Mit diesem Buch wagte ich einen riskanten Versuch: Der Autor zählt trocken alle wichtigen antiken Überreste auf, die Rom zu bieten hat. Also eine ganze Menge, das Buch hat insgesamt 383 eng beschriebene Seiten, die von Fotos und Übersichtsskizzen aufgelockert werden. Das Buch gliedert sich in Kapitel, die sich jeweils mit einem Stadtteil beschäftigen. In jedem Kapitel beschreibt der Autor zunächst die Geschichte des Stadtteils und dessen städtebauliche Entwicklung, z. B. des Straßennetzes. Anschließend widmet sich der Autor den einzelnen Monumenten. Viele dieser Überreste sind in keinem herkömmlichen Reiseführer verzeichnet, und so kommt man mit Hilfe dieses Buches zu einigen Einblicken, die dem gewöhnlichen Rom-Besucher verwehrt bleiben, z. B. Reste der Stadtmauer, die von einer Hauswand aus auf den Gehsteig ragen oder die Spuren einer antiken Insula auf modernem Gemäuer.
Nachteil: Das Buch ist in erster Linie kein Reiseführer, sondern eine Auflistung von Grabungs- und Forschungsergebnissen. Einige der beschriebenen Überreste sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, man muss also mit Enttäuschungen rechnen. Außerdem ist ein wenig Vorbereitung notwendig: Zwar sind in dem Buch zu jedem Stadtteil Karten eingezeichnet, aber ich habe sie immer noch ein wenig ergänzt mit den aktuellen Straßennamen und den Plätzen, die ich aufsuchen wollte. Die Erfahrungen waren unterschiedlich: Auf dem Forum fiel die Orientierung dank einer guten Übersichtsskizze leicht, auf dem Palatin fehlten dagegen die Nummern in der Übersichtsskizze, die die jeweiligen Kaiserpaläste bezeichnen sollten. Insgesamt hat sich der Versuch auf jeden Fall gelohnt: So habe ich selbst auf meinem vierten Rom-Aufenthalt noch viel Neues entdeckt.