Nach dem endgültigen Durchbruch mit dem Vorgänger ,Toys In The Attic' und dem von der Plattenfirma verordneten Tour Wahnsinn musste ein rascher Nachfolger her.
Die Kreativität war noch vorhanden, nur äußert Sie sich hier in den Arrangements und in der Umsetzung der songs - das Kompositorische bleibt leider ein wenig auf der Strecke. Auf jeden Fall ist es das härteste Album der Band.
Klanglich sind Sie hier aber, trotz aller Härte, wesentlich klarer und geschliffener. Die besten songs hier sind der von Perry auf einem 6-string bass gespielte opener, das von den Meters inspirierte Whitford Stück ,Last Child' und das mit tollem Riff ausgestattet ,Sick As A Dog' von Hamilton. ,Nobody's Fault' rockt am stärksten und hat mit seinem, an Led Zeppelin erinnernden drum-sound, nicht nur ungeheure Wucht, sondern rückt Aerosmith hier auch schon sehr nah an Metal.
Trotz aller Rocker, gibt es aber auch eine Ballade. Der closer ,Home Tonight' wirkt irgendwie wie der Versuch ,Dream On' nochmals zu schreiben, misslingt aber ein wenig, da hier die Dramatik und auch der alles auflösende, zwingende Refrain der Vorlage fehlt. Dennoch - gerade dieser Tyler song zeigt, dass er damals schon wusste wie wirksam die Balladen einmal für den ganz großen Erfolg der Band sein würden; wenn auch erst 10 Jahre später.
Wie gesagt - härter waren Sie nie wieder auf Albumlänge, kompositorisch besser schon. 4 Gute Sterne für ein Aerosmith Album aus ihrer besten Zeit - eines das die nachfolgende Generation gern als Inspirationsquelle annahm (Slash, und angeblich auch Kurt Cobain...).