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Rocking Horse Road: Roman [Gebundene Ausgabe]

Carl Nixon , Stefan Weidle
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

20. Juli 2012
Kurz vor Weihnachten 1980 wird die Leiche der 17jährigen Lucy Asher frühmorgens am Strand von The Spit gefunden. In der Mitte dieser schmalen Landzunge vor Christchurch verläuft die Rocking Horse Road. Lucys Eltern haben ein Milchgeschäft an dieser Straße, und Lucy arbeitete oft dort, angeschwärmt von einer Gruppe 15jähriger Jungen. Einer von ihnen findet die Leiche, die anderen sind bald ebenfalls zur Stelle. Lucy wurde erwürgt. Für die Jungen ist damit ihre Kindheit zu einem traumatischen Ende gekommen. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen über 25 Jahre später sind sie ihm noch immer auf der Spur.
Im Jahr nach dem Mord, 1981, macht der Staat Neuseeland eine traumatische Erfahrung: Die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, touren durch das Land. Protest gegen das Apartheidsregime erhebt sich. Es kommt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Die Jungen sind Rugby-Fans und erleben das Geschehen hautnah mit: "Wir hatten das Gefühl, daß da vor unseren Augen etwas sehr Wichtiges zerbrach. Wir konnten es nicht benennen, es war etwas, das uns zuvor selbstverständlich gewesen war und das, wie wir instinktiv wußten, niemals würde repariert werden können."

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Rocking Horse Road: Roman + Philby: Porträt des Spions als junger Mann + Die Stadt der Toten: Ein Fall für die beste Ermittlerin der Welt
Preis für alle drei: EUR 54,84

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Weidle Verlag (20. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938803509
  • ISBN-13: 978-3938803509
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 257.435 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen


"I know you'll never come to harm / Walking down Rocking Horse Road, it's so peaceful"
Elvis Costello: Rocking Horse Road (1994)

Über den Autor

Carl Nixon (1967 in Christchurch geboren) verknüpft diese beiden Geschehnisse und webt sie in die Biographien seiner Protagonisten ein. Der sehr spannende Roman wird durchgehend in der Wir-Form erzählt, also von der Gemeinschaft der Jungen. Er ist Nixons erster Roman. Die Short story, aus der er hervorging, gewann 2007 den renommierten »Katherine Mansfield Short Story Contest«, und im selben Jahr erschien der Roman in Neuseeland. Derzeit wird er verfilmt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Mit fünfzehn hat man zumeist noch keine Vorstellung von Augenblicken, die das eigene Leben mitunter in ein "Davor" und ein "Danach" einteilen können, "Ereignisse, auf die Menschen zurücksahen als Tor zu etwas Neuem, einem neuen Leben, neuen Lebensabschnitten, manchmal besser, aber oft auch schlechter.", wie in Carl Nixons Debütroman zu lesen ist. Um eine derart nachhaltige Begebenheit dreht sich der Plot des neuseeländischen Autors, der im Genre der Shortstory bereits viele Preise gewann.

In einer Sommernacht 1980, fünf Tage vor Weihnachten, wird Lucy Ashers Leiche am Strand angespült, wo sie von einem der 15-jährigen Protagonisten des Romans - Pete Marshall -, gefunden wird. Das 17-jährige Mädchen fiel aller Wahrscheinlichkeit nach einem Sexualverbrechen zum Opfer. Dieses Ereignis stellt einen Wendepunkt im Leben der Jungen wie auch anderer Bewohner von "The Spit" - einer bei Christchurch ins Meer ragenden Landzunge - dar. Von einem Tag auf den anderen hat das vermeintlich beschauliche Leben seine Unbeschwertheit verloren und öffnet ein "Tor zu einem kargeren Land", einer Landschaft, "aus der es wie die Ereignisse der Zukunft zeigen sollten, keinen Rückweg gab." Fortan sammeln die Jungen in einem alten Lagerraum Erinnerungsstücke der Toten und vermeintliche Indizien, um den Mörder ihrer "ersten großen Liebe" selbst zu finden. "Wer also hat Lucy Asher ermordet? Das war die Sechsmillionendollarfrage. Sie summte den ganzen Sommer über in unseren Ohren wie eine Schmeißfliege." Die ehrgeizige Suche der jungen Burschen endet letztendlich in einem eruptiven Gewaltausbruch, der von Carl Nixon kongenial mit den 1981 tatsächlich stattgefundenen Unruhen, die die Tour einer südafrikanischen Rugbymannschaft hervorruft, verknüpft wird. "Da war diese Gewalt in den Leuten, dieselbe Gewalt, die Lucy getötet hat."

