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Romantik: Eine deutsche Affäre [Taschenbuch]

Rüdiger Safranski
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2. September 2009
Die Romantik ist eine der zentralen Bewegungen der Geistesgeschichte, besonders der deutschen. Rüdiger Safranski zeichnet ihre Geschichte in seinem hochgelobten Buch nach, analysiert ihre Bedeutung, erzählt von Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schleiermacher oder Dorothea Veit, und zeigt, wie die Romantik auch heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Wird oft zusammen gekauft

Romantik: Eine deutsche Affäre + Wieviel Wahrheit braucht der Mensch ?: Über das Denkbare und das Lebbare: Über das Denkbare und das Lebbare. (Philosophie)
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"..als Ergänzung zur gedruckten Ausgabe kann sie nur wärmstens empfohlen werden." (Esslinger Zeitung ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
79 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Schon bei der Lektüre der ersten Seiten wird deutlich, dass der vorliegende Band an die Arbeiten zum Schiller-Band Safranskis anknüpft. Wieder setzt die Darstellung bei Herders Seereise an und berichtet von deren Eindruck auf die Klassiker. Auch wird abermals Schillers maßgeblicher Einfluss auf die Romantiker, vor allem durch seine Briefe zur ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechts, herausgearbeitet. Dann aber erarbeitet Safranski die Grundlagen für das Verständnis der Romantiker in sehr eigenständiger Weise, die im Ergebnis den hohen Rang des Schiller-Bandes erreicht.

Ich würde mich selbst als interessierten, keinesfalls aber umfassend orientierten Leser bezeichnen, der Werke wie Eichendorffs Ahnung und Gegenwart, Arnims, Die Kronwächter usw. kennt. Mir hat das vorliegende Werk, völlig neue Dimensionen für das Verständnis dieser Dichtergeneration eröffnet. Großartig etwa, wie Safranski erst den Einfluss der Französischen Revolution auf das Wirklichkeitsverständnis dieser Generation aufweist und im weiteren Verlauf der Darstellung zeigt, wie der Verlauf der Ereignisse, insbesondere die Usurpation Napoleons und die Schlacht von Jena und Auerstädt, das Verständnis der Romantiker prägen und ihm eine immer stärker nationalstaatliche und katholisch-konfessionelle Betrachtungsweise geben. Die Darstellung der Lehre Fichtes und ihr Einfluss auf so unterschiedliche Charaktere wie Hölderlin und Novalis, hat mir die "Hymnen an die Nacht" viel näher gebracht und auch so manche Hölderlinsche "Verzückung". Unter dem Eindruck der "Einbildungskraft" i.S. Fichtes versteht man das serapiontische Prinzip bei Hoffmann usw.

Alle großen Romantiker (und selbst Kleist) kommen in prägnanten Charakter- und Werkportraits vor, bei denen die Stärke der Darstellung darin liegt, dass sie der Autor in den großen Kontext einer Weltepoche stellt und Mut zur eigenen kritischen Wertung auf hohen Niveau hat. Ich persönlich hätte mir gerne noch etwas zu von Arnim gewünscht, dessen körperliche Reizwirkung auf Frauen hier vielleicht etwas zu stark im Verhältnis zu seinem Werk betont wird. Aber solche Desiderate bleiben immer.

