Auguste Rodin (1840-1917) war einer der größten Bildhauer aller Zeiten,der mit seinen Skulpturen aus Marmor,Bronze,Gips oder Ton sowohl Kritiker wie Publikum begeisterte. Dieses Buch erschien gleichzeitig mit einem Ausstellungskatalog anläßlich der Ausstellung "Rodin-Eros und Kreativität"(Kunsthalle Bremen,Nov.1991-Jan. 1992 und Städtische Kunsthalle Düsseldorf,Jan.- März 1992) erstmals 1991 und in einer Neuauflage 1997. Die Autoren dieses Buches,Rainer Crone und Siegfried Salzmann,haben die Ausstellung organisiert und diese exklusiven Fotografien angeregt.
Als Werk ist dieses Buch nicht das beste erhältliche über Rodin,aber schon ziemlich gut. Es ist nicht lückenlos,da es nur die transportablen Werke Rodins zeigt,die in der Ausstellung gesehen werden konnten. Andere monumentale Arbeiten,wie z.B. das bekannte "Höllentor" Rodins,konnten hier deswegen nicht berücksichtigt werden und fehlen in der Darstellung. Auch wurde eine Zeittafel über das Leben Rodins versäumt,die bei solch anspruchsvollen Veröffentlichungen eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Dafür punktet das ca 240 Seiten starke gebundene Werk mit über 350 Fotos und einem Farbanteil von 32 Seiten(die seinen nicht ganz so spektakulären Aquarellstudien gewidmet sind)in anderen Punkten. Auf 23 Seiten wird das Leben Rodins etwas ausführlicher beschrieben und durch ca 70 historische Fotos illustriert. In einer Art Einführung finden sich auch Fotos verschollener Werke oder Reproduktionen von Einflüssen anderer Künstler auf Rodin. Kernstück des erstklassig gedruckten Buches auf gutem Papier sind die Fotografien von 44 Ausstellungsstücken,die aus jeweils mindestens zwei,manchmal sogar vier Perspektiven abgelichtet wurden und dem Leser so eine Art "Rundumblick" präsentieren. Rainer Crone,David Moos,Siegfried Salzmann,Ginger Danto,Kirk Varnedoe,Alain Kirili,Jacques de Caso,Ursula Heiderich und Claudie Judrin bieten zudem eine Sammlung von informativen und interpretierenden Textbeiträgen,die sich unweigerlich der Einschränkung unter das Oberthema bzw den Ausstellungstitel unterordnen. Das eigentlich vorbildliche Buch bietet somit eine Limitierung auf eine spezielle Sichtweise oder Interpretation Rodins,die zwar einem großen Teil seiner Werke gerecht wird,Rodin als Gesamtkünstler aber nicht immer.