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Roman unserer Kindheit
 
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Roman unserer Kindheit [Gebundene Ausgabe]

Georg Klein
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 4 (12. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498035339
  • ISBN-13: 978-3498035334
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 215.886 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Georg Klein
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Burkhard Müller: Von Größe und Geheimnis eines Feriensommers "Roman unserer Kindheit" - wer seinem Buch einen solchen Titel gibt, der tritt mit einem Anspruch auf, den man leicht anmaßlich finden kann. Es steckt darin die Gewissheit, für eine große Gruppe zu sprechen, die sich als ein "Wir" darin gerührt erkennen wird; und, auf Anhieb weniger sichtbar, doch genauso bedeutsam, die Zuversicht, über jene Form zu verfügen, die der kindlichen Erfahrung von Gegenwart entspricht. Alles wird in diesem Buch von Figur und Standpunkt des Erzählers abhängen. Er muss dabei sein, jedem Hauch und jeder Regung getreu; und muss doch jenen Abstand wahren, aus dem heraus erst wahrhaft erzählt werden kann. (...)

Dieser Erzähler hüllt sich in tiefes Geheimnis. Die Nacherzählung sollte es nicht lüften, denn zu den stärksten Wonnen, die das Buch bereit hält, gehört es, dass man sich als Leser die Lösung schrittweise zu verdienen hat. Mit Andeutungen wird nicht gegeizt, allmählich verdichten sie sich (...). Möge es genügen, wenn gesagt wird, dass es sich bei dieser Setzung des Erzählers um einen kühnen und vollkommen originellen Streich handelt, der das Schicksal des Buchs entscheidet.

Wir befinden uns in den Sommerferien, dem scheinbar stillstehenden Scheitelpunkt des Jahres, jener wahren Kinder-Unendlichkeit, in den frühen Sechzigerjahren, im eben fertig gewordenen Neubaugebiet einer süddeutschen Provinzstadt. Die Kapitel heißen, abwechselnd ohne bestimmtes Muster, "Sonnentag", "Regentag", die Tage erreichen in dieser sonst unterscheidungslosen Gleichform eine geradezu kosmische Größe und Präsenz wie im späteren durchnummerierenden Erwachsenendasein nie wieder. (...) "Roman unserer Kindheit" ist das nicht nur umfangreichste, sondern auch, was den Reichtum an handelnden Personen, die Fülle an Geschehnissen, die sinnliche Präsenz seiner vielen Einzeldinge, die Qualität der Einfühlung angeht, das bislang komplexeste Buch von Georg Klein. Wie dort der große Feriensommer, so steht hier die Kunst des Autors in ihrem Zenit. --Burkhard Müller / Volltext / Februar 2010

Kurzbeschreibung

Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. «Roman unserer Kindheit» ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht. «Ein Geniestreich ist dieser Roman, opak, dicht, verrückt, hässlich und irre schön.» Ina Hartwig, Die Zeit

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Einstürzende Brikettstapel, eine Totgeburt und Freude über das flackerfrei eingestellte Fernseh-Testbild, 25. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Roman unserer Kindheit (Gebundene Ausgabe)
Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass sich an diesem Roman die Geister scheiden. Dies Buch bietet Vieles, aber kein ungetrübtes Schwelgen in Kindheitserinnerungen der Zeit von (ca.) 1961. Dabei stört die artifizielle Sprache, die an Filme erinnernde Struktur der ständigen unmerklichen Szenenwechsel mit Vor- und Rückblenden sowie Ankündigungen künftiger Schicksalsschläge. Wobei dies sicherlich die Elemente sein dürften, die eben aus einfachen autobiografischen Schilderungen einen gestandenen Buchpreisträger machen.

Wer Kleist mag wird auch Klein mögen, so darf man wohl das vorangestellte Motto verstehen. Den Einen als Warnung, Anderen zur Verlockung: über wunderbar elaborierte Satzkonstruktionen und Wortschöpfungen mag sich der Leser tarzangleich durch die Story schwingen - meist vorwärts, doch so manches Mal auch zurück, um den gedanklichen Anschluss neu aufzuspüren. Das kann eine äußerst genussreiche Leseerfahrung werden, wenn man denn darauf eingestellt ist, nicht einfach eine spannende und berührende Geschichte im Schweinsgalopp durchschweifen zu wollen.

Nach gut 200 Seiten relativ realistischer Darstellung des wenig spektakulären - aber trotzdem fesselnd erzählten - Ferienalltags einer kleinen Kinderschar und der zugehörigen Familien gibt der Autor seinem Pegasus so richtig die Sporen. Der Gang der Dinge wird von phantastischen Begebenheiten und Figuren bestimmt, wie sie wohl nur Kinder- und Traumwelten entsprießen mögen. Da heißt es für den Leser alle Sicherheitsgurte der Logik zu lösen und sich einfach den beschriebenen Bildern zu überlassen.

