Diese Dokumentation, die es nie in die deutschen Kinos geschafft hat, beschäftigt sich mit den bis heute offenen US-Ermittlungen gegen Roman Polanski aus dem Jahr 1977. Diese Ermittlungen wurden erst wieder jüngst aktuell, als Polanski in der Schweiz unter Hausarrest stand und in die USA ausgeliefert werden sollte.
Die Dokumentation thematisiert nicht die Schuld von Polanski (Vorwurf der Vergewaltigung einer Minderjährigen), sondern schildert den juristischen Verlauf der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens. Es kommen viele Zeitzeugen (das Opfer, Juristen, Presseleute, Schauspieler, Polizisten und Freunde von Polanski zu Wort). Angereichert mit viel Filmmaterial von 1977 entsteht ein nüchternes Bild der Ereignisse und sehr gutes Zeitbild. Das Bild, das von der US-Justiz und den Medien (das Verfahren war damals ein gigantisches Medienereignis) entsteht, ist wenig schmeichelhaft.
Die Montage des Films ist perfekt. Immer wieder kommen Ausschnitte aus Polanskifilmen, die passend zum Filmverlauf sind. Die unglaubliche Biographie von Polanski ist auch in den Film eingebettet.
Der Film ist unterhaltsam und informativ. Manche juristische Winkelzüge des Verfahrens sind nicht immer leicht nachzuvollziehen. Für Interessierte an Polanski und/oder dem US-Rechtssystem ist der Film sehr zu empfehlen.
Die Extras bestehen aus zusätzlichen Interviews und einen Audiokommentar der Regisseurin und des Cutters. Der Kommentar lohnt sich, da er noch zusätzliche Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films und zu den beteiligten Personen bietet. Ferner geht er auch auf die Reaktion von Polanski auf den Film ein. Er war an der Entstehung nicht beteiligt und taucht darin nur mittels Archivmaterial auf.
Fünf von fünf Sternen.