Fazit: Das Buch ist streckenweise fordernd, weil in verdichteter Form die Ideenwelt einer Epoche und deren immanente Veränderungen vor dem Leser ausgebreitet wird. Geschickt wird dabei die Darstellung durch Dichter- und Werkportraits gelockert, bei denen der Autor das anekdotenhafte, aber stets gesicherte Material zur Auflockerung einsetzt. Der Nutzen für den Leser liegt in einer Fülle von Anregen (in meinem Fall: die Werke Tiecks, Phantasus, Sternbald, William Lovell). Der zweite Teil des Werkes zeigt dann überaus packend, wie die Ideen der Romantiker als "das Romantische" das Denken fast bis auf den heutigen Tag bestimmen. Zru Lektüre unbedingt empfohlen!
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50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnet 5. November 2007
Von Dichtung&Kritik TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn dieses Buch tatsaechlich so oft gelesen wird, wie es gekauft wird (und es scheint ja gut verkauft zu werden), dann freue ich mich ehrlich.
Endlich mal ein Bestseller, der nicht kommerziell ist, nicht gefaellig, nicht vereinfacht,... dies hier ist einfach nur ein ganz tolles, gebildetes, kluges, lebendiges Buch.
Safranski teilt sein Buch in zwei Teile. Im ersten geht es um die historisch-literarische Epoche der Romantik (etwa von 1789-1825). Hier erzaehlt Safranski uns von Novalis, der die Romantik definierte als eine Lebenshaltung, die dem Gewoehnlichen wieder die Ehre des Ungewoehnlichen und Geheimnisvollen zurueckgibt. Er erzaehlt von Fichtes "Ich" und von Tieck, der mit seinem Heidelberger Franz Sternbald die Literaturszene begeisterte. Er erzaehlt von Hoelderlin, der durchaus auch Romantiker war, weil er die Griechen verherrlichte und in ihnen die Wurzel des Abendlandes sah - eine Verherrlichung und Ueberhoehung der Vergangenheit; andere Romantiker sollten sich sonst verstaerkt dem deutschen Mittelalter zuwenden. Safranski erzaehlt von den Kreisen in Jena und Heidelberg und in Berlin. Erzaehlt, wie die Klassiker aus Weimar sich gegen eine romantische Stroemung wehrten, die ihnen zu frei, zu ungezuegelt, zu schweifend daherkam.
Dann lesen wir, wie die grossen Romantiker (Hegel, Novalis,...) sich in spaeten Jahren der christlichen Religion zuwandten und doch ein Fundament fuer ihre Emotionen brauchen, wobei ihnen das selbstgeschaffene Fundament aus Mythen doch nicht reichte.
Eine ganz wunderbare Uebersicht ueber die Romantik, ihre historischen Rahmenereignisse und die Menschen, die sie praegten. Ich sehe Novalis am Grab seiner Geliebten, ringend um Fassung, mit der Seele ihr ins Totenreich folgend. Ich sehe den jungen Eichendorff in seinem Studierzimmer bei Kerzenlicht und knirschender Kaelte, ich sehe den Kreis in Heidelberg, der nach einer neuen Intensitaet suchte,... so anschaulich und lebendig habe ich diese Zeitspanne nie sonst empfunden.

Im zweiten Teil des Buches verbindet Safranski uns die Zeit der historischen Romantik mit dem Heute ueber verschiedene Etappen: Wir lernen, Wagner und Nietzsche, Schopenhauer und die Weltkriege, die 60er Jahre und die Politik bis heute noch einmal darauf hin zu betrachten, inwiefern sie sich aus den Wurzeln der deutschen Romantik erklaeren und verstehen laesst.
Safranski bleibt dabei der These gegenueber kritisch, dass die Romantik gefaehrlich gewesen sei fuer das Volk, dass sie gar die Nazizeit herbeigefuehrt haette. Dennoch formuliert er sie und gibt uns Einblick in aktuelle Debatten.
In diesem zweiten Teil lernen wir verstehen, inwiefern Wagner der romantischen Epoche folgte (er brachte einen eigenen, neuen Mythos auf die Buehne, der das Volk einen sollte) und inwiefern auch er in der Tradition jener blieb, die sich zuletzt wieder dem Christentum zuwandten (was ihn von Nietzsche entzweite). Wir lernen verstehen, dass Romantik bedeutete, dem Neutralen eine Tiefe, eine Bedeutung zu geben, und in welcher Weise diese Faehigkeit ausgenutzt werden konnte. Wir sehen Heidegger und Hitler mit anderen Augen (ohne sie pauschal zu verdammen, Safranski ist klug und kritisch und kann - was nur wenige vermoegen - sachlich differenziert diskutieren).

