Aus der Amazon.de-Redaktion
Michael Schindhelm, heute Theaterintendant in Basel, schrieb sich mit seinem beeindruckenden Romandebüt
Roberts Reise den eigenen Lebenslauf von der Seele.
Robert, die Hauptfigur, ist in Thüringen geboren und wird von den Eltern auf die Technische Hochschule geschickt. Mit unglaublicher Präzision und Sensibilität schildert Schindhelm die damalige Stimmung in der DDR. Später, als er im russischen Woronesch sein Chemiestudium aufnimmt, betrachtet er die Umgebung der Universität als Eingeschlossener. Robert nimmt seine Welt als Käfig wahr, aufgeteilt in Innen und Außen. Und der russische Zwinger fordert seinen Studenten ein unglaubliches Maß an Zumutungen ab. Mit europäischen Maßstäben haben beispielsweise die hygienischen Verhältnisse nichts mehr zu tun.
Nach der Öffnung der Mauer reist Robert, wie sein Erfinder Schindhelm, in die Schweiz, bricht mit seinem naturwissenschaftlichen Hintergrund und beginnt am Theater zu arbeiten. Doch selbst jetzt, als die Türen seines Käfigs keine Gitter mehr haben, ist er noch nicht heimisch geworden -- das Gefühl des Abhandengekommenseins bleibt. Roberts Reise bewahrt die Zeit der ehemaligen DDR vor dem Mauerfall ebenso wie die russischen Gegebenheiten in den Achtzigerjahren vor der Vergessenheit. Schonungslos ehrlich, mit ironischen Passagen, von einem Insider erzählt. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Ein hellerleuchtetes, leeres Sanatorium für Parteigrößen, während die Silvesterwelt der DDR rundum im Dunkel versinkt – der junge Robert sucht seinen Weg in einer Welt, die ihm nicht zur Heimat werden will. Auch nicht, als sich diese Welt plötzlich nach Westen öffnet. Bis heute nicht.
Michael Schindhelms Roman ist das literarische Zeugnis einer Generation, die in Ost wie West auf der Suche nach ihrer Identität ist.
Das Ziel war längst explodiert, so Heiner Müller über die DDR, in der Roberts Geschichte ihren Anfang nimmt. Alles ist darauf gerichtet, den Nachstellungen zu entgehen, sich nicht vereinnahmen zu lassen, eigenständig zu bleiben – und dennoch nicht allein, Fremder im eigenen Land. In einer Gesellschaft, die alles regelte und doch zunehmend verwahrloste. Tyrannei und Anarchie sind vertraute Geschwister. Roberts Leben ist eine Gratwanderung, die ihn einen gänzlich unerwarteten und manchmal unfreiwilligen Weg nehmen läßt – ins russische Woronesch, die abenteuerlichen Weiten des Kaukasus, an die Akademie der Wissenschaften in Ostberlin, in alles vergessen lassende Liebesgeschichten und die Einsamkeit der Familie. Doch auch als er mit Helena und Tochter Lisa schließlich in den Westen aufbricht, ist er längst nicht am Ziel.
Trotz Erfolg und Karriere findet Robert in der neuen Freiheit wieder nur die Fremde, die nun auch sein persönliches Glück bedroht. Lisa, Helena und Robert bleiben auf der Suche. Ohne Bewegung gibt es keine Hoffnung.
Der Verlag über das Buch
»Selten sind die Absurditäten des Alltags, die Verwahrlosung und Wurschtigkeit der Menschen in der Endphase des realen Sozialismus drastischer beschrieben worden.«
Gunhild Kübler in der Weltwoche
»Ein Buch, das staunen macht: Michael Schindhelm wechselt die Welten, die Leben und die Lieben - ein Selbsterfinder und Selbstverwandler in Permanenz, ein skeptischer Wanderer vom wilden Osten in den kalten Westen.«
Sigrid Löffler
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der Autor über sein Buch
Klappentext
Der junge Robert sucht seinen Weg in einer Welt, die ihm nicht zur Heimat werden will. Sein Leben ist eine Gratwanderung - aus der Enge der DDR in die vermeintliche Weite Rußlands, zu so unerwarteten wie unfreiwilligen Abenteuern; und auch als er mit Helena und Tochter Lisa schließlich den Osten hinter sich läßt, ist er längst nicht am Ziel. »Roberts Reise« ist der Roman einer Zeit und einer Generation. »Ein Buch, das staunen macht: Michael Schindhelm wechselt die Welten, die Leben und die Lieben - ein Selbsterfinder und Selbstverwandler in Permanenz, ein skeptischer Wanderer vom wilden Osten in den kalten Westen.« Sigrid Löffler
Umschlagtext
Das Ziel war längst explodiert, so Heiner Müller über die DDR, in der Roberts Geschichte ihren Anfang nimmt. Alles ist darauf gerichtet, den Nachstellungen zu entgehen, sich nicht vereinnahmen zu lassen, eigenständig zu bleiben - und dennoch nicht allein, Fremder im eigenen Land. In einer Gesellschaft, die alles regelte und doch zunehmend verwahrloste. Tyrannei und Anarchie sind vertraute Geschwister. Roberts Leben ist eine Gratwanderung, die ihn einen gänzlich unerwarteten und manchmal unfreiwilligen Weg nehmen läßt - ins russische Woronesch, die abenteuerlichen Weiten des Kaukasus, an die Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin, in alles vergessen lassende Liebesgeschichten, die innere Emigration. Die Welt um ihn herum will ihm nicht zur Heimat werden. Auch nicht, als sich diese Welt plötzlich nach Westen öffnet. Bis heute nicht. Trotz Erfolg und Karriere findet Robert in der neuen Freiheit wieder die Fremde. Wie seine Frau Helena und seine Tochter Lisa. Michael Schindhelms Roman ist das literarische Zeugnis einer Generation, die in Ost und West auf der Suche nach ihrer Identität ist.
Über den Autor
Michael Schindhelm, geboren 1960; nach dem Studium der Quantenchemie im russischen Woronesch arbeitete er zunächst an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften, die er gegen die offizielle Planung frühzeitig wieder verließ. Anschließend übersetzte er u.a. Stücke von Gogol und Tschechow ins Deutsche, was ihn zum Theater brachte und nach der Wende zum Intendanten zuletzt in Gera und Altenburg werden ließ. Vierunddreißigjährig wurde er ans Theater Basel berufen, wo er nach wie vor Intendant ist. »Roberts Reise« ist sein erster Roman.