Rückblickend berichtet ein namenloser Erzähler in der Wir-Form von den drastischen Geschehnissen und der in Folge aus dem Gleichgewicht fallenden empfindsamen menschlichen Symbiosen der kleinen Arbeitersiedlung an der titelgebenden Rocking Horse Road, die als Dreh- und Angelpunkt der Handlung fungiert. "Unsere Welt hatte sich auch in weit subtileren Belangen verändert." Die Geister der Vergangenheit flüstern den meisten von ihnen noch heute ins Ohr und lassen sie nicht zur Ruhe kommen. "Wir hatten die Erfahrung gemacht, dass es überall um uns herum dunkle Orte gab, (...) an denen sich Vergangenheit und Gegenwart unangenehm berühren (...), die man besser in Ruhe ließ."

Einfache Sätze und relativ lakonische Schilderungen geben trotz ihrer vermeintlich emotionalen Distanz großartig die Gefühlslage der recherchierenden Adoleszenten wider, denen aus mangelhafter Eigenerfahrung selbst die Worte fehlen. Analog dem sie ständig begleitenden Rauschen der Meeresbrandung fungiert die Erzählung wie ein Soundtrack, der ihr kompliziertes Erwachsenwerden begleitet. Nixon gelingt es großartig, einen Spannungsbogen aufzubauen und ihn stetig aufrecht zu halten. Die Handlung treibt den Leser nahezu atemlos durch den Text. Entstanden ist ein feinfühliges, atmosphärisch dicht gewebtes Porträt einer Gegend und ihrer Bewohner auf der anderen Seite der Erdkugel.

Stefan Weidle hat den Text des neuseeländischen Autors sensibel und ohne Bruchstellen ins Deutsche übertragen. Ihm ist es gleichfalls zu verdanken, neben dem eindrucksvollen Text, auch ein verlegerisches Kleinod in den Händen zu halten. Wunderbare Fotos der Landzunge, auf der die Rocking Horse Road verläuft, eröffnen das Buch mit einer Bildstrecke in Farbe. Dem Ort der Handlung wird damit ein unvergleichlicher Tribut gezollt und ermöglicht dem Leser, sich neben dem virtuellen auch ein visuelles Bild der Romanhandlung zu machen. Auf der letzten Seite findet sich noch eine Luftaufnahme von "The Spit". Überdies weisen selbst Typografie und Einband einen engen Bezug zur Romanhandlung auf. So ist zum einen die Titelschrift dieselbe wie auf den Straßenschildern des Schutzumschlags. Zum anderen stammt die Textschrift aus Neuseeland und wurde von Kris Sowersby, einem Schriftgestalter aus Wellington, während der Zeit, als Carl Nixon seinen Roman schrieb, entworfen. Sie fällt vor allem wegen der wunderhübschen 7 "aus dem Rahmen". Unter der Schutzhülle verbirgt sich wiederum eine Fotografie der gewaltsamen Proteste gegen die südafrikanische Rugbymannschaft bei ihrer Tournee durch Neuseeland.

