Als langjähriger begeisterter Hörer von Robert Plants Werken, welche mich in manchen Fällen noch intensiver ansprechen als der Led Zeppelin Backkatalog, war ich natürlich begeistert von dem Umstand, dass dieses Buch Leben und Werk von Robert Plant in den Fokus nimmt, ohne dabei die bereits x-mal gelesenen Led Zeppelin Anekdoten wiederzukäuen. So zumindest war meine Erwartung an das Werk - und tatsächlich wird jede Epoche in Plants Leben in diesem Buch abgehandelt. So weit, so gut - wäre da nicht der Umstand, dass die Qualität des Geschriebenen und die inhaltliche Schlüssigkeit von unterirdischer Machart sind. Da ich das englische Original nicht kenne, kann ein Teil dieses Greuels möglicherweise an der Inkompetenz der Übersetzer liegen - die inhaltlichen Schwächen sind aber trotz dieser Mutmaßung nicht von der Hand zu weisen. Zum einen ist der Autor offensichtlich aufgrund eines früheren Werkes ein enger Freund des Ur-Judas-Priest-Vokalisten Al Atkins, der bis 1973 für diese Band tätig war. Dies verleitet den Autor dazu, trotz des Fehlens eines direkten Bezuges zu Plant jeden Augenblick irgendein Zitat seines Spezis in das Buch zu drücken. Ob es passt oder nicht ist dabei vollständig egal. Mit Robert Plant hatte der Autor direkt scheinbar nicht viel zu tun, die Zitate und Informationen sind aus Zeitschriftenartikeln und anderen Sekundärquellen zusammengeklaubt. Immer dann, wenn ein Thema der Vertiefung bedürfte (warum war etwas so, was passierte als nächstes, welche Motive hate Plant hierfür oder dafür) wird der Erzählfluß mit einer lakonisch wertenden Aussage unterbrochen, um dann mit einer anderen Episode zu starten, die ebenfalls unvollendet im Raum versickert. Die Besprechung der einzelnen Alben bzw. deren Stücke werden gerne mit Redensarten wie "ein schwächeres Stück", "ein sicherlich starker Song", "ein bemerkenswertes Stück" etc. veredelt, warum weshalb wieso dies so ist bleibt das Geheimnis des Autors.
Zusammenfassend war das Lesen dieses Werkes eine Zumutung, die einem Genius wie Robert Plant keinesfalls gerecht werden kann. An einen "Journalisten" habe ich schon die Basiserwartung, dass er in der Lage ist, flüssig und fundiert zu schreiben. Ansonsten könnte man es ja einfach bleiben lassen. Das einzige, was am Ende des Buches hängenbleit, ist ein öder Beigeschmack und die Erinnerung an zwei bis drei Anekdoten, die ich bis dato noch nicht gehört hatte. Mir war zum Beispiel neu, dass Plant mit der kanadischen Sängerin Alannah Myles liiert gewesen sein soll. Mehr erfährt man hier allerdings auch nicht.
Empfehlenswert nur für Robert-Plant-Totalkomplettisten oder für angehende Autoren, die gerne an einem echten Negativbeispiel reifen möchten. Denn dafür ist dieses Werk mit Sicherheit erste Wahl!