Das Studienbuch "Rom und Karthago" von Klaus Zimmermann richtet sich vor allem an ein Publikum, das bisher wenig oder gar keinen Bezug zu den Konflikten zwischen den beiden antiken Mächten Rom und Karthago hatte.
Dementsprechend zeichnet das Werk sich durch Quellennähe, logische (und überaus scharfsinnige) Argumentation und
das step-by-step Vorgehen aus. Erläuterungen und Definitionen zu bestimmten Begriffen runden den vorbildlichen Aufbau des Werkes ab.
Es ist dem Autor gelungen, die teilweise sehr komplizierten Zusammenhänge und divergierenden Forschungsmeinungen einzelner Aspekte auf das Format eines Studienbuches herunterzubrechen, allerdings ohne das der Leser das Gefühl hat, dass ihm etwas vorenthalten wird.
Im Gegenteil, Klaus Zimmermann führt den Leser geschickt und in knapper Form in die Problemstellungen ein und bietet dann Lösungsansätze an, die sich in der aktuellen Forschung durchgesetzt haben. Wer alle Argumente der Forschung nachvollziehen will, wird im thematisch geordneten Literatutverzeichnis schnell fündig und erhält wertvolle Literaturtipps.
Doch auch dieses Werk ist nicht perfekt und noch verbesserungswürdig.
So muss unbedingt das fehlende Kartenmaterial bemängelt werden, dass der Leser vor allem bei Kriegsverlaufsberichten und bei der Erläuterung der (grenzziehenden) Verträge zwischen Rom und Karthago schmerzlich vermisst, sofern er nicht immer einen geeigneten Geschichtsatlas zur Hand hat.
Außerdem fehlen Hintergrundinformationen über das karthagische Staatswesen, die ein besseres Verständnis über die Entscheidungsfindung in Karthago selbst bieten könnten; auch hier muss auf ergänzende Literatur zurückgegriffen werden.
Alles in Allem ist "Rom und Karthago" aber ein sehr gelungenes Werk, das ich vor allem Studenten als Begleitlektüre für ein Seminar zum Thema empfehlen kann.