In 20 Jahren Bandgeschichte konnten sich Apoptygma Berzerk eine gewisse Nische erschaffen und ihren Sound ständig weiterentwickeln. Vom Elektro- zum Future-Pop – mit pompösen Songwriting wollen Apop nun den großen Markt bedienen.
“Wenn ich die Zeit, die ich für das 'Studium' der Musik verbracht habe und dafür, mit der Band Apoptygma zu arbeiten, für das Studium der Mathematik oder der Ingenieurwissenschaften aufgewendet hätte, dann wäre ich wohl jetzt schon ein renommierter 'Raketenwissenschaftler'”, erzählt Stephan Groth der Presse.
So schwierig wie Raketenwissenschaft und mit der selben Schubkraft: „Rakete“ soll viele positive Assoziationen mit sich bringen, um das Album in das richtige Licht zu rücken. „Sollen wir uns auf aufputschenden rockigen Raketentreibstoff gefasst machen?“ fragt die Presseerklärung dazu rhetorisch.
Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten, denn Apoptygma Berzerk polarisieren. Die blumige Sprache der Ankündigung findet sich durchweg in der Musik wieder. Mastermind Stephan Groth versteht sich auf pompöses Songwriting. Hymnenartig, poppig – viel Anstrengung braucht es nicht nach dem ersten Refrain auch beim zweiten mitzusingen. Synthies schwirren von links nach rechts und geben einfache Melodien vor. Verzerrte Gitarren glänzen und ergänzen mit Powerchords im Achtelanschlag. Der Gesang von Stephan Groth taucht schmutzig aus den fetten Fläche auf, denn auch an ihm sind einige Filter und Verzerrer verwendet worden. „Pleased to meet you, we came to drop bombs on you“ singt er und will in seinen Texten mit „1984“-Szenarien aufrütteln.
Die technoiden Züge früherer Alben haben Apoptygma Berzerk mit ihrem Raketenentwurf nun vollkommen verworfen. Sie setzen vielmehr auf die Kombination verzerrter Gitarren mit Samplern und Synthies. Die Band um Stephan Groth zelebriert den großen Synthie-Future-Pop wie kaum eine andere.
Produktbeschreibungen
Apoptygma Berzerk - Rocket Science