Romantik - eine deutsche Affaire. Das ist es, ein herrliches Buch ueber die deutsche Literaturgeschichte und ihre Wirkung. Absolut lesenswert.
Gegliedert ist jeder der beiden Buchteile in Aufsaetze, die man durchaus auch einzeln lesen kann, das Buch laesst sich aber ebenso an einem Stueck als Einheit lesen (so habe ich es gemacht).
Absolut lesenswert, exzellent, eine grosse Bereicherung fuer unsere Gegenwartsliteratur.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie der Geist der Romantik die Zeit überdauerte 22. Juni 2008
Von C. Mayer
Format:Gebundene Ausgabe
"Die Romantik als Epoche ist vergangen, das Romantische als Geisteshaltung aber ist geblieben."
Rüdiger Safranski nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die deutsche Geschichte.
Diese beginnt im ersten Teil seines Buches, in dem die Epoche der Romantik beschrieben, erklärt und analysiert wird. Ausgangspunkt ist die Seereise von Herder, kurz vor der Französischen Revolution.
Der Autor legt dar, welchen Einfluss diese Revolution hatte und warum es den menschlichen Geist in phantastische Gefilde verschlagen hat und aus welchem Grund gerade das Mittelalter und die Antike verklärt und idealisiert wurde. Die Philosophien von Kant, Fichte, Schlegel, Hölderlin und vielen mehr werden hier beleuchtet und in ihrem wechselseitigen Entwicklungsprozess dargelegt.
Im zweiten Teil seines Buches beschäftigt sich der Autor mit dem Romantischen an sicht. Die literarische Epoche, wie sie in Literaturgeschichten zu finden ist, ist vorbei, doch ihr Geist ergreift weiterhin die Gedanken der Menschen. Sehr schön wird beschrieben, wie sich dieser Geist immer wieder behaupten muss - egal wie groß der aufklärerische Druck auch war und noch heute ist.
Doch wird dieses Romantische von Safranski auf keine Weise verklärt. Er lässt auch die Kritiker der jeweiligen Zeit zu Wort kommen. Er ist mehr ein Moderator, der die Diskussion zwischen Realisten und Romantikern leitet und dafür sorgt, dass jeder seine Meinung äußern kann.
Stellenweise ist Safranskis Sprache etwas zu metaphorisch, was das Verständnis nicht gerade vereinfacht. Dennoch lohnt sich die Lektüre diese Buches alle mal. Erfährt der Leser doch wo und wie der romantische Geist Einfluss auf die verschiedensten Personen und Ereignisse unserer Geschichte genommen hat.
Abschließend wird sehr schön deutlich, dass der Mensch weder rein romantisch, noch rein politisch-rational sein Leben meistern kann, sondern dass ein gesundes Gleichgewicht gefunden werden muss.
Der Geist der Romanik war, ist und wird immer Bestandteil des menschlichen Lebens sein.
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5.0 von 5 Sternen Zweimal Romantik - und das nicht zu knapp!
Wer möchte nicht gerne Romantiker sein? Wer möchte nicht gerne die engen Grenzen der Vernunft übersteigen und in seliger Selbstergriffenheit mit der Geliebten, dem... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von ludwigwitzani veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Eines der besseren Bücher zur deutschen Romantik
Zu den Stärken des Buches gehört zweifellos, dass hier Fragen behandelt werden wie:
In welcher Hinsicht war die historische Romantik (deutsche Literatur Mitte 90er... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Almansor veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Safranski, wie immer sehr informativ
Eine Zeitgeschichte der Romantik, eine Geschichte der Dichter und Philosophen. Von Schiller ueber Fichte ( deutscher Idealismus ) und Schleiermacher zu Tieck. E.T.A. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Dr. Paule - Münster veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Etwas trockende Geschichte der deutschen Romantik
Gewohnt detailliert befasst sich Safranski mit der deutschen Romantik, deren Kernzeit zwar nur zwischen 1790 und 1820 liegt, die jedoch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wirkt. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Jens Neumann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Spannend erzählte deutsche Geistesgeschichte. Mehr als nur eine...
Dieses Buch ist wunderbar, ja derart sensationell und genial, dass jeder zweite Satz markiert werden könnte. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Philippe Perisset veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Zu viel und zu wenig
Trotz einiger erhellender Abschnitte war ich nicht mit dem Buch zufrieden. Der Stil in einigen Abschnitten ist oft ornamental und schwer zu verfolgen - gleichzeitige stellt sich... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Scott Kausky veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Die Einflusse auf Nazizeit
Ich habe Safranskis Buch "Romantik" sehr geschaetzt, weil der Philosoph uns in die Geschichte der Romantik sehr geschickt mitbringt. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Mirko veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Flüssig geschrieben, aber nicht immer ganz überzeugend
Fangen wir mit dem Negativen an: Man muss keine Feministin sein (!), um Kritik daran anzumelden, dass Safranski den romantischen Frauen gar keinen Tribut zollt, sondern sie nur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Februar 2011 von kpfeifer
5.0 von 5 Sternen Mehr als eine Epochenübersicht
Der Stil des Buches ähnelt der Safranski Biogarfie über E.T.A. Hoffmann. Wieder holt der Autor weit aus, um alle philosophischen Lehren, wie auch Vorwerke zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2010 von Feralia
5.0 von 5 Sternen Eine verhängnisvolle Affäre
Romantik, in der Tat eine deutsche Affäre, wie der Untertitel lautet und wie Safranski sowohl stilistisch als auch inhaltlich brillant darstellt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2010 von Floetelei
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