Der Film ist zweifellos interessant, wenn man sich für Börsenthemen und die Finanzkrise interessiert. Man erkennt sehr gut, wie spekulativ das ganze Geschäft ist, wie auf einen Trend gewettet ist, an den man glaubt, und den man sich herbeiwünscht, der aber nicht eintreten muss, speziell dann, wenn unvorhersehbare Ereignisse dazwischen kommen. Nick Leeson glaubte nach dem verheerenden Erdbeben von Kobe an eine baldige Erholung der Kurse, was jedoch nicht eintrifft.
Auch wird deutlich, dass Leeson nicht ausreichend kontrolliert wurde. Dies lag einerseits am Bankmanagement selbst, das ihn aufgrund vorangegangener Erfolge einfach machen ließ, andererseits aber auch an seiner Außenposition in Singapur, wo man scheinbar nur unzureichend organisiert war.
Ewan McGregor spielt die Rolle des Nick Leesons hervorragend und überzeugend. Allerdings wird mir dessen Person im Film eine Spur zu positiv dargestellt. Immerhin steckte hinter seiner Tat ein gehöriges Maß an krimineller Energie. Es ging letztlich um die persönliche Bereicherung. Am sogenannten Bonustag sollte Kasse gemacht werden. Dafür wurde sogar die ganze Bank aufs Spiel gesetzt.
Im Film wirkt Leeson überrascht, als er die Zeitungsschlagzeile sieht, die das Ende der Barings-Bank verkündet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ganz genau wusste, wieviel Geld er mit seinen Wetten versenkt hatte.