Die Stärke des Buches ist sein Anliegen: dem v.a. jugendlichen Leser einen möglichst wirklichkeitsgetreuen Einblick in die Alltagskultur und das Leben der späten Altsteinzeit zu vermitteln. Lornsen tut das als Fachmann gekonnt, bruchlos und gut lesbar und in eine Story eingebettet, die einerseits interessant ist, andererseits genug Raum für eben diese Details lässt. Lediglich die sich überschlagenden Ereignisse zum Auftakt der Geschichte sind ein wenig lapidar, kurz und seelenlos geraten.
Die Schwäche des Buches ist eine Folge seines Anliegens: alles, was nicht materielle Alltagskultur ist, gerät entweder zu modern oder kommt viel zu kurz. Rokal, Faskon, Lagun und all die anderen sind, was ihr Bewusstsein angeht, leider kaum mehr als heutige Menschen in Fellkleidung. Und die geistige Kultur, vertreten durch eine Frau als Oberhaupt, erschöpft sich in Zauberglaube und bösen Ahnungen. Hier wäre ein wenig mehr Mut der Geschichte sicherlich nicht abträglich gewesen. Und dem an junge Leser vermittelten Bild erst Recht nicht.
Witzig (und mir einen Stern wert): die Illustration von Harm Paulsen auf Seite 83 namens "Umin der Steinschläger" zeigt niemand anderen als: Ihn selbst.