Aus der Amazon.de-Redaktion
Es gehört nicht besonders viel Fantasie und Mut dazu, Duffy eine ähnlich steile Karriere wie Amy Winehouse vorherzusagen. Die Sängerin, geboren im Norden von Wales, verfügt nicht nur über eine markante, extrem ausdrucksstarke Stimme sondern auch über eine außergewöhnliche Ausstrahlung, der man sich kaum entziehen kann. Bereits der Titelsong, "Rockferry", der das Album standesgemäß eröffnet, ist pure Magie. Und in der gleichen Preisklasse bewegen sich auch die restlichen neun Nummern, die die 1984 geborene Aimee Anne Duffy mit Hilfe von Bernard Butler, dem ehemaligen Gitarristen von Suede, sowie Jimmy Hogarth und Steve Booker einspielte. Die drei Produzenten und Songwriter ergänzen sich nicht nur hervorragend, sie haben auch genau verstanden, wie man Duffy perfekt in Szene setzt. Die Songs, allen voran das mit samtweichen Streichersounds veredelte "Warwick Avenue", klingen nie überfrachtet und lassen ihr genug Raum, ihre wundervolle Stimme in allen Facetten zu entfalten. Einen Schwachpunkt wird man auf Rockferry vergeblich suchen. Mit ihrem modernen Retrosound, der durchaus gewollt immer wieder Erinnerungen an die klassischen Girlgroups der sechziger Jahre und Künstlerinnen wie Dusty Springfield wach ruft, liegt sie absolut auf der Höhe der Zeit. Dabei spielt es absolut keine Rolle ob sie nun Balladen wie "Hanging On Too Long" singt, oder sich in geschmeidig groovenden Uptempo-Nummern wie "Mercy" buchstäblich die Seele aus dem Leib singt. Das Ergebnis ist immer absolut umwerfend. --Norbert Schiegl
kulturnews.de
An Duffy, der 23-jährigen Sängerin und Songschreiberin aus London, ist alles retro: die Frisur, der schwelgerische Gesang irgendwo zwischen Dusty Springfield und Carmel, die Produktion. Für die hat Bernard Butler, Ex-Gitarrist von Suede, in die Vollen gegriffen. Zum einen musikhistorisch: In "Hanging on too long" klingt vage "I heard it through the Grapevine" an, "Mercy" beginnt mit einem simplen elektrifizierten Bassthema, dessen Genealogie bis zu Ben E. Kings "Stand by me" zurückreicht. Doch Butler legt diese halbverwehten Spuren in ferne Zeiten nonchalant an, nicht eitel. Viel wichtiger ist es ihm, den erstaunlich kraftvollen Sopran der gebürtigen Waliserin immer mal wieder von einem Streichermeer auf Sturmflutniveau überschwappen zu lassen, das bisweilen an Phil Spectors ozeanischen Sound aus den 60ern erinnert. Und Duffy stürzt sich hinein mit ihrer wasserstoffblonden Mähne, als gäbe es kein Morgen. Das ganze Album ist so herrlich altbacken, so pathetisch, so wunderbar uncool, dass Duffy in England logischerweise zur Sensation der Saison wurde. Bestimmt auch bei uns. (mw)
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ROCKFERRY