Ich habe als Musiklehrer die Gitarrenschule von Rolf Zuckowski gekauft, weil ich mittlerweile viele sehr junge Kinder im "Zuckowski"-Alter an der Gitarre unterrichte. Rolfs Lieder sind dort sehr beliebt. Die Gitarrenschule kommt mit einer CD, auf der sämtliche Stücke und Übungen aufgenommen sind. Auf einer Seite des Stereo-Panoramas ist die Gitarre zu hören, auf der anderen Seite die Stimme. So kann man beides getrennt voneinander in der Lautstärke regeln. Gut gemacht. Die Gitarrenschule ist gut strukturiert und man merkt, dass die Zielgruppe in erster Linie Erzieher sind, die für ihre Tätigkeit im Kindergarten oder der Kindertagesstätte das Gitarrenspiel erlernen möchten. Die Schule ist für das autodidaktische Lernen auch sehr gut geeignet. Sehr wichtig ist dabei auch das Kapitel über das gemeinsame Singen. Hier werden viele Fehler gemacht, die durch ein intensives Studium der Thematik verhindert werden können. Natürlich umfasst das Kapitel nicht alle Aspekte, gibt jedoch wichtige Hinweise und wer mag, kann ja in der Fachliteratur zum Singen mit Kindern weiterlesen und vertiefen. Es gibt jedoch auch einige Kritikpunkte: Das Layout der Gitarrenschule ist teilweise unübersichtlich und teilweise etwas altbacken. Manchmal erinnert es stark an die Peter Bursch Gitarrenschulen, die ich aufgrund des Layouts meide. Es wäre oft besser gewesen, einfach den Text mit den Akkorden darüber und Taktstrichen abzudrucken als über zwei Seiten mit übertrieben großer Schrift nur die Akkorde. Später kommen dann Noten hinzu, die auch meines Erachtens viel zu viel Raum einnehmen. Darunter steht dann oft der Text mit Akkorden, der dadurch in seiner Übersichtlichkeit und Struktur etwas leidet, weil ihm zu wenig Platz eingeräumt wurde. Das Erlernen der Notenschrift spielt für diesen Bereich ohnehin keine oder eine untergeordnete Rolle. Hier wären vielmehr Griffdiagramme und vor allem Anschlagmuster ohne Noten sinnvoller gewesen. Denn es geht dem Käufer wahrscheinlich in erster Linie darum, mit wenig Aufwand an seinem Arbeitsplatz die beliebten Zuckowski-Lieder begleiten zu können. Das würde ich in einer späteren Auflage noch einmal überarbeiten. Die Liedauswahl ist in Ordnung, lässt aber m. E. einige der Gassenhauer vermissen, die ich selbst in meiner Kindheit geliebt habe (und unser kleiner zweijähriger Sohn gerade auch!). Was ich mir also wünschen würde: 1. Überarbeitung des Layouts (kleinere Schriftart). 2. Mehr einfache Anschlagmuster und Anleitungen dazu, denn Griffdiagramme findet man überall, gute Anschlagmuster mit Spielanleitung nicht. 3. Einen Hinweiskasten am Ende jedes Kapitels: "Mit den gerade erlernten Griffen und Anschlagmustern kannst Du folgende Songs spielen: ....". 4. Für mich als Musiklehrer und Tontechniker relevant, vielleicht für andere nicht: Der Gitarrist, der die Hörbeispiele eingespielt hat, spielt sehr unsauber. Hier wäre Peter Weihe, der auch die Gitarren auf den Zuckowski CDs gespielt hat, die bessere Wahl gewesen. War vielleicht aber aus Kostengründen bei einer Erstauflage nicht drin. Fazit: Alles in allem ist das ein für Autodidakten gutes Lehrbuch, welches eindeutig den Erzieher als Zielgruppe hat, der für seinen Beruf auf das Gitarrenspiel erlernen muss. Für Kinder, die das Spielen erlernen möchten, gibt es geeignetere Werke.