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Rom und das Perserreich: Zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz
 
 
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Rom und das Perserreich: Zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz [Taschenbuch]

Engelbert Winter , Beate Dignas
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2002
Licht und Schatten sieht Uwe Walter bei diesem für "Studium, Lehrerfortbildung, Unterrichtsvorbereitung und Projektunterricht" gedachten Band. Die Pflicht, könnte man resümieren, hält er für gelungen, die Kür für problematisch. So ist die historische Darstellung "faktenreich", der umfangreiche Materialteil überzeugt, die "kenntnisreiche Präsentation" der Quellen könne man, meint Walter, "gar nicht genug bewundern." Jedoch: Allzu fromm kommt dem Rezensenten das für Verständigung plädierende, aktuelle Bezüge suchende Vorwort daher - das klingt ihm nach "Evangelischem Kirchentag". Auch im Methodischen hat er Vorbehalte: mit "strukturgeschichtlichen Fragen" hat man sich kaum aufgehalten, Interesse an "kulturellen Codes" zeigen die Verfasser ebenso wenig - und das trotz des dazu einladenden Materials. Dennoch ist das Resümee eher freundlich: das Buch, meint Walter, "erfüllt seinen Zweck".

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Ein empfehlenswertes Buch, das sich mit dem Sassanidischen Reich und dessen Verhältnis mit Rom und Byzanz befasst. [...] Ein auch für Studenten geeigneter Band, der außerdem im Hinblick auf die Wichtigkeit des Dialogs zwischen West und Ost an Aktualität gewinnt." Heikki Solin, in: Arctos (2006)

