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Genialisch, infernalisch, poppig. Kurzum: Geniestreich!, 10. September 2010
Habt ihr schon mal eine Elektrostimme gehört, die echt ist? Willkommen bei Roman! Das Verhältnis klassische Instrumente und Elektronik, analoge Gefühle und digitale Technik auszutarieren, ist schwierig genug und gelingt selten. Hier kann man sich anhören, wie das Ideal klingen könnte. Ambivalenz ist das Stichwort.
Claphands-Elektro, schon mal gehört? "Futura" - bitte sehr. Digitaler Klassik-Rock in Slow Motion: "Goodbye Bunny", der größte Grower des Albums. "Traffic" ist eine Trance-Ballade (!?!). Filmorchestraler Beat-Pop hört sich an wie "Monsters in Suburbia". Bob Dylan mag diesen Song, wenn er ihn hört: "Bones & Barks". Rock'n'Roll auf Elektro, unterbrochen durch Clap-Beats. Wie Punk heute klingt, zeigt "R.I.P. Music". Mit "Shoot Me" gibt es auch die unvermeidlich gelungene Orchester-Ballade, allerdings die Minimal-Version davon (wie auch immer man ein Orchester klein zu klingen kriegt - hier geht das!).
Die leider übersehenen beiden ersten Alben fasst übrigens "Despair When Young" passend zusammen. In diesem Sinne klingt auch das angenehm 70s-groovende "Blow". Da gibt es noch einiges zu entdecken und viel zu hoffen.
Aus lichtem Elektro-Herz-Kerzenschein wird durch den Einsatz einer klassischen Bandkonstellation ein knisterndes Kaminfeuer. Roman heiser und hauchend, kongenial begleitet, klassisch singend und immer inspiriert intonierend. Die Songs funktionieren allesamt, ein größeres Kompliment kann ich nicht machen.
Als Satzzeichen klingt Roman übrigens so: ..-?..-?..!..!...??...!!-.-?-!!!
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