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Rohstoff
 
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Rohstoff [Broschiert]

Jörg Fauser
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 326 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (21. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325723922X
  • ISBN-13: 978-3257239225
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 49.964 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg Fauser
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Roher Stoff, unbehauen, unverstellt, echt. Leben ist Erleben. Leben ist Schreiben. Wann vorher, wann nachher hat ein Schriftsteller eine ähnlich euphorische Wirklichkeits-, eine ähnlich existentielle Schreibposition vertreten? Jörg Fauser war vierzig Jahre alt, als sein autobiographischer Roman Rohstoff erschien. Drei Jahre später war er tot. Gut, daß er es vorher aufgeschrieben hat, sein Leben, in diesem großen Buch über sein Alter ego, Harry Gelb. Alles selbst erlebt, selbst gelebt, den unendlichen Drogenrausch am Bosporus, die Selbstheilung nach Burroughs' Vorbild mit der Antidroge Apomorphin. Und die Reise dann zurück nach Frankfurt, ins Milieu , in die Heimat. (...) Das Leben als Anarchist in den Kommunen von Berlin. Und der Haß, der Haß auf das Kultur-Establishment, die ganze lebensverdrängende, wirkliche westdeutsche Gegenwart von 1968: Dieser deutsche Brei, diese klebrige Soße schmeckte so schlecht, weil sie zubereitet war aus den Rückständen politischer Krankheiten, aus den überlebten Doktrinen des Jahrhunderts, und angereichert mit den politischen Modebegriffen der jeweiligen Saison.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die wirkungsvollsten deutschen Bücher der letzten 20 Jahre)

»Es war ein Gegenwartshunger, der Fauser antrieb, sein Thema war dieses Deutschland, war diese BDR, die er mit einer Genauigkeit schilderte, die der Reporter gelernt hat. Rohstoff ist sein bestes, sein bleibendes Buch.« (Die Zeit)

» Rohstoff ist Fausers bester Roman. Das autobiografische Zeugnis, in dessen Mittelpunkt Fausers Alter Ego Harry Gelb steckt, ist Zeitdokument, drastische Lebensbeschreibung und ein Porträt der Underdogs der sechziger und siebziger Jahre.« (Wolfgang Paterno, PROFIL) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist der zweite Band einer im Alexander Verlag Berlin erscheinenden Jörg-Fauser-Edition. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitlos gut und aktuell 21. März 2001
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Angesichts der momentan so angesagten zeitgenössischen deutsch sprachigen Popliteratur darf ein Autor wie Jörg Fauser nicht in Vergessenheit geraten. In der Zeit von 1974 bis zu seinem frühen Tod 1987 schrieb er mehrere Romane, viele Gedichte und Essays, die nach wie vor von einiger Aktualität, oder sollte man besser sagen: zeitlos, sind.

Dazu gehört "Rohstoff", ein mit autobiografischen Elementen gespickter Roman. Fauser beschreibt den Weg seines Protagonisten Harry Gelb, ein selbst ernannter Schriftsteller auf der Suche nach seiner literarischen Identität.

Schauplätze dieses Findungsprozesses sind Istanbul, Frankfurt, Göttingen, Berlin und natürlich die Wege, die zwischen diesen Orten zurückzulegen sind. Die Zeit spielt eine unter geordnete Rolle, es ist lediglich zu erahnen, dass die Story irgendwann Ende der 60er Jahre beginnt und in den Mittsiebzigern endet.

Harry Gelb ist süchtig. Er will schreiben, fühlt sich getrieben von dem Drang, etwas auf Papier zu bringen. Zunächst hindert ihn das türkische Opium, später der deutsche Alkohol daran, seinen Weg zu gehen. So hält er sich mit vielerlei Jobs über Wasser. Dealer, Bankangestellter, Bürohilfe, Redakteur, Wachmann - mal dies mal das. Und gelegentlich auch eine Veröffentlichung, allerdings ohne großen Erfolg bzw. Widerhall in der Öffentlichkeit.

Und auch die politischen Entwicklungen der Nach-68er-Jahre gehen nicht spurlos an ihm vorüber. Hier beschreibt Fauser übrigens sehr gut, was so manchen damals zum Mitmachen und Steinewerfen verleitete. Ich musste beim Lesen jedenfalls schmunzeln und an die jetzige Debatte um Joschka Fischer und Jürgen Trittin denken.

Unterm Strich vermittelt "Rohstoff" ein gutes Bild jener Zeit, in der junge Menschen eine Orientierung suchten in einem von Wirtschaftswunder, Adenauer und Spießigkeit geprägten Deutschland. Festgemacht an Harry Gelb, aber auch immer wieder dargestellt an Menschen, deren Weg dieser "Held" im Verlaufe der Zeit kreuzte.

