Mitte der 70er Jahre gedreht spielt Rollerball im frühen 21. Jahrhundert, in einer Welt, in der das seit der Antike bekannte Motto "Das Volk braucht Brot & Spiele" mehr denn je Gültigkeit besitzt. Wie zu den Zeiten der Gladiatoren begeistert sich die Masse an einer brutalen Sportart, bei der immer wieder Spieler zu Tode kommen und bei der es keine Regeln gibt. Die Medien und die herrschenden Großkonzerne manipulieren die Spiele und die Zuschauer. Alles wird gepuscht, alles ist wie im Rausch. In einzelnen Aspekten vergleichbar sind hier vielleicht Filme wie The Running Man oder Death Race.
Der "Sport" selbst lässt sich am besten mit dem Amiga Klassiker "Speedball II - Brutal Deluxe" (1989) vergleichen (vor Kurzem von Frogster noch einmal in sehr bescheidener Aufmachung neu aufgelegt). Auch hier gibt es keine Regeln. Die Spieler prügeln aufeinander ein was das Zeug hält, der Spielball ist wie im Film eine eiserne Kugel, die Bonusslots sehen so aus, wie die Tore im Film. Sieger ist der Stärkere, was zählt ist die Gewalt, nur am Rande die Taktik und die Spielzüge.
Und in Rollerball kommt es, wie es kommen muss - als sein bester Freund ums Leben kommt und die Betreiber das Spiel immer weiter verschärfen, erwacht der Star der Liga aus seiner Trance, erkennt die Wahrheit, erkennt die Fehler und macht es sich zum Ziel, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten...
Rollerball kann nicht verleugnen ein Kind der 70er zu sein. Bild und Tonqualität (DD 5.1!) gehen in Ordnung, aber man sieht dem Film sein Alter an. Action, Spannung und Tiefgang wirken für heutige Verhältnisse zum Teil einfach ein wenig flach, altbacken, man muss auch mal über die Vorhersehbarkeit des Plots lächeln. Dennoch ist dieser Film einfach ein Kultklassiker, ein Film der einen fesselt, der auf seine Weise zu begeistern weiß. Das Szenario ist stimmig, die Charaktere, die Gesellschaft manchmal erschreckend nahe an unserer heutigern Realität. Man muss sich nur auf das einstellen, was einen wirklich erwartet, dann bietet Rollerball gelungene Abendunterhaltung. Mit MakingOf, Trailer und Co., geht auch das Bonusmaterial in Ordnung. Von mir vier Sterne für einen guten, wenn auch am Ende nicht ganz perfekten und qualitativ ein wenig aufbesserungswürdigen Film.