*** NACHTRAG vom 26.04.2012 ***
Nach rund zwei Monaten Bürobetrieb (morgens an, abends vom Strom getrennt, ca. 2 mal pro Woche USB-Stick-Wechsel) fiel mitten im Betrieb der USB-Anschluss aus, der Rahmen startete dauernd neu. Auch die USB-Host-Funktionalität lief nicht mehr, also zurück zum Händler, nach 10 Tagen war das Austauschgerät da (offenbar gebraucht, da ohne Schutzfolie - aber neuwertig). Dieses hatte eine stark veränderte Benutzungsoberfläche und eine neue - aufgeräumtere - Fernbedienung. Leider waren einige nützliche Einstellungen offenbar auch verschwunden. Um zum Standbild und zurück zu wechseln, musste man nun drei verschiedene Betrachtungsmodi durchschalten - dabei wird der Lautsprecher aktiviert (aber nicht mehr abgeschaltet), was bei diesem Gerät zum dauerhaften, nervigen Zischeln führte. Auch Musik- oder Videowiedergabe war so nicht zu ertragen.
Also wieder zurück, diesmal war das Ersatzgerät (neu, da mit Folie) in fünf Tagen da - in weiß statt schwarz, na toll. Der Servicemensch der Filiale war freundlich und wollte mir stattdessen ein neues - schwarzes - Gerät geben, riet nun aber selbst zum Test. Dieses Gerät (wieder mit der alten Software) ignorierte den USB-Stick völlig. Er bot mir an, das Geld zurückzuerstatten, aber da es ein Geschenk war, wollte ich noch ein weiteres probieren. Dieses zischelte nicht und akzeptierte den USB-Stick; erst zuhause merkte ich, dass hier der Helligkeitssensor defekt ist.
Das Angebot, im Zeitraum von zwei Jahren das Gerät auszutauschen, entbindet den Hersteller nicht davon, wenigstens eine grundlegende Qualitätssicherung durchzuführen. Die ist bei diesen Geräten beim besten Willen nicht zu erkennen. Der Aufwand des dauernden Austauschs und der Ärger, wenn wieder ein Defekt auftaucht - und das inzwischen mangelnde Vertrauen auf die Haltbarkeit, wenn mal kein sofortiger Fehler zu erkennbar sein sollte - lässt mich nun um Rollei-Produkte einen weiten Bogen machen. Sollte es sich um "statistische Ausrutscher" handeln, dann eher beim ersten Gerät, welches immerhin zwei Monate fehlerfrei war. Ich empfinde diese Qualität als Frechheit und kann nur jeden auffordern, auf seinem Recht zu bestehen und defekte Geräte zurückzusenden, und sich irgendwann das Geld zurückgeben zu lassen.
Leid tut es mir besonders für meine Frau, die sich wirklich Mühe gegeben und ein im ersten Eindruck sehr überzeugendes Gerät ausgesucht hatte, und die nun noch frustrierter ist als ich.
*** Ursprüngliche Rezension ***
Dieser Bilderrahmen ist in seinen Merkmalen derart unausgewogen, dass eine faire Einstufung schwer fällt.
Die Bildwiedergabe macht einen sehr, sehr guten Eindruck. Die Farben sind brillianter und naturgetreuer als auf meinen diversen TFT-Monitoren (acer X243HD, alter Dell 17"). Der Kontrast ist hoch, die Farbabstufungen deutlich feiner differenziert, das Bild ist durch die für einen 10-Zoller unüblich hohe Auflösung (1024x768) scharf und knackig. Anscheinend kann der Rollei einen erweiterten Farbraum im Vergleich zu einem normalen TFT-Monitor wiedergeben. Kurz, es ist eine Freude (auch im Vergleich zu anderen Bilderrahmen dieser Kategorie), sich hierauf seine Schnappschüsse anzuschauen.
Der Blickwinkel ist zwar für einen Bilderrahmen recht eng - bei ca. 10 Grad beginnt schon wahrnehmbare und rasch zunehmende Abschattung, bei 45 Grad sinkt die Helligkeit auf die geschätzte Hälfte - aber es sind keine Farbverfälschungen sichtbar, so dass der Gesamteindruck noch gut ist.
Weitere positive Punkte:
+ schnell reagierender Lagesensor - das Bild wird immer aufrecht angezeigt
+ Zuverlässiger Lichtsensor
+ Bei ausgeschaltetem Bild ist am Netzteil keinerlei Wärmeentwicklung erkennbar,
+ Kann Videoaufnahmen von früheren Canon Powershots (A70, A85 etc., Format: mjpeg, Dateiendung avi) mit Ton abspielen
+ Das Gerät kann zur festgelegten Uhrzeit automatisch angeschaltet (Mo-Fr/einmal/täglich/Wochenende) und zu einer zweiten Uhrzeit ausgeschaltet werden. Leider kann die Art der Wiedergabe (Dia/Musik/Video) nicht voreingestellt werden.
+ Die Bedienoberfläche ist gut strukturiert, Helligkeit, Kontrast, Sättigung können in weiten Bereichen verstellt werden (Auswirkung auf Bildqualität noch nicht geprüft).
+ Aussparung für Kensington-Lock (Notebook-Schloss)
+ Gerät kann als Massenspeicher mit dem Computer verbunden werden, um Bilder/Musik/Filme direkt in die interen (mageren) 128 MB zu spielen.
