Pressestimmen
"Weeber sei Dank für dieses nützliche Handbuch, das nicht nur vor der nächsten Italienreise zu lesen ist, sondern ein stetiger Begleiter sein sollte zur Vergewisserung, wo kommen wir her und wo gehen wir hin. Kurz: Quo vadis?" (Hamburger Abendblatt, 13. Januar 2011)
"In Rom sei Dank! weist Weeber so informativ wie unterhaltsam nach, dass sich römisches Denken und Handeln, Lieben und Leiden, Bauen und Vertrauen in unserem Kulturkreis im großen Stil erhalten hat." (Weser-Kurier)
"Ein sehr lesenswertes Buch." (Waltraut Worthmann-von Rode, Saarländischer Rundfunk, 22. Januar 2011)
"lehrreich und unterhaltsam zugleich" (Thomas Maier, dpa, 22. Februar 2011)
"In Rom sei Dank! weist Weeber so informativ wie unterhaltsam nach, dass sich römisches Denken und Handeln, Lieben und Leiden, Bauen und Vertrauen in unserem Kulturkreis im großen Stil erhalten hat." (Weser-Kurier)
"Ein sehr lesenswertes Buch." (Waltraut Worthmann-von Rode, Saarländischer Rundfunk, 22. Januar 2011)
"lehrreich und unterhaltsam zugleich" (Thomas Maier, dpa, 22. Februar 2011)
Kurzbeschreibung
Rom ist nicht Geschichte, sondern Gegenwart Karl-Wilhelm Weeber zeigt in seinem neuen Buch, dass römisches Denken und Handeln nicht nur unser Rechtsverständnis oder ästhetische Ideale in Kunst und Architektur geprägt haben, sondern noch heute unsere Mentalität im Alltag bestimmen - auch wenn wir nichts davon wissen. Julius Caesar ist, zumindest für viele der Älteren unter uns, ein Alptraum aus Gymnasialjahren. Karl-Wilhelm Weeber erzählt - in einer vitalen und niemals prätentiösen Sprache -, was uns verschwiegen wurde, vermutlich weil unsere Lateinlehrer selbst nicht die leiseste Ahnung von den persönlichen, den politischen, den militärischen, den kulturellen Erfahrungen hatten, die der Eroberung des Landes der schwierigen Gallier vorausgingen - der wichtigsten Expansion des Römischen Reiches, dessen Erben wir alle sind. Karl-Wilhelm Weeber, Freunden der Anderen Bibliothek schon durch seinen populären Sprach-Essay Romdeutsch in schöner Erinnerung, zeigt in seinem neuen Buch, wie sehr römisches Denken und Handeln auch heute noch unseren Alltag bestimmen - auch wenn wir nichts davon wissen. In seiner unterhaltsam-belehrenden Prosa führt er uns in die antike Welt, etwa eines Caesar oder Augustus, Agrippa oder Vespasian, Cicero oder Catull, um anhand von "Herr- schaftstechniken" oder "Inszenierungen der Macht", "Monumentalisierung der Hygiene" oder "Shows als Unterhaltung", "Rhetorik" oder "Protestdichtung" zu veranschaulichen, wie unsere heutigen Mentalitäten römisch durchdrungen sind. Der Geschichten- und Geschichtserzähler Weeber ist in Wahrheit ein so bedeutender Pädagoge, weil er ein so talentierter Schriftsteller ist.
Über den Autor
Karl-Wilhelm Weeber, geb. 1950, leitet das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal und ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Wuppertal sowie Lehrbeauftragter für die Didaktik der Alten Sprachen an der Ruhr-Universität Bochum. Er hat zahlreiche Bücher zur römischen Alltagsgeschichte verfasst.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Rom sei Dank - der Titel ist nicht ohne Provokationspotential, verbinden sich doch mit dem antiken Rom so wenig einladende Begriffe wie Sklaverei und Gladiatorenkämpfe, "Kriegsmaschine" und Caesarenwahnsinn ... Latein nicht zu vergessen! Für manch einen die Rache der alten Römer an unschuldigen Gymnasiasten für die bittere Niederlage des Varus im "Teutoburger Wald". Man könnte weitere Klischees und Vorurteile aufzählen, die nicht gerade romfreundlich sind. Und müsste am Ende sogar ein wenig kleinlaut einräumen, dass es immer auch Gründe für solche Pauschalierungen gibt, dass da doch immer irgendetwas daran ist. Ausgenommen Latein. Auf Latein lassen wir nichts kommen. Die ganze Negativpresse zu Latein - das ist doch die reinste Gerüchteküche, in der nur Leute am Werke sind, die nie selbst Latein gelernt haben. Deren Zahl geht freilich rapide zurück; noch nie haben in Deutschland so viele Schüler Latein gelernt haben wie zurzeit: Rund 800 000! Aber keine Sorge, dies ist kein Jubel-Buch über das alte Rom, keine schwärmerisch-pathetische PR-Darstellung Pro-Roma, die überdies wegen der vermeintlichen Rom- Ferne unserer Gesellschaft auf jeder zweiten Seite den Untergang des Abendlandes um die Ecke biegen sieht. Mit dem Abendland haben wir es freilich schon zu tun. Genauer gesagt: Mit jenem Erbe, das Rom dem Abendland als seinem fortwirkenden Kulturkreis in mancherlei Hinsicht mit auf den Weg gegeben hat. Abendland, obwohl ein ebenso plastischer wie historisch zutreffender Begriff, hört sich allerdings ein bisschen antiquiert an. Sagen wir also: Europa. Rom hat entscheidende Fundamente für Europa gelegt. Da sind zum einen großartige zivilisatorische Standards, die