Ich habe den Roman in einem Zug weggelesen. Dabei habe ich das Buch durchgängig als gut lesbar empfunden (die eingeblendeten Zeitungsmeldungen lockern ungemein auf!) und streckenweise auch als innovativ: Das Wechselspiel der Ebenen zwischen Romanfigur, fiktionalen Autor und Leser ist mir zwar schon einige Male im Film begegnet, in der Belletristik aber bisher noch nie. Vielleicht hätte man die Handlung schlicht in der Ruhrstadt ansiedeln sollen, statt mit anglo-amerikanischen Bezügen eine Weltläufigkeit anzudeuten, die weder Handlung noch Charaktere einlösen. Auch die Verlagerung der Handlung in eine ferne Zukunft erweckte bei mir eine dann nicht eingelöste Erwartung auf High Tech oder Apokalypse; Sci-Fi halt. Die Reflexionen über die Macht des Autors über seine Figuren und deren nach ihrer Schöpfung einsetzendes Eigenleben ("Weil du nun geboren bist, du kannst nicht mehr zurück ..." (117)) fand ich dagegen ebenso erfrischend wie diese Feststellung mutig: "Beschreibung wie Tat geht ein gleicher Gedanke voraus." (91) Die Bilder kommen streckenweise fast surreal daher, etwa das mit Getränkedosen verkleidete Zimmer (103). Fazit: Mal eine ganz andere Form von Roman, wie man sie nicht alle Tage findet.