Wiz Khalifa - in den USA schon seit geraumer Zeit ein einschlagender Superstar mit mittlerweile fast 5.000.000 Fans auf Facebook, in Deutschland aber nur Kennern ein Begriff. Der Rapper aus Pittsburgh, der seine Karriere 2005 im Alter von 17 Jahren begann, hat eigentlich schon zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Buckel, wird aber dennoch kurioserweise hüben wie drüben als Newcomer bezeichnet. Tatsächlich ist "Rolling Papers" erst sein drittes Studioalbum, aber zwischen den Alben veröffentlichte Wiz Khalifa immer wieder kostenlose Mixtapes, die bei den Fans schnell Kultstatus erlangten. Falls Sie also noch nichts von Wiz Khalifa gehört haben, können Sie etwa seine letzten beiden Mixtapes "Cabin Fever" (2011) und "Kush & Orange Juice" (2010) kostenlos auf völlig legalem Wege herunterladen.
Sein Sound ist schon immer vielseitig gewesen - derbe, harte Nummern mischten sich schon immer mit entspanteren Titeln, und um es gleich zu sagen: auf "Rolling Papers" erwartet uns seine weichere Seite. Dass allein diese Tatsache das Lager der Wiz Khalifa Fans etwas spalten dürfte, ist keine Frage. Nach meinem Empfinden aber ist "Rolling Papers" ein grandioses Album geworden, an dem sich viele freuen dürften! Die Tracklist im Detail:
1.) When I'm Gone
Das Album beginnt mit einem gefühlvollen Piano-Intro, welches dann an Fahrt aufnimmt und einen richtig mitreißt. Inhaltlich geht es darum, sich nicht zu sehr an seinen Reichtum und Besitz zu klammern, den man nach dem Leben sowieso nicht mitnehmen kann. Für mich definitiv eines der besten Lieder des Albums.
2.) On My Level (feat. Too $hort)
"On My Level" ist eine sehr crunk-lastige Nummer, die deutlich düsterer daherkommt als der Einstieg in das Album. In dieser Hinsicht fällt das Lied ein bisschen vom restlichen Stil der Platte ab. Zählt zwar nicht zu meinen Favoriten, kann man sich aber mal anhören.
3.) Black and Yellow
Der Vorzeige-Track schlechthin auf "Rolling Papers". Mit diesem Track (eine Hymne auf seine Heimatstadt, deren Farben Schwarz und Gelb sind) stürmte Wiz Khalifa Ende 2010 Platz 1 der Billboard Charts in den USA und landete auch im Ausland großen Erfolg. Auch in deutschen Clubs war dieses Lied zu hören! Ein richtiger Klassiker!
4.) Roll Up
Weiter geht es mit einer weiteren Single-Auskopplung. "Roll Up" ist eine Mischung aus nachdenklich und fröhlich, die mir sehr gefällt! Der Refrain ist klasse und ein Lob auf eine gute Freundschaft. Wiz hat hierfür übrigens ein Musikvideo mit R&B-Sängerin Cassie gedreht.
5.) Hopes and Dreams
Nach zwei flotten Songs streut Wiz mit diesem Lied wieder eine ruhigere Nummer ein. Für meinen Geschmack aber ein wenig monoton und nicht so interessant wie die anderen Lieder.
6.) Wake Up
Eine tolle Hymne, in der Wiz erklärt, dass er aus seiner Karriere, die einem Traum gleicht, gar nicht mehr aufwachen will. Er steuert viele Gesangseinlagen bei und kreiert so wieder einen ruhigen Flair. Der Beat kommt übrigens vom gleichen Produzenten wie "Black and Yellow" - Stargate
7.) The Race
Ich habe mich gleich beim ersten Hören in diesen Track verliebt. "The Race" ist ein idealer Track für Sommerabende, sei es beim Grillen oder bei einem entspannten Feierabendausklang. Der Flow ist klasse! Unbedingter Anspieltipp.
8.) Star of the Show (feat. Chevy Woods)
Das zweite von drei Features. Chevy Woods ist übrigens ein Label-Mate aus der Rostrum Records - Familie. Für mich ist das Lied zwar kein Highlight, aber ich höre es mir dennoch gerne an.
9.) No Sleep
Als nächstes folgt eine sehr poppige Nummer, die aber viel Spaß macht. Der Refrain mit Ohrwurm-Charakter bleibt lange hängen und insgesamt ist "No Sleep" einfach eine sehr unterhaltsame Nummer!
10.) Get Your Shit
Richtig gehört, dieses Lied beginnt mit einer Akustik-Gitarre! Im Refrain kommen sogar im Hintergrund Streicher dazu. Und dennoch (oder gerade deswegen?) ist "Get Your Shit" in meinen Augen eines der stärksten Lieder des Albums! Wiz verarbeitet hier eine Trennung, denn darum geht es textlich gesehen. Die musikalische Atmosphäre, die dabei geschaffen wird, ist großartig.
11.) Top Floor
Mir persönlich sagt dieser Song nicht so zu. Vom Stil her ist er vergleichbar mit "Hopes and Dreams" und vielleicht trifft er deshalb meinen Geschmack nicht ganz. Eines der ruhigsten Lieder.
12.) Fly Solo
Grandios! Vielleicht das poppigste Lied auf "Rolling Papers", aber auch zugleich ein Highlight! Der Auftakt erinnert etwas an B.o.B. womit man nicht rechnet. Aber wie gesagt, dieses Wiz-Khalifa-meets-B.o.B.-Lied ist ein echter Gute-Laune-Genuss!
13.) Rooftops (feat. Currency)
Auf die ungewohnte aber sehr gelungene Pop-Einlage folgt nun mit "Rooftops" wieder ein Lied im typischen Wiz Khalifa Stil. Geradliniger, raplastiger, ominöser. Gefällt mir sehr. Mit Currency - einer der besten Freunde von Wiz - ist nun auch das dritte und letzte Feature vertreten.
14.) Cameras
Ein herrlicher, leicht nachdenklicher Ausklang. Der Refrain ist wie so oft mal wieder ein einziger Ohrwurm und besitzt hohen Wiedererkennungswert. Macht einfach Spaß!
Fazit:
Ich hatte beim Hören von Wiz Khalifas neuem Album "Rolling Papers" eine Menge Spaß und halte sehr viel von der Platte. Sie zeigt, wie vielseitig der Rapper aus Pittsburgh sein kann, und dass er sich nicht nur auf seinen Hardcore-Rap und auf seine Crunk-Nummern festnageln lassen muss. "Rolling Papers" wird sicher ein breites Publikum ansprechen, da viele verschiedene Einflüsse erkennbar sind. Und vielleicht schafft er ja dann auch hierzulande den Durchbruch. Insgesamt eine abwechslungsreiche, unterhaltsame CD, die ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.