Klein-Georg dokumentiert also den unverfälschten Roman seiner Kindheit, d.h. mit welcher Vorstellungskraft aus Erlesenem und Selbsterlebtem er als etwa elfjähriger Knabe die eher ereignisarmen Sommertage zu bereichern vermochte. Nachwirkungen des bis dahin letzten Weltkriegs spielen hier eine unterschwellig bedeutende Rolle. In diesem Teil wird auch die stratosphärische Flughöhe des Stils abgesenkt, der hier und da sogar heftigen Bodenkontakt erleidet. Was wohl weniger auf schriftstellerisches Unvermögen als auf eine bewusste Adaption kindlicher Erzählweisen schließen läßt. So gerät auch immer wieder der Schlüpfer der Spielkameradin Sybille in den Fokus des Erzählers. Wenn man diesem Buch also Schwächen nachsagen wollte, dann wären diese am ehesten in dem wenig schlüssigen Phantasiereigen der zweiten Hälfte und in dessen stilistischer Bewältigung zu sehen.

Und dann wäre da noch eine zuweilen etwas verstörende Erzählperspektive.

Aber alles in allem eine wirklich großartige Leistung!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nur was für Literatur-Freaks, 17. November 2010
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Roman unserer Kindheit (Gebundene Ausgabe)
Als ich diesen Roman gelesen hatte, konnte und wollte ich ihn nicht gleich rezensieren, da ich nicht wusste, ob ich 1 oder fünf Sterne vergeben sollte. Das ist bei mir eher ungewöhnlich.

Dieser Roman wurde auf der Leipziger Buchmesse prämiert, was mich nicht überrascht hat, da Herr Klein bei der Autorenvorstellung einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Ich hörte ihn nochmals über sein Buch sprechen, als ich die Messe gerade verlassen wollte.

Sonderbar fand ich seine Aussage darüber, dass er den Roman zwei Mal geschrieben hätte, da er mit seiner ersten Fassung nicht ganz zufrieden gewesen sei. Er ließ seine Zuhörer wissen, er habe eigentlich in der Hauptsache nur die Perspektive geändert, um der Handlung mehr Tiefe zu verleihen. Wenn man das Buch gelesen hat, kann man das sogar verstehen, denn manches käme wohl ein wenig unbedeutend daher, so einfach in der Ich-Form geschrieben und erinnert.

Trotzdem fängt genau damit die Problematik des Verstehens an. Alles wird geheimnisvoller, undurchschaubarer, teilweise auch unerklärlich.

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Hier hatte ich mich über die letztlich gewählte Erzählperspektive ausgelassen, aber gerade noch rechtzeitig las ich meine Vorrezensenten, die der Meinung sind, man solle gerade das nicht verraten. Nun ja, Herr Klein tat das selbst auf der Leipziger Buchmesse und ich war froh darum, da ich das Buch sonst vermutlich irgendwann aufgegeben hätte, weil diese Wissenslücke mich sehr gestört hätte.

Ich nehme an, Herr Klein hat zuerst den Älteren BRUDER als Ich-Erzähler auftreten lassen, denn dieser ist mit dem Autor mehr oder weniger identisch. Die neue Perspektive bleibt bis fast zum Ende des Buches ein Geheimnis und wird auch dann sehr poetisch und magisch nicht richtig beim Namen genannt, so dass ungeübte Leser sicher auch noch knobeln, wenn das Buch zu Ende ist.

Zu der mehr als anstrengenden Perspektive kommt noch die sich immer wieder vermischende Welt der Realität und der Fantasie. Auch erzählt Klein so unkonventionell, dass man immer wieder etwas mehrmals lesen muss, weil man den begonnenen Satz im Kopf ganz anders weiterführen wollte als es Klein dann tut. Man muss sich seiner Sprache ausliefern, will man ihn gänzlich verstehen und das fällt nicht immer leicht.

Dass seine Figuren meist keine Namen, sondern bloße Charakteristika beigeordnet bekommen, macht die Sache auch nicht leichter, bringt aber eine Besonderheit mehr in die Geschichte. Da tummelt sich dann der Schniefer neben dem Wolfskopf, aber auch die schicke Sybille neben dem Ami- Michi und dem Mann ohne Gesicht.

Gleichzeitig ist Klein ein Künstler beim Umgang mit Sprache, wenn er etwas beschreibt.

Das löst eine Bildlichkeit aus, die ist umwerfend und wenn man sich beim Lesen ertappt, wie man mit den Gedanken in die eigene Kindheit zurück reist, sich selbst beim Wundertüten auspacken über die Schulter schaut, dann ist man wieder versöhnt mit Romanstellen, die trotz Zurückblätterns ewig ungenau und unverstanden bleiben werden.

Und ich habe kaum bei einem Roman so oft zurück geblättert, wie in diesem.

