Der interessierte Leser findet in diesem Buch tatsächlich Informationen zu romanischen Kunstschätzen. Leider wurden viele bedeutsame Lokalitäten unter den Tisch fallengelassen, daß sich selbst ein interessierter Laie fragen muß: „war da nicht auch etwas?“. Die Übersichtskarten - wenig informativ über die Lage zeigen ohnehin schon, daß hier mitunter sehr schöne Beispiele romanischer Baukunst fehlen (romanische Oktogonkirchen zwischen Grünsfeld und Kirchheim). Der Autor übersah hier offenbar die Größe Frankens und beschränkte sich auf Quellen, die seiner Meinung nach Romanik in Franken repräsentieren. Die Texte sind äußerst knapp gehalten - und stichprobenweise fällt auf, daß sie auf althergebrachten Deutungen (im kultur- und kunsthistorischen Sinne) basieren. Auf aktuelle Erkenntnisse aus den Reihen der Mittelalterarchäologen wurde verzichtet, so daß erneut falsche Eindrücke des Mittelalters entstehen könnten. (Unterscheidung Kirchenburg und Wehrkirche, ders. Aufbau, in massive Türme herein interpretierte „letzte Zufluchtsorte und Wehrbauten", Dachsbach – der Wohnturm ist nicht staufisch, sondern wurde aus Buckelquadern neu aufgebaut. ...“
Das Layout wirkt altbacken, wie auch die verlagseigene Typographie. Erhebliche Satzmängel. Die vierfarbigen Abbildungen wirken in Ihrer Wiedergabe überwiegend (hell) über- bzw. (dunkel) unterbelichtet und im Kontrast schwach. Ärgerlich ist für den Benutzer das fehlende Ortsregister. Die Erklärungen im Glossar sind teilweise knapp und unvollständig.