in Gestalt imponierender Bauten noch heute auf breites touristisches Interesse stoßen: Theater und Tempel, Wasserleitungen und Römerstraßen, auf deren Trassen wir noch heute in ganz Europa Auto fahren. Rom - das war, die hoch aufragenden Ruinen der Aquädukte vermitteln eine anschauliche Vorstellung davon, High-Tech, und das hat entsprechende Spuren in unserer Sprache hinterlassen. "Fenster" und "Kalk", "Mauer" und "Ziegel" - alles Lehnwörter aus dem Lateinischen. Ebenso wie "Straße" (via strata) - die Germanen wussten, was sie ihren zivilisatorischen Lehrmeistern schuldig waren. Und sie haben sich bei sprachlichen Übernahmen auch nicht beirren lassen, wenn manches mit der normalen Logik nicht im Einklang stand. Die ganze Welt hat es ihnen schließlich nachgemacht. Alle sprechen vom "Dezember". Darin steckt decem, "zehn", wie eigentlich jeder vom Dezimalsystem her weiß. Aber wieso ist der 10. Monat des Jahres, Rom sei Dank, der 12? Näheres im Buch. Rom - das war Recht. Ein Rechtssystem, das sich erstmals in der Geschichte von höheren Mächten und den Priestern als deren irdischen Stellvertretern losgesagt und damit entideologisiert hat. Und mit großer Sachlichkeit und Fachkunde so systematisch ausgebaut worden ist, dass es zum Vorbild und zur Grundlage moderner Rechtssysteme wurde. Rom - das ist bis heute der Mythos der Ewigen Stadt. Von Augustus, dem Begründer des Kaisertums, kann man lernen, wie man mit konsequenter PR-Arbeit eine Weltmacht in Bild und Wort in Szene setzt - eine imperiale Tradition, die von den Päpsten unter anderen Vorzeichen weitergeführt wurde und die bis auf den heutigen Tag Roms Ruhm als lebende Legende begründet und verkündet. Man sieht: Es gibt schon gute Gründe dafür, den Römern dankbar zu sein, weil sie gute, stabile Traditionen angelegt und Europa den Weg gewiesen oder, salopp formuliert, aufs Gleis gesetzt haben. Daneben hält Rom historische Modelle bereit, die als solche vielleicht nicht unbedingt zur Kontinuitätspflege oder Nachahmung einladen. Wohl aber zur Reflexion und zum Vergleich. "Brot und Spiele" - diese Formulierung des Satirikers Juvenal ist zur Chiffre für eine Strategie geworden, mit der die Regierenden die Regierten durch möglichst üppige Freizeitangebote von politischer Teilhabe ablenken und geistig betäuben wollen. Das Beispiel Rom bietet einen hervorragenden Anschauungsunterricht - nicht, weil die Rechnung der Mächtigen stets aufgegangen wäre, sondern weil man das brisante Verführungspotential studieren kann, das von der Kombination Bilder und action ausgeht. Für eine moderne Zivilisation von Augenmenschen möglicherweise ein aufschlussreicher historischer Spiegel. Stichwort Caesars Bellum Gallicum - was an diesem Tagebuch des Imperialismus ist vorbildhaft oder nachahmenswert? Aus heutiger Perspektive wenig bis nichts. Aber die europäischen Eliten sind seit 150 Jahren an Caesar geschult worden und haben dort gelernt, was Effizienz, Schnelligkeit und Rationalität bewirken - Einstellungen und "Tugenden", die auch die moderne Welt einfordert und belohnt. Sind das wirklich immer nur "Tugenden"? Durch die Beschäftigung mit Caesars "Gallischem Krieg" kann man in historischer Verfremdung auch einiges über sich selbst erfahren - möglicherweise einschließlich mancher Dispositionen, über die man schon mal ins Grübeln kommen kann. Einige Kapitel des Buches halten mithin "römische" Angebote zum Nachdenken, zur Selbstvergewisserung, vielleicht sogar zur Selbstkritik bereit. Auch ein Anlass, um Rom Dank zu sagen.Das Buch hat nicht den Anspruch, ein erschöpfendes Kompendium zu unserem römischen Erbe zu sein, eher eine Zusammenstellung von Anregungen im Bereich von Geschichte, Kulturgeschichte und Literatur, die sich durch Auswahl, Gewichtung und Beurteilung zu einem Ensemble verbinden, bei dem man, handelte es sich um ein englisches Werk, auf den Untertitel "A personal view" stoßen könnte. Die Beschränkung auf das pagane ("heidnische") Rom ist Teil dieses subjektiven "Konzepts". Dem römischchristlichen Vermächtnis des antiken Rom nachzugehen hätte den vorgegebenen Rahmen gesprengt. Um den Sachbuchcharakter etwas aufzulockern, führen kürzere fiktionale Passagen in die jeweilige Thematik ein. Sie sind allerdings in der Regel nicht völlig frei erfunden, sondern basieren auf antiken Quellentexten. Wer sie als narrative "Appetizer" versteht, die Authentizität und Lebendigkeit in die Darstellung bringen sollen, liegt nicht ganz falsch. Das antike Rom ist nicht nur Vergangenheit. Es hat auch unsere Gegenwart geprägt, es prägt auch uns, ohne dass wir davon wissen. Dieses Buch versteht sich als Einladung in eine spannende Vergangenheit, die nicht vergangen ist. Wenn jemand es darüber hinaus als Werbung auch für ein spannendes Schulfach namens Latein auffassen sollte - der Autor hätte nichts dagegen.