Nach dem schon hochklassigen "Presto" verfolgen RUSH die eingeschlagene Schiene weiter, d.h.: mehr Gitarren, weniger Keyboard, mehr Rock!! Im Gegensatz zum Vorgänger wirkt diese Scheibe aber insgesamt etwas ausgereifter und homogener - und was darüber hinaus am meisten auffällt: "Roll the Bones" schafft irgendwie den Spagat zwischen anspruchsvollem Rock und Funk (ja, richtig gehört), was besonders im Titelsong deutlich wird. Diese Orientierung macht sich besonders bei Geddy Lees Gesang bemerkbar, der immer mal wieder einen Haken in diese Richtung schlägt.
Doch was hauptsächlich zurückbleibt, wenn man diese Scheibe hört, sind die einfach nur grandiosen Melodien, die raffinierten Ideen und die spielerische Klasse der Band.
Höhepunkte herauszugreifen fällt schwer, aber alleine der Opener "Dreamline" und der Titeltrack sind den Kauf des Albums wert. Dazu kommen noch das verträumte "Bravado", "Ghost of a Chance" (wunderschöne Melodie), das groovige "Face Up" oder das vertrakte "You Bet Your Life", die allesamt zu den ganz großen Werken der Band zu zählen sind. Aber auch der Rest des Albums fällt kaum ab, und mit "Where's My Thing" haben RUSH das erste Instrumental seit "YYZ" am Start, wo sich abermals die unglaublichen Fähigkeiten der Kanadier entfalten.