Die Legende von Robin Hood ist Jahrhunderte alt. Viele Historiker haben sich schon daran versucht, der ursprünglichen Robin in der Geschichte zu finden. Im Ergebnis gibt es ungefähr so viele Theorien wie Historiker, die Robin zwischen 1260 und 1377 datieren.
Holt versucht, Klarheit in diesem Dickicht zu schaffen. Er identifiziert zunächst 5 mittelalterliche Balladen als Originalquellen und stützt auf deren Angaben zur Person, zu Orten, Kleidung, Waffen, Begebenheiten und Ereignissen wie der Reise des Königs seine tiefgehende Recherche. Das Buch liest sich in Teilen wie ein Krimi, überwältigt bislang aber auch durch seine Vielzahl an Fakten und "Verdächtigen" (ist als kleine Warnung gemeint :-)
Das Ergebnis ist ehrlich, mag aber möglicherweise enttäuschen: die Jahrhunderte und Archive sind voller Robin/Robyn/Robert Hood/Hod/Hudde/Houd's, und immer wieder lassen sich Teile der Legende mit realen Ereignissen zur Deckung bringen. Aber es gibt keine umfassende Übereinstimmung. Holt mutmaßt deshalb, dass die Legende eine Verflechtung verschiedener realer Personen ist. Viele Elemente wie Maid Marian, einige der Kameraden oder Richard Löwenherz wurden auch erst später hinzugefügt. Klare Theorien einiger Historiker hebelt Holt aus: wer sich festlegt, hat oft nur einseitig Fakten gesammelt und Widersprüche vernachlässigt. Letztlich verschwimmt Robin etwas in den Jahrhunderten, weshalb der besondere Reiz dieses Buches vielleicht einfach der ist, Vorgehen und Schwierigkeiten einer Recherche im Mittelalter nachzuvollziehen.