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Dazu gehört "Rohstoff", ein mit autobiografischen Elementen gespickter Roman. Fauser beschreibt den Weg seines Protagonisten Harry Gelb, ein selbst ernannter Schriftsteller auf der Suche nach seiner literarischen Identität.
Schauplätze dieses Findungsprozesses sind Istanbul, Frankfurt, Göttingen, Berlin und natürlich die Wege, die zwischen diesen Orten zurückzulegen sind. Die Zeit spielt eine unter geordnete Rolle, es ist lediglich zu erahnen, dass die Story irgendwann Ende der 60er Jahre beginnt und in den Mittsiebzigern endet.
Harry Gelb ist süchtig. Er will schreiben, fühlt sich getrieben von dem Drang, etwas auf Papier zu bringen. Zunächst hindert ihn das türkische Opium, später der deutsche Alkohol daran, seinen Weg zu gehen. So hält er sich mit vielerlei Jobs über Wasser. Dealer, Bankangestellter, Bürohilfe, Redakteur, Wachmann - mal dies mal das. Und gelegentlich auch eine Veröffentlichung, allerdings ohne großen Erfolg bzw. Widerhall in der Öffentlichkeit.
Und auch die politischen Entwicklungen der Nach-68er-Jahre gehen nicht spurlos an ihm vorüber. Hier beschreibt Fauser übrigens sehr gut, was so manchen damals zum Mitmachen und Steinewerfen verleitete. Ich musste beim Lesen jedenfalls schmunzeln und an die jetzige Debatte um Joschka Fischer und Jürgen Trittin denken.
Unterm Strich vermittelt "Rohstoff" ein gutes Bild jener Zeit, in der junge Menschen eine Orientierung suchten in einem von Wirtschaftswunder, Adenauer und Spießigkeit geprägten Deutschland. Festgemacht an Harry Gelb, aber auch immer wieder dargestellt an Menschen, deren Weg dieser "Held" im Verlaufe der Zeit kreuzte.
In weiten Teilen erinnert dieser Roman tatsächlich an die auch darin zitierten Literaten der amerikanischen Beat-Generation (Burroughs, Kerouac, Ginsberg). Fauser weiß, worüber er schreibt. Das spricht aus jeder Zeile und das macht auch 13 Jahre nach seinem Tod seine Bücher noch lesenswert.
Er wurde übrigens überfahren, als er schwer betrunken auf dem Nachhauseweg in München den Mittleren Ring überquerte, ein Motiv, allerdings in Frankfurt angesiedelt, das auch in "Rohstoff" einmal angesprochen wird. Vielleicht eine Vorahnung.
Ein Tipp: Wer sich gerne mehr mit Fauser beschäftigen möchte sollte sich den sehr unterhaltsamen Krimi "Das Schlangenmaul" zu Gemüte führen. Vertonte Lyrik ist auf den Schallplatten "Blues in Blond" und "Ungeschminkt" von Achim Reichel zu finden.
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