In weiten Teilen erinnert dieser Roman tatsächlich an die auch darin zitierten Literaten der amerikanischen Beat-Generation (Burroughs, Kerouac, Ginsberg). Fauser weiß, worüber er schreibt. Das spricht aus jeder Zeile und das macht auch 13 Jahre nach seinem Tod seine Bücher noch lesenswert.

Er wurde übrigens überfahren, als er schwer betrunken auf dem Nachhauseweg in München den Mittleren Ring überquerte, ein Motiv, allerdings in Frankfurt angesiedelt, das auch in "Rohstoff" einmal angesprochen wird. Vielleicht eine Vorahnung.

Ein Tipp: Wer sich gerne mehr mit Fauser beschäftigen möchte sollte sich den sehr unterhaltsamen Krimi "Das Schlangenmaul" zu Gemüte führen. Vertonte Lyrik ist auf den Schallplatten "Blues in Blond" und "Ungeschminkt" von Achim Reichel zu finden.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Allerbest!!!! 1. April 2001
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Harry Gelb, der "Held" in dieser Geschichte aus der Welt der Penner, Junkies, Alks und Ausgestossenen beschreibt sein Werdegang vom Junkie in Istanbul, Kommunard in Berlin zum Häuserbesetzer in Frankfurt. Egal wohin es ihn verschlägt, ist er eigentlich immer nur auf dem Weg zum Schriftsteller (inc. Veröffebtlichung). Ein wirklich lesenswertes Buch, das nie langweilig oder -atmig wird, gewährt intime Einblicke auf das Deutschland in den 60iger und 70iger aus der Sicht von ganz unten. Ein Muss für jeden, der auch nur den Anflug einer Affinität zu dieser Zeit, dieser Szene hat. Und jeder Buk-Fan sollte hier mal mehr als einen Blick reinwerfen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lucky Loser 21. April 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Jaja, er ist schon einer, dieser Harry Gelb. Junkie, Penner, Trinker, verkannter Schriftsteller und Anarchist mit kleinbürgerlicher Bodenhaftung in Personalunion. Klar, dass aus dem nichts wird. Erstaunlich allerdings, wie er es schafft, trotz Bierwampe und leerer Taschen stets die schärfsten Miezen ins Bett zu kriegen. Auf jeden Fall hat Jörg Fauser in seinem 1982 erschienen Roman „Rohstoff" einen Protagonisten geschaffen, der trotz (oder aufgrund) allen Scheiterns als Identifikationsfigur für alle wahren oder vermeintlichen Existenzialisten taugt, so eine Art Felix Krull der Hausbesetzer- und Spontiszene Anfang der frühen 70er Jahre.
Herausgekommen ist ein knapp 300 Seiten starker Schelmenroman, in dem die Drogen-, Kunst- und Politikfolklore jener Jahre ziemlich amüsant in Szene gesetzt wird. Harry Gelb mischt in allem tüchtig mit, aber am Ende bleibt er doch nur der Außenseiter, der abgesehen von den Drogen einzig bei den Frauen Trost findet, bis es selbst denen reicht.
Was davon autobiografisch, was fiktiv ist, lässt sich nur vermuten, auf jeden Fall taugen die im Einband vorhandenen Fotos des 1987 im Suff tödlich verunglückten Jörg Fauser schon ganz gut als Harry-Gelb-Anmutung, auch wenn man ihm - sorry! - mit dieser Nasenbär-Visage den Womanizer nicht ganz abzukaufen vermag.
Dass einige Kritiker in „Rohstoff" allerdings gleich einen „der besten deutschen Romane überhaupt" (FAZ) oder den „wohl besten deutschen Drogenroman" (Stuckrad-Barre) sehen, wäre wohl selbst für den Fallada-Fan-Fauser ein wenig zu anbiederisch, für den gebeutelten Harry Gelb sowieso. Dazu sind Handlung wie Erzählstil zu konventionell gestrickt, Variationen des inzwischen reichlich abgenudelten Lucky-Loser-Blues in Bahnhof-Zoo-Moll, in dessen Strophen aus heutiger Sicht so manches Klischee durchschimmert. Macht ja auch nix, denn auch der Blues bietet trotz all seiner Klischees und Wiederholungen noch immer genügend Raum für Stellen, die auch nach dem x-ten Hören unter die Haut gehen. Und solche Stellen hat „Rohstoff" zur Genüge. Übertriebene, obendrein posthume, Feuilleton-PR hat dieses Buch daher gar nicht nötig.
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