Nun aber zu den m.E. teilweise erheblichen Defiziten, die für den einen oder anderen absolute Kill-Kriterien darstellen dürften:
- Bilder werden - stur - nach einer festen Reihenfolge abgespielt, und immer - IMMER - von Anfang an. Der Rahmen hat auch nach Tagen ohne Strom die korrekte Uhrzeit, aber kann sich nicht mal merken, wo er aufgehört hatte. Wer will schon jeden Tag dieselben Bilder zur selben Zeit sehen?
Diese "Unfähigkeit" ist um so grotesker, als dass bei der Video-Wiedergabe (und NUR dort) eine Zufallswiedergabe möglich ist, und auch der Überblendeffekt der Diashow auf (echten!) "Zufall" gestellt werden kann.
Wer seine Bilder zu 5-Sek.-Standbildfilmen umwandeln mag, könnte also zumindest die zufällige Diashow "emulieren", muss dann aber auf Überblendung verzichten mit einer Einblendung der Spieldauer im Fussbereich leben.
Die Überblendung der Diashow kann übrigens zwischen 5, 15, 30 etc. Sek. bis max. 15 min. eingestellt werden.
Nachtrag: Nach Rücksprache mit dem (schnell und ausführlich antwortenden) Rollei-Service ist ein solches Feature nicht vorhanden - soll also wohl auch per Firmware-Update nicht bereitgestellt werden. Damit ist es entweder eine bewusste Marketing-Entscheidung oder ein Lizenzkostenproblem...
Nachtrag 2: Drückt man in der Diashow "Exit", erhält man eine Übersicht der Vorschau-Bilder, in der man auswählen kann, ab wo die Diashow fortgesetzt wird.
- Das Gerät reagiert nur auf ca. jeden fünften Druck der Fernbedienung, und nur bei genauem Zielen - unabhängig vom Abstand (Nachtrag: schräg von unten geht es besser). Da sie zu viele Knöpfe ohne klaren Druckpunkt bei viel zu schlechter Anleitung hat, ist man bald verunsichert, welcher Knopf in welcher Situation überhaupt funktioniert.
Die wesentlichen Funktionen sind wenigstens über Tasten auf der Rückseite bedienbar, aber nur, wenn das Gerät nicht an die Wand gehängt wird.
- Die Wiedergabe von mpeg2 (z.B. per Ausstrahlung von Satellit, Kabelfernsehen oder umbenannte .vob-Dateien von DVD) scheitert an einem zu langsamen Prozessor oder zu schlechter Programmierung. Das Bild stockt häufig, der Ton aber rennt schonmal fröhlich weiter... DVB-T mit seiner niedrigen Datenrate habe ich noch nicht probiert, habe aber keine Hoffnung.
- Videos können nur auf den ganzen Bereich gestreckt, oder in Originalgröe wiedergegeben werden. Bei 16:9-Filmen mit Handyauflösung sieht man also entweder Eierköpfe, oder eine Art animierte Briefmarke.
- Der Ton ist für die beschriebene mjpeg-Filmchen völlig ausreichend, aber leider nur dafür. Musik kling wie durch eine Telefonleitung, tiefe Frequenzen werden abgeschnitten - offenbar durch die Elektronik, denn auch über Kopfhörerausgang fehlen sie.
- Der obige Punkt stört nicht wirklich, da auch die mp3-Wiedergabe immer stur beim ersten Lied anfängt und es auch hier keine Zufallswiedergabe gibt. Ordner sind nicht sichtbar, es wird eine "flache" Liste ALLER Lieder nacheinander angezeigt. Man nur einzelliedweise springen...
- Mit dem "Dateimanager" können Daten nur zwischen Speichermedien kopiert oder gelöscht werden. Nur im Videomodus ist ein eigener Dateimanager realisiert, um einen Film direkt anwählen zu können.
- Die Kalenderfunktion besteht aus zwei fest definierten Ansichten mit graublauem Hintergrund, weißer Schrift und einer Dia-Show mit einem viertel der Bildgröße. Eine Möglichkeit, über Vollbilder einen Kalender legen zu lassen, gibt es nicht (nur die Möglichkeit, eine kleine Uhrzeit in rot anzuzeigen)
- Bei meinem Gerät war die Schutzfolie an einem Rand zwischen Display und Gehäuse derart fest eingeklemmt, dass sie nur mit starkem Zug entfernt werden konnte, wobei schwarzer, hartnäckiger Kleber auf das Display geschmiert wurde, den ich noch nicht abbekommen habe.
- Die Anleitung besteht aus zwei lächerlichen Seiten, dafür kommen vielsprachige Menschen voll auf ihre Kosten. Auf der CD befinden sich wenigstens noch einige Seiten mehr. Was alles NICHT geht muss man sich aber selbst erarbeiten. Zusätzlich ist auf der CD ein Ordner "Software" mit einer Datei "AMAMUPUP.bin" - vermutlich die Firmware, ein Update ist vorgesehen. Die Datei kann aber nicht mit einem Editor begutachtet oder kopiert werden (CRC-Fehler - Vorsicht bei "Update"-Versuchen!!).
Mein FAZIT: Als Präsentationsgerät für Werbefilmchen eignet sich das Gerät sehr gut. Nur hätte dann eine übliche Auflösung gereicht, und es verwundert, dass über den Dateimanager anscheinend nur Bilder in den internen Speicher kopiert werden können.
Auch bei der Diashow scheint das Gerät hauptsächlich als Werbemedium gedacht zu sein, denn hier (und nur hier) dürfte eine feste Abfolge gewünscht sein.
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