der wohl größte deutsche Philosoph, sowie seine Konzepte des Übermenschen und der ewigen Wiederkehr, in einer romantischen Tradition.

Und was ist schließlich mit dem unseligen Gefreiten aus Braunau am Inn? Wie viel Romantisches findet sich in Hitler und der nationalsozialistischen Ideologie? "Erinnert man sich der bewundernswerten Genies der romantischen Epoche, die ihre Welten geschaffen und der Wirklichkeit selbstbewusst entgegengesetzt haben, so sträubt sich alles dagegen, eine Figur wie Hitler in einem Atemzug mit dieser romantischen Tradition zu nennen. Und doch kann man nicht umhin, in Hitler diese fatale Verbindung von Weltfremdheit und weltstürzendem Furor am Werke zu sehen" (366). Und in der Tat, ruft man sich nochmals die Definition von Novalis ins Gedächtnis, so erscheint es wirklich so, als hätten die Nazis sich romantisiert, indem sie ihrer regressiven Ideologie einen höheren Sinn gegeben haben.

Fazit: War die Romantik vielleicht sogar eine Vorbedingung zum viel diskutierten deutschen Sonderweg? Gibt es eine direkte Verbindungslinie vom Hamletfan Novalis zu Hitler und Auschwitz? Die Anhänger der Sonderwegsthese werden Safranskis Werk mit besonderem Interesse lesen. Aber keine Sorge! Das Buch ist exzellent geschrieben und bietet ein kurzzeitiges Lesevergnügen, so dass auch alle anderen auf ihre Kosten kommen werden.
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am 25. Mai 2008
Wer die Bestseller-Listen verfolgt, kennt Rüdiger Safranski. Mit seinen Büchern über Nietzsche und Schiller demonstrierte er zuletzt einem breiten Publikum, wie spannend und unterhaltsam Geistesgeschichte sein kann. Während er sich in seinem Schiller-Buch mit der Epoche des Idealismus auseinander setzte, so tut er es in seinem neuesten Sachbuch-Bestseller mit der Romantik. Er schildert die Romantik bewusst als eine deutsche Eigenart. Obwohl sie auch auf andere Länder Auswirkungen hatte, so war sie dennoch die einzige Epoche, die ihren Ursprung in Deutschland hatte.

In der ersten Hälfte des mehr als 400 Seiten starken Werks geht es um die Epoche der Romantik. Safranski stellt die wichtigsten Vertreter vor, erklärt dabei ausführlich und trotzdem auch für den philosophisch-kulturellen Laien leicht nachvollziehbar die theoretischen Ideen Schlegels, den Subjektivismus Fichtes, die Religionsphilosophie Schleiermachers, selbstverständlich aber auch Novalis, Tieck, Hölderlin, Hoffmann und Eichendorff, die in keiner Gesamtdarstellung fehlen dürfen.
Doch im zweiten Teil geht Safranski über die Epoche hinaus und erklärt die Folgen des romantischen Geistes für die deutsche Kulturgeschichte, darunter Hegels Weltgeist, Wagners Musikdramen, Thomas Mann, Stefan George, bis hin zum eminent Politischen. Bereits aus Schillers berühmter These aus seinen Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen" lässt sich eine für das Selbstverständnis der ersten Romantiker wesentliche Annahme herleiten: "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt", d. h. in einer Gesellschaft, in der der Mensch durch eine Ökonomisierung und Rationalisierung aller Bereiche seines Lebens keine Möglichkeiten mehr zur Entfaltung seiner ihm eigenen künstlerischen und phantasievollen Anlagen hat, verkümmert er und lebt einen wichtigen Aspekt seines Lebens nicht. Dieser Gedanke beeinflusste deswegen die romantische Generation, weil gerade diese eine Gegenbewegung zu dem oft geradlinigen, kühlen, gefühlsarmen Vernunftoptimismus der Aufklärung darstellte und mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen, Unsagbaren, Unaussprechbaren - die sinnbildliche blaue Blume - den Gefühlen wieder eine Aufwertung zuteil werden ließ. Wie sehr Schillers These ausartete, zeigt schon Novalis' Forderung der "Poetisierung" des Gewöhnlichen und Alltäglichen, also die konsequente Mystifizierung. Hieraus entsteht wiederum der Gedanke, der über die abgegrenzte Epoche der Romantik hinaus in Deutschland Hochkonjunktur hatte: die Verzerrung der Realität durch eine "Verzauberung durch den Irrealis". Und genau diese Verzauberung ist dann, wenn sie nach der Politik greift, extrem gefährlich, denn sowohl der Nationalsozialismus als auch die Achtundsechziger tragen, ohne hingegen einzig darauf zu basieren, romantische Züge, darunter die Meinung, Politik müsse dem Dionysischen mehr Spielraum einräumen.
Dennoch ist die Romantik nicht zu verdammen, im Gegenteil: "[P]olitische Vernunft und Realitätssinn ist zu wenig zum leben. Sie ist der Mehrwert, der Überschuß an schöner Weltfremdheit, der Überfluß an Bedeutsamkeit" (S. 393).

