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Roman eines Schicksallosen [Gebundene Ausgabe]

Imre Kertesz , Christina Viragh
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Berlin; Auflage: 10., Aufl. (Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871342297
  • ISBN-13: 978-3871342295
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 107.317 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Imre Kertész
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2000
Weil die Hörbuch-Jury des Hessischen Rundfunks und des Börsenvereins dies zum "Hörbuch des Monats" (Juli 2000) gewählt hat, hat sich Jochen Hieber mit ihm und der Entscheidung befasst. Zunächst geht er ein auf das Schicksal des Autors und seines Buches, das in Ungarn lange nicht erscheinen konnte und in Deutschland erst in der zweiten Übersetzung erfolgreich war. Hieber bestätigt einmal mehr die Großartigkeit des Romans, die durch einen "Kunstgriff" – den jungen Protagonisten zu zeichnen als einen, der mit "der Welt einverstanden" ist, obgleich sie für ihn das Konzentrationslager bedeutet – das Undarstellbare des Holocaust darstellbar macht. Um so mehr kritisiert der Rezensent die "autorisierte Lesefassung", in der das Hörbuch des Romans daherkommt. Eine "schwere Sünde" nennt er, dass das erste Kapitel, das die "noch heile Welt der Budapester Juden" zeigt, weggelassen ist. Ebenso kritisiert er andere Streichungen, wie die im sechsten und siebten Kapitel und des gesamten achten Kapitels, durch die "beobachtungsgeniale Schilderungen des Lageralltags" fehlen und der Übergang zum neunten und letzten Kapitel nicht mehr nachvollziehbar werde. Selbst wenn der Autor, der hier gemeinsam mit dem "etwas zu jugendbewegt" vortragenden Ulrich Matthes den Text liest, diese Hörfassung abgesegnet hat: Jochen Hieber findet, dass eine ungekürzte Fassung "eine literarische Notwendigkeit und eine moralische obendrein" gewesen wäre.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

«Ein literarisches Meisterwerk.» (Der Spiegel) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erdrückend unpathetisch, 8. Mai 2003
Von 
R.S. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Imre Kertesz stellt in diesem Buch sein Schicksal dar. Als vierzehnjähriger in ein Nazi-Konzentrationslager verschleppt, wird er beinahe ein weiteres Todesopfer dieses unbarmherzigen Regimes. Er beschreibt alles in der Ichform, mit den Augen eines gerade pubertierenden Kindes. Stilistisch ist natürlich an diesem großartigen Literaten nichts auszusetzen, Kertesz schreibt in langen Sätzen und Absätzen - dennoch gut lesbar.

Das herausragende und ganz besondere an diesem Buch ist jedoch das Fehlen jedes Pathos. Wäre es nicht ein Thema bei dem uns jegliches Lachen gefrieren muss, so wären einige Szenen dazu geeignet, zumindest kurz aufzulachen. Die kindliche Naivität mit der er die ganze Szenerie schildert, ist teilweise brutaler als jede pathetische Darstellung dieser Zeit. Niemals in dem ganzen Werk gibt es auch nur einen Funken Selbstmitleid oder Schuldzuweisungen. Gerade diese Darstellung jedoch läßt uns alles intensiver erleben, an die bitteren Schilderungen haben wir uns, so brutal das Klingen mag, vielleicht schon etwas gewöhnt. Dieses Werk rüttelt nochmals auf. Es fordert zu einer ganz neuen Auseinandersetzung mit der Thematik.

Wie stellt man sich nun eine unpathetische Darstellung vor, nun: Selbst der Blick auf die Duschköpfe die wahrscheinlich Gas ausströmen werden, schildert er vollkommen teilnahmslos - als ob er es nicht selbst wäre der betroffen sein wird. Als es dann eine echte Dusche mit warmen Wasser ist, ist er überrascht, aber nicht mehr. Das Unpathetische an dem Werk jagt dem Leser kalte Schauer über den Rücken - denn dadurch wird die Wirklichkeit noch intensiver erfahrbar.

Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird es eigentlich absolut unbegreiflich, dass jemand dieses Schicksal erleiden musste und dennoch solch ein Werk produzieren kann. Das Fehlen von Selbstmitleid, Anklagen und Verurteilungen ist eine enorme Leistung, die uns eines der erschreckendsten literarischen Werke der Geschichte bescherte. Für dieses Werk wurde Kertesz völlig zu Recht der Literaturnobelpreis 2002 verliehen.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unter die Haut, 28. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Der "Roman eines Schicksallosen" des Nobelpreisträgers Imre Kertész gehört zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt in autobiografischen Zügen den Gang eines jungen Mannes ins Konzentrationslager. Im Gegensatz zu den bisher bekannten und zweifellos wichtigen Werken über die Nazi-Zeit, die allesamt versuchen, das schreckliche Geschehen authentisch abzubilden, schildert Kertész auf manchmal naive, manchmal scheinbar gelassene Art und Weise, wie ein junger Mann aus seiner Stadt in den Lageralltag überführt wird. Die Schrecken der Lagerzeit werden beinahe wie eine nebensächliche Handlung in den Lebensweg des jungen Mannes eingeflochten. Kritiker werfen ihm deshalb eine Verharmlosung des Nationalsozialistischen Terrors vor. Aber gerade die Beschreibung teilweise unbedeutend anmutender Details, gekoppelt mit den Träumen, Wünschen und zutiefst persönlichen Gedanken des Protagonisten, die nicht nur um das Lagerleben und das nackte Überleben kreisen, gelingt es Imre Kertész, dem heutigen Leser Einsichten zu vermitteln, die atemberaubend sind und den zeitlich Entrückten den Schrecken dieser Zeit des Terrors eindringlich nachempfinden zu lassen, "ohne mit der Nase direkt draufgedrückt" zu werden. Das Miterleben und Mitdenken geht wirklich unter die Haut. Dieses Buch gehört in jeden Bücherkanon und sollte besonders an Schulen gelesen werden, denn Schüler sind aufgrund der Darstellung von Gewalt und Terror in den Medien gegen schockierende Ereignisse bekannterweise abgestumpft. Hier wäre dieses Buch eine mehr als sinnvolle Ergänzung zur Bearbeitung und zum Verständnis des Nazismus.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Qualitativ höchstkarätige Weltliteratur!, 14. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Der Literaturnobelpreis wurde dieses Jahr zu Recht an Imre Kertesz verliehen. Denn inhaltlich sowie stilistisch wurde mit diesem Roman ein Stück Weltlieratur geschaffen, die bislang ihresgleichen sucht. Aus der Sicht des 15jährigen Jungen wird mit jugendhafter Naivität ganz alltäglich von zweifelsohne inhumanen Verbrechen innerhalb eines Konzentrationslagers berichtet. Dabei bekommt der Leser wegen dieses Kontrastes regelmäßig Gänsehaut, denn mit unbekümmertem, gradezu kindlichem Stil über Mord- und Foltertaten zu schreiben ist nicht alltäglich beim sonst so sterilen Berichtstil, den einige Autoren frequentieren.
Dass gerade dieser Kontrast die Brillanz des Werkes kennzeichnet, liegt auf der Hand. Denn Bücher mit vergleichbaren Themen, die bloße Tatsachen aneinanderreihen, gibt es in der Literatur schon genug. Aus dieser Perspektive aber wurde mit solch geistreicher, metaphorischer Sprache noch niemals über den Nationalsozialismus berichtet.
Fazit: Ein literarisches Faszinosum; für Freunde hochwertiger und geschmackvoller Literatur ein absolutes Muss!
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