Im verruchten Detroit der Zukunft hat sich der Konzern OPC ein Prestigeprogramm vorgenommen: Delta City, für das ein ganzer Stadtteil dem Erdboden gleichgemacht werden soll. OPC und ihrer neuen Führung steht ein japanischer Konzern im Rücken, der mächtig Druck macht. Sollte innerhalb von wenigen Tagen der Bau nicht beginnen können, ist es mit der Kreditwürdigkeit der Firma zu Ende. Der Vorstandsvorsitzende (Rip Torn) drängt seine faschistoid geführte "Rehab"-Truppe zur Eile. Diese lässt die Gegend brutal räumen. Das rücksichtslose Vorgehen reisst Robocop Murphy (Robert John Burke) in den Strudel der Ereignisse, und als die "Rehabs" auch seine um Vermittlung bemühte Kollegin Lewis (Nancy Allen) erschiessen, sind für ihn die Rollen verteilt und er will kein Cop mehr sein. Er unterstützt die Untergrund-Rebellen, die zunächst skeptisch sind. Doch auch in der Polizei fängt es an zu brodeln, als die "Rehabs" immer mehr ihre Ansichten durchsetzen. Dann hetzten die japanischen Obermotze auch noch einen schier unbesiegbaren Samurai auf die Rebellen.
Robocop 3 aus dem Jahr 1992 (und nicht 1993!), mittlerweile aus kommerziellen Überlegungen mit etwas tieferer Altersfreigabe als die Vorgänger, bildet auf der Kinoleinwand den bisherigen Abschluss der Reihe. Vom Studio ORION PICTURES hörte man schon bald darauf nicht mehr viel. Die nicht ganz erfüllten Erfolgserwartungen waren wohl eine der Ursachen. Der Film kommt mit einem neuen Hauptdarsteller daher, doch durch die Rüstung kommt das wenig zur Geltung. Teil 3 (DVD-Laufzeit: 100 min) mag etwas weniger bleihaltig sein, dafür aber auch weniger subversiv als die Vorgänger. Es gab weniger der für Robocop bekannten Spezialeffekt-Tricks, aber auch kaum mehr andere Action. Mit dem Drehort Atlanta, der für einen altgedienten Stadtteil von Detroit sorgen sollte, fehlt zuweilen etwas der futuristische Touch. Kurz: einige der typischen Robocop-Ingredienzien fielen wohl für das Publikum zu mager aus. Mit Fred Dekker war ein (wahrscheinlich zu unrecht) weniger renommierter Regisseur am Werk als bei den Vorgängern. Immerhin gab es hier noch einmal die Filmmusik des grandiosen Basil Poledouris zu hören.
Obwohl fraglos ein sehenswerter Streifen, gilt der 3. Teil als der am wenigsten gelungene Teil der bisherigen Robocop-Filme. MGM trägt da nicht viel zur Verbesserung bei, indem nämlich die DVD-Umsetzung einer Pflichtübung gleicht. Bild (Format 1,85:1 in 16:9) und der Surround-Ton entsprechen dem Standard. Die Audiosprachenauswahl ist gut. Die Untertitel überzeugen in der Auswahl mehr als in der Ausführung, denn es bräuchte eine deutsche Insert-Untertitelspur für die technischen Begriffseinblendungen und vor allem für die japanischen Dialogsequenzen. Das Bonusmaterial besteht einmal mehr nur aus dem Trailer. Zudem konnte es sich Rechteinhaber MGM nicht verkneifen, vor und nach dem Film jeweils das eigene Löwen-Logo an den Anfang des ersten und das Ende des letzten Kapitels zu heften, bloss wozu?.
Fazit: es reicht noch in der Bewertung für 3 von 5 handpolierten Raketenaufsätzen und eine versöhnliche Stadtteilwiederbelebung.