Natürlich lässt sich die Romantik in allen ihren Aspekten unmöglich auf 400 Seiten darstellen, doch hätte Safranski dies getan und beispielweise noch die gesamte Entwicklung der romantischen Kunst und Musik innerhalb und außerhalb Deutschlands beschrieben, oder das Romantische am Expressionismus und der aktuellen Jugendkultur zu hinterfragen versucht, wäre er möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen, den präzisen Gedanken der Romantik als den Gedanken einer deutschen Affäre auszuführen. Um einen Überblick über die Geistesgeschichte der vergangenen zweihundert Jahre zu bekommen, ist dieses Buch dennoch uneingeschränkt zu empfehlen, da es sich gerade gegen die Tendenz aus der Zeitgeschichte herausgerissener Einzelbetrachtungen wendet, sondern stets den Überblick behält, Rückbezüge zu vorausgegangen Kapiteln herstellt und auch kritisch beurteilt.
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am 30. Mai 2010
Romantik, in der Tat eine deutsche Affäre, wie der Untertitel lautet und wie Safranski sowohl stilistisch als auch inhaltlich brillant darstellt. Die Lektüre dieses Buches ist keine leichte Kost aber dafür eine echte Delikatesse. Viele Sätze muss man zweimal lesenl, um sie so richtig zu genießen und zu verstehen. Die Romantik sei eine Fortsetzung der Religion mit ästhetischen Mitteln, lautet eine der ebenso geschliffenen wie zutreffenden Formulierungen. Und wie die Religion fehlt es ihr an Bodenhaftung, schwebt der Kopf des Romantikers iin den Wolken. Nur dass er dort nicht mehr in erster Linie Gott entdeckt sondern das eigene Ich.
Zum einen war die Romantik eine Abkehr von einer zunehmend als mechanistisch empfundenen Welt, zum anderen die Resignation vor der Situation in Deutschland, das nach dem Aufruhr der Französischen Revolution und den Napoleonischen Wirren wieder in der Restauration erstarrte und dessen Potentaten sich von ihren Bürgern jegliche politische Einmischung verbaten, notfalls mit Waffengewalt.
Wenn sich aber die Romantik oder besser gesagt, das Romantische, dennoch in die Politik schleicht, wird's gefährlich, macht Safranski unmissverständlich klar. "Das Romantische liebt die Extreme, eine vernünftige Politik aber den Kompromiss."
Nichts ist fataler, als wenn man Träume mit Gewalt in die Realität umsetzen will. Das Ergebnis sind ganz und gar unromantische Alpträume. Die Herren Heidegger und Benn, die den Aufstieg der Nationalsozialisten zu Beginn völlig falsch einschätzten und als Neuanfang begrüßten, könnten Lieder davon singen.
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am 17. August 2009
Das Buch von Rüdiger Safranski ist eine meisterliche Beschreibung der Romantik und darüber hinaus eine ebenso meisterliche Darstellung, wie sich die Romantik und die Romantiker im Weltgeschehen eingliedern und wiederfinden. Die einzelnen Vertreter abhendelnd führt Safranski atmeberaubend durch die Romantik und eben auch durch das gesamte relevante Zeitgeschehen.(Ohne unangenehm weitschweifig zu werden!!!) Darüber hinaus ist jeder Satz ein Schatz voller Informationen, obgleich man immer sagen kann, dass das Buch auch etwas für den Laien ist, aber interessiert muss er sein.
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