Das Gerät hat einige gute Eigenschaften, ist aber unzureichend bezüglich der Scanqualität. Die Scans sehen regelmäßig so aus, als seien vormals gute Digitalbilder durch Nachbearbeitung mit zu viel Kontrastverstärkung und Nachschärfen verunstaltet worden. Ein einfacher Scan dauert zwar nur 2-3 sek, aber mit eingeschaltetem Magic Touch zur "Staub und Kratzer Entfernung" springt die Zeit auf 45 sek hoch!
Das Gerät ist nahezu würfelförmig mit einer Grundfläche zwischen DIN A4 breit und längs, und wirkt dadurch sehr wuchtig, ist dann aber leichter als erwartet. Die Größe und gute Verarbeitung macht es stabil.
Ein dickes Handbuch im Postkartenformat liegt bei. Das ist aber nur deswegen so dick, weil knappe Informationen in 16 Sprachen wiederholt werden. Inhaltlich wird kaum mehr gemacht als die Optionen zu drucken, die ich ohnehin sehe, wenn ich das Gerät bediene. Wofür die Optionen dienen, und wie man sie verwenden sollte, wird nicht erklärt. Beispielsweise ist mir immer noch unklar, was die Wahl einer "Auflösung" von "sehr hoch, hoch, normal" von der "Größe" von "12M, 9M, 5M, 1M" unterscheidet. Der Sensor soll nativ 9M (Megapixel) Auflösung haben, warum also Interpolationen zu noch größeren Pixelzahlen offeriert werden erschließt sich mir nicht. Dies, wie auch die Reduzierung der Pixelzahlen, könnte bei Bedarf besser am Rechner gemacht werden. (Die Wahl der Auflösung hatte kaum einen Einfluss auf die Bildgröße - Extremwerte bei komplexen Bildern waren 1.5MB bei "sehr hoch" und 1.3MB bei "Normal". Die Wahl der Größe hatte mehr Effekt, ging aber von 100% bei "9M" nur auf ca 20% bei "1M" zurück.)
Das Gerät kann Dias und Negative im 36x24mm Format(135er Film) als auch im 60x45 und 60x60mm Format (120er Filme) scannen, als auch Papierfotos (bis 10x15cm). Ich habe alle Größen getestet.
Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung war in allen Fällen gut.
Dias:
Ein Halter für Dias im 5x5cm Format liegt bei. Dieser wird entriegelt, aufgeklappt, und dann werden die Dias in passgenaue Schalen eingelegt, der Rahmen zugeklappt und verriegelt. Es können dünne, glaslose Rahmen als auch dicke Rahmen mit Glas eingelegt werden, und sogar gemischt. Die Bilder waren immer zufriedenstellend im Fokus. Die Riegel sind sehr wichtig für die feste Dia Halterung, machen aber leider einen mickrigen Eindruck.
Bei den 8 Möglichkeiten ein Dia einzulegen, verbunden mit den 4 Möglichkeiten den Rahmen in das Gerät zu schieben kommt ein wenig Verwirrung auf. Nur eine von den 32 ist richtig ;-). Die Beschriftung mit Pfeilen an allen Ecken des Rahmens, verbunden mit Orientierungs-Logos nur aussen auf dem Rahmen - mithin nicht sichtbar, wenn man den Rahmen aufgeklappt hat - ist wenig hilfreich.
Eine eingebaute Magic Touch Funktion erlaubt, Fusseln, Kratzer u.a. aus dem Bild zu entfernen. Dabei wird die Stelle des Fussels meist mit der Farbe des Nebenbereiches ersetzt, manchmal aber auch nur mit Grau. Das passt aber immer noch besser als das tiefe Schwarz eines Fussels. Insgesamt klappt es erstaunlich gut - zwar nicht immer aber doch meist - und zwar sowohl mit glaslosen als auch Glasdias (und auch mit 135er Negativen).
Nur: die Scanzeit geht von 2-3 sek ohne MT auf 45 sek mit MT hoch! Diese Einschränkung lässt den Arbeitsfluss deutlich sinken. Weder im Werbematerial noch in dem Handbuch wird darauf hingewiesen.
Die Scans habe ich per Beamer projiziert, und gleichzeitig die Dias per klassischem Projektor. Die Qualitätsmängel waren überdeutlich. Helle Bildbereiche (Wolken am Himmel, helle Kleidung) werden praktisch zu strukturlosem Weiss, dunkle Bereiche (Gegenstände im Schatten, Abendstimmung) zu strukturlosem Schwarz. Nur bei Bildern mit geringen Hell-Dunkel Unterschieden waren die Scans akzeptabel.
Negative:
Ein weiterer Rahmen ähnlich wie bei den Dias erlaubt das Einlegen eines Streifens von bis zu 6 Negativen. Auch hier stellt sich die Herausforderung des Findens der richtigen Orientierung! Innen hat der Rahmen auf der einen Seite Führungsschienen, zwischen die man die Negative halten kann, auf der anderen Seite einen flachen Deckel. Nur: alle meine Negativstreifen haben eine leicht Wölbung, und diese muss für die korrekte Seiten-richtigkeit nach unten liegen. Dann aber liegen die Filmkanten höher als die Führungsschienen, und werden von diesen NICHT festgehalten! In der Folge verrutschen die Streifen beim Schließen des Halters, so dass in der Regel mehrere frustrierende Versuche für eine korrekte Positionierung notwendig sind. Ein gut ausgeleuchteter Arbeitsplatz ist hilfreich; vom Sofa aus wird das nicht gehen.
Für die Qualität habe ich Papierfotos von diesen Negativen mit den am Bildschirm gezeigten Scans verglichen. Gleiches Ergebnis wie bei Dias.
Papierfotos:
Auf "Photo" umschalten, Deckel heben, Papierfoto auf Glastische legen, Scanknopf drücken, fertig (Prinzip bedingt funktioniert Magic Touch hier nicht). Leider auch hier ein Qualitätsproblem: an einem DIN A4 Scanner erstellte Scans von denselben Vorlagen hatten meist eine bessere Qualität.
120er Filme:
Es liegen 2 Passepartouts bei, die wie ein Papierfoto auf den Glastisch gelegt werden, und in deren Ausschnitte die 60x45 bzw 60x60 Negative/Positive passen. Streifen von Negativen müssen anscheinend in Einzelbilder zerschnitten werden! Anders als bei Papierfotos wird wie bei den Dias per Durchlicht (montiert im Deckel) gescannt. Das limitiert die Filmgröße auf die Größe der Durchlicht-Einheit, sodass ich meine alten Rollfilmschätzchen (60x90mm) deswegen leider NICHT scannen kann.
Angesichts der Arbeit und Zeit, die ich für das Scannen trotz dieses "schnellen" Gerätes aufwenden müsste, ist die Qualität einfach zu schlecht. Und um es bereit zu halten für einen gelegentlichen Scan alter Fotos ist es zu teuer und zu voluminös. Ich habe es zurück gegeben.