So kann ich nicht unbedingt von höchstem Lesegenuss sprechen, trotzdem gab es aber überraschend viele Stellen, bei denen ich als Leser geradezu magisch in die eigene Kindheit zurück geglitten bin (man muss aber den entsprechenden Jahrgang mitbringen, fürchte ich), Stellen, in der die Bildhaftigkeit so stark war, dass man regelrecht sah, was man las.

Auch das in den Tag Hineinleben der Kinder (die Tage werden nur nach Regen- oder Sonnentagen eingeteilt), das tägliche intensive Erleben, wo jede Kleinigkeit zu etwas Besonderem wird, hat etwas, wonach man sich zurück sehnt.

Fazit: Meiner Meinung nach nur was für Literaturfreaks!
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3.0 von 5 Sternen Bis zur Hälfte erstklassig, 19. Oktober 2011
Von 
Th. Leibfried (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Roman unserer Kindheit (Gebundene Ausgabe)
Der Roman erhielt im vergangenen den "Preis der Leipziger Buchmesse" in der Kategorie Belletristik, keine ganz unbedeutende Auszeichnung. Klein erzählt eine Kindheitswelt, die einem an meine eigene erinnern kann, gleich, ob man in den 50ern, frühen 60ern oder gar noch ein wenig später aufgewachsen ist. Eine Zeit, die eng gesehen, keine Nachkriegszeit mehr ist, aber dennoch eine solche Prägung hat.

Wohltuend ist die Tatsache, dass Georg Klein zwar die Geschichte von Kindern erzählt, die allesamt noch kein gymnasiales Alter erreicht haben und damit in einem Stadium sind, das normalerweise den erwachsenen Leser nicht zwangsläufig interessiert, aber auf eine Kindersprache verzichtet und seinen allwissenden, beteiligt-unbeteiligten Erzähler das Geschehen schildern lässt. In einer Sprache, die eine Erzählkraft hat, dass es eine wahre Freude ist. Die Kinder, die in den Ferien sind, heißen Älterer Bruder, die Witzigen Zwillinge, Wolfskopf, der Schniefer, der Ami-Michi und die Schicke Sybille. Und alles beginnt mit einem Fahrradunfall, bei dem der Ältere Bruder am Bein verletzt wird und fortan in einem Kinderwagen durch die überschaubare Gegend geschoben werden muss.

Da wird auch das Aufreißen und Auspacken einer Wundertüte, gefüllt mit Kleinigkeiten und Puffreis, aber auch mit einem nennenswerten Spielzeugartikel so spannend in die Länge gezogen, dass ich am Ende regelrecht gespannt war, welche Tierart denn nun dieser Artikel am Ende repräsentiert. Dazu muss ein Schriftsteller sein Handwerk schon sehr gut beherrschen, und das tut Georg Klein. Dazwischen webt Klein die Welt und Geschichte der Kriegsversehrten und Soldaten, ob als Väter der Kinder oder Bewohner einer damals neu entstandenen Siedlung am Rand von Augsburg. Konkret steht der überlebenden Teil einer Panzerbesatzung mit im Mittelpunkt, die ihre Versehrtheiten und Traumata nicht mehr loswerden.

So weit, so gut. Wäre der Roman nach, sagen wir mal 250 Seiten zu Ende gewesen, wäre das ein feines Stück sprachlich geschliffener literarischer Zeitgeschichte gewesen, dem höchstes Lob gebührte. Aber der Roman ist an dieser Stelle erst an der Hälfte. Und nun beginnt Klein sich nicht nur zu wiederholen, sondern gnadenlos zu verzetteln, sich zu gefallen, in endlos mäandernden Beschreibungen der immer gleichen Welt. Alle Kapitel im Roman tragen eine der Überschriften "Sonnentag", "Regentag" oder "Sommernacht". Die gleichbleibenden Kapitelüberschriften stehen Symbol für die gleichbleibende Erzählweise.

Klein hat sich in etwas hineingeschrieben, das geradezu litaneienartig vorkommt. Ein Zuviel des wirklich Guten in meinen Augen. Zwischendurch liebäugelte ich mit einem vorzeitigen Ende des Romans, was mir jedoch grundsätzlich widerspricht. Und sprachlich gut ist der "Roman unserer Kindheit" von Anfang bis Ende, ganz ohne Zweifel. Und glücklicherweise erholt sich in meinen Augen der Roman auch noch einmal. Aber wettmachen kann Klein die Langatmigkeit des Mittelteils nicht mehr gänzlich. Nicht wenige Leser werden den Schluss nicht mehr erreicht haben.

Es ist selten, dass ich mit den Stimmen der deutschen Feuilletons zu Büchern, die ich lese, nicht übereinstimme. (Ab und an kommt das vor, bei Brigitte Kronauers "Berittener Bogenschütze" zum Beispiel.) Hier ist das zum Teil der Fall, allerdings könnte es sein, dass die Feuilletonisten und Feuilletonistinnen den Roman einfach nur bis zur Hälfte gelesen haben.
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