Fazit: "Wir waren ein Gruppe von Männern, die sich an ihrer gemeinsamen Vergangenheit festhielten. (...) Vielleicht kommt wirklich einmal die Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Vielleicht sollten wir das auch tun und aufhören, nach etwas zu graben, von dem wir nicht mal wissen, was es ist, geschweige denn, wo. (...) Vielleicht sollten wir wirklich 'endlich' erwachsen werden. (...) Die ausgesprochene Wahrheit ist, dass wir alle noch immer nach etwas suchen. Nicht nur nach Lucys Mörder, sondern nach dem Augenblick in unserem Leben, da wir die unerschütterliche Überzeugung hatten, dass wir einem höheren Zweck dienten, einem übergeordnetem Wohl. Wenn man diese Überzeugung einmal hatte, fällt es schwer, loszulassen. Es ist beinahe unmöglich, eine langfristige Befriedigung in den Alltäglichkeiten des normalen Lebens zu finden."

Großen Dank an den Weidle Verlag für dieses kleine Juwel sowie die ungewöhnlichen Hintergrundinformationen, durch die die Rezensentin einen achtungsvollen Blick auf die bis dato nicht ansatzweise geahnte Arbeit von Schriftgestaltern werfen konnte.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lancelot
Ein Krimi und doch kein Krimi:
Jedenfalls eine Geschichte, die einen nicht so schnell los lässt.

Offensichtlich hat auch der Ort seines Heranwachsens den Autor nicht losgelassen. Es ist , "The Spit", eine schmale Landzunge vor seiner Heimatstadt Christchurch, wo zwei Flüsse in den Pazifischen Ozean münden. Eigentlich ein unwirtlicher Ort, aber eben den Ort seiner Jugend, seines Lebens wählt man sich in der Regel nicht aus. Er passiert.
So passiert auch den Helden der Geschichte Einiges. Ausgangspunkt der Geschichte und schliesslich der Mittelpunkt des Lebens der pubertären 15jährigen Jungs, die an der Rocking Horse Road aufwachsen, ist die Ermordung Lucys, einer jungen 17jährigen Frau.

Der Mörder wird nicht gefunden, weder von den Jungs, noch von der Polizei. Sie wachsen während dessen - es sind 25 Jahre, die ihre Jagd nach der Wahrheit, nach dem Gral, umfasst! - aber zu Erwachsenen wie du und ich heran. Sex, unterdrückte Gefühle, Doppelmoral und Politik spielen eine Rolle, aber sind nicht entscheidender als die tägliche Routine, die wir alle kennen.

Das Buch ist zudem eine editorische Meisterleistung, stimmig übersetzt und wunderbar gestaltet, mit Bilder der Landzunge, und mit hochwertiger Fadenbindung. .

Mit bestem Gruss aus Aotearoa, meiner zweiten Heimat wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rocking Horse Road von Carl Nixon 23. Oktober 2012
In „Rocking Horse Road“ von Carl Nixon geht es vordergründig um den Mord an der 17jährigen Lucy, deren Leiche kurz vor Weihnachten 1980 am Strand von The Spit, Neuseeland, entdeckt wird. Einige Jungen aus der Nachbarschaft machen sich auf ihre Weise daran, den Täter zu finden. Der Roman besticht durch eine ausgefallene Erzählperspektive: Ein Wir-Erzähler, besagte Jungen, berichtet 25 Jahre später über die Bemühungen, den Mord aufzudecken.
Aber nicht nur das Sammeln von Beweisen, sondern auch der von Carl Nixon eingewobene Nebenstrang prägt ihr Erwachsenwerden: Die gewaltsamen Proteste gegen das Apartheidsregime, nachdem die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, ihre Tour durch Neuseeland angekündigt haben, begleiten die Protagonisten bei diesem Lebensabschnitt: „Wir konnten es nicht benennen, es war etwas, was uns zuvor selbstverständlich gewesen war und was, wie wir instinktiv wußten, niemals würde repariert werden können.“
Dem Leser wird eine sehr spannende und gut geschriebene Geschichte geboten, die von atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen des in Christchurch lebenden Autors abgerundet wird. Einige eindrucksvolle Fotografien vollenden das Bild. Sehr empfehlenswert!
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