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Format:Taschenbuch
Das Buch, erschienen in der Reihe «Studienbücher Geschichte und Kultur der Alten Welt», gehört zu den Digest-Lesebüchern, die ausgewählte antike Texte zu bestimmten Themenbereichen in deutscher Übersetzung „breiten Kreisen" zu erschließen suchen. Ein solches Unternehmen ist lebhaft zu begrüßen. Die Beschäftigung mit dem Thema «Rom und das Perserreich» (von 224 bis 630 n. Chr.) ist nicht nur für Althistoriker eminent wichtig, sondern jedem zu empfehlen, der am historischen Beispiel die keineswegs immer friedliche Koexistenz zweier imperialer Großmächte studieren möchte. Die Voraussetzung jeder eingehenderen Beschäftigung mit antiken Texten wird allerdings nur mit einem Satz von den Herausgebern der Reihe postuliert („die Kenntnis der Quellensprachen bleibt unverzichtbar"), von den Bearbeitern E. Winter und B. Dignas so wenig thematisiert wie das Problem der Auswahl aus der Materialmenge, die viel gewaltiger ist als der unbefangene Leser der 200 Seiten des „Materialteils" vermuten wird.
Zu den genannten Gesichtspunkten, der adäquaten deutschen Wiedergabe der Originaltexte („Daß die Textquellen ... in einer auf ihre Begrifflichkeit hin geprüften Übersetzung geboten werden", sagen die Herausgeber der Reihe) und der notwendigen Auswahl aus der Fülle des Überlieferten, mögen hier einige zufällig ausgesuchte Bemerkungen folgen.
Die deutsche Übersetzung der griechischen und lateinischen Texte ist im allgemeinen korrekt und zuverlässig. Aber Kavadh erließ unter dem Einfluß des mazdakitischen Egalitarismus natürlich nicht „ein Gesetz, aufgrund dessen die Perser öffentlich mit ihren Frauen verkehren sollten" (S. 120). Unexakt übersetzt ist etwa S. 194 „ein Brief ..., der Aussagen macht über die Gefangenschaft der Frau" (richtig wäre „der über die gefangene Frau ein [positives] Zeugnis ablegt"). S. 245 sind „die Streitigkeiten" durch Verwechslung mit einem ähnlich lautenden griechischen Adjektiv in die Übersetzung geraten. Einige Wörter sind nicht wiedergegeben (S. 113 Z. 1 etwa fehlt der Name des armenischen Königs Arsak), ein Risiko, vor dem jeder Übersetzer sich nur durch sorgfältigen Vergleich seiner Arbeit mit dem Original hüten kann. Mehr zu wünschen übrig läßt die sprachliche Gestaltung: S. 109 „sowohl ... als auch man glaubte, daß ..."; S. 110 „damit ... nicht Vorteile bringen werde oder ... sein würden"; S. 118 „wo eine Stadt Gorgo [wohl die Hauptstadt der Satrapie Gurgan, GCH] in das Grenzgebiet der Perser übergeht"; S. 122 „hinsichtlich dieser Angelegenheit"; S. 113, 123, 191, 252 „letztendlich", S. 125 „in keinster Weise", S. 130 „jede Menge", S. 257 [im Kommentar] „nichtsdestotrotz" sind unschöne Belege einer allzu saloppen Umgangssprache, S. 246 „Konvertierung" statt „Konversion" zeugt vom Vordringen des technischen Sprachgebrauchs. Auch auf der ersten Seite des Vorworts hätte das „Schlagwerk Europa" [gemeint ist „Schlagwort"] wohl einem Korrektor auffallen können, was allerdings gegen Ende eines leicht wolkigen Satzes etwas Aufmerksamkeit verlangt. (Warum man S. 146 „einen Archivaren", S. 246 „einen Dämonen" trifft, versteht man nur, wenn man an das modisch gewordene 'den Autoren' als Akkusativ Singular denkt.)
Dem „Materialteil" ist eine nützliche und gut dokumentierte Darstellung der Beziehungen Roms und Persiens von Sulla (96 v. Chr.) bis ins 7. Jahrhundert vorangeschickt (S. 19-71). Die im „Materialteil" folgenden Ausschnitte aus den Quellen sind nicht rein chronologisch angeordnet, was die Benutzung und den Überblick wahrscheinlich erleichtert hätte, sondern in die Bereiche 'außenpolitische Zielvorstellungen', 'militärische Konflikte', 'diplomatische Lösungen', 'Arabienpolitik', 'Wirtschaft und Handel, Grenzschutz', 'Religionspolitik', 'Informationsaustausch' aufgegliedert. Die antiken Texte nehmen nur etwa die Hälfte der 200 Seiten ein, sie werden von einleitenden und erläuternden Bemerkungen fast zu umfänglicher Art begleitet, deren Inhalt man oft auch schon der vorangehenden „Darstellung" entnehmen konnte. Überflüssig erscheint es, den übersetzten Texten noch ein inhaltliches Resümee nachzuschalten. Bei gleichem Gesamtumfang hätte man gut noch 50 Seiten aus antiken Schriften zusätzlich aufnehmen können. S. 115 ist nicht einzusehen, warum man einem Bericht aus dem Historiker Prokop noch eine Seite aus seinem Fortsetzer Agathias anhängen muß, der, den gleichen Vorgang berichtend, auf Prokop verweist, aber zugleich mit besserwisserischem Räsonnement gegen ihn polemisiert; hier geht es nicht um römisch-persische Beziehungen, sondern um Eitelkeiten eines Literaten. Anderseits hätten die unterschiedlichen Berichte von Malalas und Prokop über den kurzen Krieg von 421 bis 422 (S. 160-162) sehr gut durch die detaillierte Darstellung eines Zeitgenossen, des Kirchenhistorikers Sokrates (7,18-21) ergänzt oder ersetzt werden können, die merkwürdigerweise in mageren Fußnoten versteckt bleibt (mit einem falschen Zitat in Fußnote 550).
Der Band wird durch mehrere Beigaben bereichert, eine Reihe von Abbildungen und Karten, Zeittafeln, ein „Glossar" von Amicitia bis Weihrauchstraße und verschiedene Register. Vermißt wird ein Hinweis auf die Transkription der persischen Herrschernamen, bei der die Verwendung des Graphems x zu Mißverständnissen führen könnte.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das persische Großreich der Sasaniden - das letzte der vorislamischen altorientalischen Reiche - bestand über vier Jahrhunderte (226 bis 642/51 n.Chr.) und erstreckte sich von Vorderindien bis zum Euphrat. Die ganze Spätantike hindurch stellte dieses neupersische Reich den wichtigsten und mächtigsten Nachbarn, Partner und Gegner des (ost-)römischen Reiches dar. Während das 3./4. und das 6./7.Jhd. vornehmlich durch Kämpfe geprägt waren (zeitweilig standen persische Truppen sogar in Ägypten), war das 5. Jhd. überwiegend eine Phase der Kooperation der beiden Großmächte - verallgemeinernd gesprochen. Winter und Dignas sammeln Quellen aus 4 Jahrhunderten, die vor allem die diplomatischen und militärischen Beziehungen der beiden Mächte zum Gegenstand haben. Dabei überwiegen die (übersetzten) Schriftquellen und unter diesen wiederum die spätantiken abendländischen Autoren (Ammian, Prokop), was aber auch daran liegt, daß die erhaltene iranische schriftliche Überlieferung insgesamt nicht so umfangreich wie die westliche und überdies zumeist nur durch arabische Vermittlung bekannt ist. Zu den Quellen finden sich auch erläuternde Anmerkungen der Herausgeber. Alles in allem ist dieses Buch - auch wenn man in einigen Details anderer Meinung sein kann und vielleicht eine andere Auswahl getroffen hätte - ein nützliches Instrument für jeden, der sich näher mit dem Thema beschäftigt. Ihm sei auch die ebenfalls recht neue englische Quellensammlung von Greatrex/Lieu ans Herz gelegt. Alle anderen Leser seien zunächst an die Überblickswerke von Wiesehöfer und Schippmann (Sasaniden) oder Demandt (römische Spätantike) verwiesen.
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