Natürlich, Bewertung von Musik durch Journalisten muss zwangsläufig eine subjektive Angelegenheit sein.
Dennoch hätte man sich hier besser auf Fakten konzentrieren sollen. Zu oft wird aus veralteten Musikmagazinen zitiert, zu sehr schiebt sich die persönliche Meinung der Autoren in den Vordergrund. Hier soll es sich doch um ein LEXIKON handeln. Dennoch gibt es oft fast gehässige Bemerkungen (Supertramp), völlig nichtssagende Artikel (Lynyrd Skynyrd) und viele Bands, die heute schon wieder irrelevant und vergessen sind (Franz Ferdinand) werden besprochen, während andere noch immer hoch produktive KünstlerInnen wie Juliana Hatfield unter den Teppich gekehrt werden. Richtie Blackmore's Night, diese sehr kitischige und von niemandem ernst genommene Truppe, wird wiederum völlig unkritisch als authentische Mittelalterband dargestellt.
Zudem vermisse ich bei einem Lexikon doch sehr die Katalognummern bei den Platten, die in einem Ende der 80er erschienen sehr gutem RockLexikon noch alle angegeben waren. Dass wir im CD-Zeitalter leben ist keine Entschuldigung.
Der Stil der Artikel ist manchmal wie aus einem Rock-Schundheftchen und oft von wenig Substanz, da nur zusammengeschrieben aus verschiedenen Quellen. Vielleicht wäre es besser, doch wieder in Sparten, Stilen und Kategorien zu denken und ein bessereres, gründlicheres Werk für eine spezielle Musikrichtung zu verfassen als so ein eher unnützes und nur für grobe Information dienliche Werk zu verlegen. Wenn man tatsächlich fast nichts über bestimmte Künstler weiß, dann sind manche Band-Biografiem tragbar, andere Stellen sind unerträglich. Zitat: "Mit der Doppel-LP The Beatles (das weiße Album) versuchten sie (die Beatles)in virtuosem Zitieren aller Rockmusiker, die sie stilistisch beeinflusst oder experimentell längst überholt hatten, eine Gesamtschau der Geschichte und Synthese westlicher Musik". Einen größeren Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Und auch wenn, wie schon erwähnt, oft "nur" zitieret wird, so müssen sich die Autoren doch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie eben solche Zitate ausgewählt haben.