Man muß wissen,daß nach dieser Platte nur noch 1973 das Hammer-Live-Album "Recorded Live" und 1974 "Positive Vibrations" kamen,danach,Anfang 1975,gab es nochmal eine US-Tournee,im Mai 1975 trennte sich die Band das erste Mal.
"Recorded Live" war ,wie die meisten Live-Konzerte der Band,nochmal ein Highlight,allerdings wurden hauptsächlich Klassiker wie "Help Me","Im Going Home" und "Good Morning Little School Girl" gespielt.
"Positive Vibrations" war zum Abschied nochmal ein völlig untypisches Album,mit vielen sanften Titeln,und ohne die gewohnten Endlos-Soli.
Nun zu "Rock & Roll Music To The World" :Hier zeigen sich schon die ersten Zerfallserscheinungen (die sich schon auf dem -wesentlich besseren- Vorgängeralbum "A Space In Time" leicht angedeutet hatten.) .
Die Band war zerstritten,Alvin Lee spielte immer mehr den Chef,seine Soli hingegen wurden zunehmend langweiliger .(Zitat des "Rock-Lexikon" von RoRoRo :" Auf die Dauer jedoch wirkten die flinken Gitarren-Monologe von Alvin Lee,der sich auf der Bühne manchmal wie eine Greta Garbo der Rock-Musik gerierte,tatsächlich monoton.")
Der "Melody Maker" empfahl bereits im April 1973 einen Musikerwechsel.
Und tatsächlich die Platte in meinen Augen nichts wirklich besonderes.Sie ist auch nicht unbedingt schlecht,aber für TYA-Standard und gemessen an Alben wie "Sssh","Cricklewood Green" oder "Stonedhenge" fällt sie doch stark ab.
Die ersten sechs Titel relativ lieblos zusammengeschustert -mit Progressive-Rock-ähnlichen Synthesizer- und Gitarrenpassagen,was aber so nicht zu TYA passt.
Einzig Track 7-9 ("Choo Choo Moma","Tomorrow I`ll Be Out Of Town" und "Rock & Roll Music To The World") bieten zumindest gewohntes Niveau.
Fazit :Eine Band,die sich bereits im Zerfall befindet,aber -wahrscheinlich aus Vertragsgründen - noch Platten abliefern muß,zeigt immerhin songweise,was sie kann und zieht sich somit noch ganz passabel aus der Affaire.
Dafür von mir drei Sterne.