Ich möchte vorausschicken, dass ich seit Jahren ein großer Fan von Rolf Hoppe bin, was auch damit zusammnhängt, dass ich selbst in Dresden geboren und ihm mehrfach begegnet bin. Daher kaufte ich das Buch in großer Erwartung - und wurde sehr enttäuscht.
Dies mag meiner Meinung nach maßgeblich damit zusammenhängen, dass dieses Buch nicht von Rolf Hoppe selbst, sondern von Dieter Zumpe geschrieben wurde. Werden Biografien von Dritten über lebende Zeitgenossen verfasst, handelt es sich bedauerlicherweise selten um objektive und unterhaltende Werke, sondern entweder um Schmähkritiken oder - wie in diesem Fall - um eine Art Heldenverehrung.
Ohne Zweifel ist dieses Buch gut recherchiert und es kommen auch viele Kollegen von Rolf Hoppe zu Wort. Man merkt jedoch sehr bald, dass der Autor mehr als bemüht ist, Rolf Hoppe ohne jedweden Fehl und Tadel darzustellen. Warum? Rolf Hoppe hatte und hat ein sehr langes und abwechslungsreiches Leben. Schließlich hat er sowohl in der Zeit vor 1945 gelebt, als auch in der DDR und nach der Wende. Wenn man eine solches Alter erreicht und ein solches schaffensreiches Leben geführt hat, ist es realitätsfremd anzunehmen, es hätte nur eitel Sonnenschein gegeben.
Insoweit muss man sich nur die selbstgeschriebenen Biografien von Mario Adorf oder Herbert Köfer ansehen, um zu ersehen, wie gut gestandene Schauspieler selber humorvoll auf ihr Leben mit allen Anekdoten und Anekdötchen (guten wie schlechten) zurückblicken können.
Herr Zumpe scheint jedoch so sehr bemüht zu sein, Rolf Hoppe in einem poltisch korrekten Licht erscheinen zu lassen, dass darunter die Spannung des Buches erheblich leidet. Schade.