MARDUK haben die äußerst sympathisch anmutende Eigenart, einem mit ihrer Mucke einen Presslufthammer direkt durch die Schädeldecke zu jagen, diese inklusive aller Reste des Kleinhirns in gut transportierfähige Stückchen zu zerbröseln, bevor dann noch den Überbleibseln der Rest gegeben wird.
Bemerkenswerterweise artet ihre Aggressionsattacke aber dennoch nie in ein sinnloses Blutbad aus - so vollbringen es MARDUK auch auf Rom "5:12" , ihren Tracks bei allem Tempo immer noch dieses gewisse Flair einzuverleiben, mit dem sie, egal in welchem Geschwindigkeitsbereich und egal, wie hoch man auf der Aggressionsskala klettert, immer noch für eine tiefdüstere Atmosphäre und eine enorme Intensität sorgen können.
Nach einem - für MARDUK-Verhältnisse eher verhaltenem Opener - , geht es dann aber gewohnt schmissig weiter, sprich, man fährt in punkto Aggression und Tempo das volle Programm auf und weiß damit auch anno 2007 zu gefallen. Dabei pendeln die alten Schweden gewohnt routiniert zwischen schweren, harten Passagen, galoppierender Wut und punktgenau getimten Blast-Attacken.
Die Gitarren braten zudem fett, das Drumming in jedem Geschwindigkeitsbereich perfekt eingespielt.
Melodie existiert dezent, nimmt der Härte nichts, aber sorgt für Eingängigkeit und das Songwriting ist dank den geschickten Wechseln zwischen den verschiedenen Passagen und dem gekonnten Umschwenken, bevor auch nur Langeweile aufkommen könnte, abwechslungsreich.
Zwar wartet man von Zeit zu Zeit auch einmal mit kurzen, etwas langsameren Passagen auf, doch dienen diese keineswegs einer Einschmeichlung beim Hörer in Richtung allgemeinverträglichere Gefilde, sondern unterstützen sehr gelungen die wütende, intensive Stimmung dieses Albums.
Technisch kann man bei den Jungs sowieso nicht motzen, so kommen alle Tracks trotz des enormen Tempos perfekt getimt und sauber gespielt daher.
Wer also auf der Suche nach einem aggressiven Black Metal-Album mit gutem Sound und variantenreichem Songwriting ist, wird von "Rom 5:12" zweifelsohne vollkommen befriedigt sein, da man hier einfach überdurchschnittlich gute musikalische Ware abliefert.
Wer sich - wie ich - allerdings immer noch nach der auf den Frühwerken erzeugten, zutiefst hasserfüllten Stimmung sehnt, die einen unweigerlich in ihren Bann zog, der kommt möglicherweise nicht umhin, sich trotz aller hier vorgeführten Kunstfertigkeit einem (leichten) Gefühl der Resignation erwehren zu müssen - aber das ist nur ein rein subjektives Empfinden.
Spätestens in den Momenten, wo ich nach den Parallelen zu den alten Meisterwerken such(t)e und diese entdeck(t)e, wird mir klar, dass MARDUK hier wieder ein ganz, ganz großes Ding hingezimmert haben...
Anhänger des geknüppelten Black Metals werden an diesem Werk wohl kaum vorbeikommen.
Beide Daumen hoch - 4,5 Punkte...